14. Juli 2020 / 17:30 Uhr

Der erste Grizzly on Ice: Nationalstürmer Jan Nijenhuis darf schon am Wochenende wieder spielen

Der erste Grizzly on Ice: Nationalstürmer Jan Nijenhuis darf schon am Wochenende wieder spielen

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Durchgestartet bis zur WM: Im Frühjahr hatten die Grizzlys Jan Nijenhuis aus dem DEL-Meisterteam der Adler Mannheim verpflichtet. Als U23-Akteur biss sich der Angreifer im DEL-Kader fest, rückte sogar ins U20-Nationalteam auf, mit dem er gerade bei der WM im Einsatz ist.
Darf als erster Grizzly wieder aufs Eis: Jan Nijenhuis (r.). Für den U-20-Nationalspieler beginnt mit dem DEB-Team die Vorbereitung auf die U20-WM in Kanada. © Jan-Malte Dieckmann / Archiv
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Riesenfreude bei Jan Nijenhuis - für den U20-Nationalspieler der Grizzlys Wolfsburg beginnt schon die Eiszeit. Während die Corona-Pandemie den Saisonstart in den Ligen nach hinten verschob, darf er als erster Akteur des Wolfsburger DEL-Klubs wieder spielen! Beim Testturnier in der Schweiz vom 18. bis 23. Juli. 

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Die Info kam vor etwa drei Wochen, relativ früh. Einfacher Grund: Es sind Richtlinien zu lesen, Formulare auszufüllen. Corona-Hygiene-Regeln sind einzuhalten, für das Turnier in Cham bei Zig heißt das unter anderem: In der Halle ist außerhalb der Spiele Maskenpflicht. Und: Zuschauer sind nicht zugelassen. Am 20., 21. (jeweils 17 Uhr) und am 23. Juli (13 Uhr) wird gespielt.

Die Corona-Regeln schmälern die Vorfreude nicht, Sorgen macht er sich auch nicht, gibt aber zu: "Das blende ich möglichst aus, denke aber auch, dass vor Ort gut für uns gesorgt wird." Er sieht das Positive: "Das wird eine gute Abwechslung, vom Sommertraining, auch für den Kopf." Denn wie die meisten anderen Profis hat er nach dem frühen Saisonabbruch auch frühzeitig wieder etwas zum Erhalt der Fitness getan. Zwischendurch pendelte er zwischen Wolfsburg und Mannheim, wo er seine Mutter besuchte, wozu in der Saison durch Punktspiele und Nationalmannschaftsmaßnahmen nicht oft Zeit ist. Sportlich aber hieß es seit Monaten Kraftraum, Wald und Tartanbahn - irgendwann wird es eintönig. Im Moment läuft bei den Grizzlys Sommertrainingsphase drei (erstmals in diesem Jahr wird es vier Phasen geben). Kraftraum und Tartanbahn. Für Eishockey ist das kein Ersatz. Erst ab 24. August wird es in Wolfsburg Eis geben, erste Spiele viel später.

Dank Höhenleitner schon Eis geschnuppert

Nijenhuis legt vor, die Teamkollegen würden gerne tauschen. Nijenhuis: "Die haben schon geflachst, ob ich tauschen könnte. Das ist schon klasse, dass es für mich am Samstag losgeht." Einmal durfte er schon ein wenig Eis schnuppern: Ex-Teamkollege und U17-Trainer Christoph Höhenleitner hatte ihn als Assistenztrainer engagiert. Die Grizzlys-U17 hatte Eistraining in Bad Sachsa. Auf sie wartet bereits im September ein DNL-Relegationsturnier. Für Nijenhuis war es eine willkommene Gelegenheit, mal die Schlittschuhe anzuziehen. In der Schweiz ist er aber ganz anders und voll gefordert. Es geht für alle Spieler darum, im Fokus des Bundestrainers zu bleiben, um mit zur U20-WM nach Kanada zu fahren, die im Winter steigt. Im vergangenen Winter hatte Nijenhuis selbst mitgeholfen, sich die Chance auf Kanada zu eröffnen, schaffte mit Deutschlands U20 den Klassenerhalt in der A-Gruppe der WM.

Die Grizzlys luden in ihrer Kabine zur Saisoneröffnungs-Pressekonferenz. Zur Galerie
Die Grizzlys luden in ihrer Kabine zur Saisoneröffnungs-Pressekonferenz. ©

„Zunächst mal ist die Vorfreude bei allen riesengroß, nach so langer Zeit wieder auf dem Eis zu sein und ein Mannschaftstraining abhalten zu können“, sagt U20-Bundestrainer Tobias Abstreiter zum Turnier: „Die Ergebnisse sind nicht unwichtig. Aber wichtiger ist die ganz klar erkennbare Steigerung von Spiel zu Spiel. Die Spieler müssen vor dem Lehrgang verschiedene Einverständniserklärungen und Fragebögen ausfüllen. Zusammen mit der Corona-Warn-App und der Beachtung der Hygienevorschriften vor Ort sollte es gut funktionieren.“

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Fokus auf die WM in Kanada

Für Abstreiter ist der Lehrgang auch mit Blick auf die U20-WM Ende des Jahres in Kanada (Edmonton und Red Deer) von immenser Bedeutung. „Wir werden nicht so viele Maßnahmen haben und ganz andere Voraussetzungen als sonst. Aber wir wollen die Zeit nutzen und uns jetzt eben noch intensiver auf die WM vorbereiten. Dazu müssen wir mehr Fokus und Konzentration auf die Trainingsarbeit legen“, sagt Abstreiter, der sich nicht nur von seinen drei bekanntesten Spielern Impulse erhofft: „Die Last darf nicht nur auf Tim Stützle, Lukas Reichel und JJ Peterka liegen. Jeder, der da eingeladen ist, muss seine Leistung bestmöglich abrufen und sich für die nächsten Maßnahmen empfehlen.“