07. März 2018 / 11:29 Uhr

Der erste VfL-Retter Eckhard Krautzun weiß: „Wolfsburgs Plus ist Bruno!“

Der erste VfL-Retter Eckhard Krautzun weiß: „Wolfsburgs Plus ist Bruno!“

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Eckhard Krautzun und Bruno Labbadia - VfL Wolfsburg
Sie kennen sich sehr lange: Eckhard Krautzun war der Trainer von Bruno Labbadia bei dessen erstem Profi-Klub Darmstadt 1998. © Imago (Fotomontage Sportbuzzer)
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1997 war der VfL nach einem Gänsehaut-5:4 gegen Mainz in die Fußball-Bundesliga aufgestiegen, jetzt kämpfen beide Teams gegen den Abstieg. Die Wolfsburger sind als Tabellen-15. punktgleich mit dem FSV, der wiederum auf dem Relegationsplatz steht. Es stehen zwar noch neun Spieltage aus, aber Eckhard Krautzun sagt trotzdem: „Es geht am Ende wohl darum, ob Wolfsburg oder Mainz in die Relegation muss.“ Der 77-Jährige muss es wissen, denn der Weltenbummler trainierte einst beide Klubs.

Nicht nur das, Krautzun war der erste VfL-Retter im Profifußball. Im Februar 1993 hatte er den damaligen Zweitligisten übernommen und ihn in seiner ersten Saison im Profi-Fußball vor dem Abstieg bewahrt. Am Samstag war Krautzun mal wieder beim VfL, nachdem er die Wolfsburger zuvor gegen Mainz und gegen die Bayern beobachtet hatte – mit sorgenvoller Miene. „Es wird schwer für den VfL“, glaubt Krautzun, und sagt auch, warum er skeptisch ist: „Der Kader scheint mir nicht gut zusammengestellt zu sein. Im Mittelfeld gibt es zu viele gleiche Typen, da fehlt mir das Tempo, zudem sind Didavi oder Arnold langsam. Und vorn hast du einen Origi, der den Ball nicht halten kann!“ Und weiter: „Es fehlen Persönlichkeiten, die das Team führen.“

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Dass der VfL nach dem Fast-Abstieg in der vergangenen Saison einen Umbruch vollzog, sei richtig gewesen. „Aber so etwas muss man immer mit Auge machen. Es waren zu viele Spieler, die gegangen sind, das ist nie gut“, sagt Krautzun, der nach seinen vielen Trainerstationen jetzt Bundesligisten berät, die Trainer haben, die nach China möchten. Daher war er gerade in Wolfsburg.

Kontakt zu seinem einstigen Schützling Bruno Labbadia, den er beim SV Darmstadt trainiert hatte, hatte er am Samstag keinen. Aber bei dessen Premiere in Mainz als VfL-Trainer hatte ihm Krautzun viel Glück gewünscht. „Wolfsburgs Plus im Abstiegskampf ist Bruno. Ich brauche ihm keine Tipps zu geben, was jetzt zu tun ist. Der Bruno weiß das am allerbesten, er hat das in Stuttgart und Hamburg schon hinbekommen“, erinnert Krautzun an Labbadias erfolgreiche Retter-Missionen. Dennoch: „Auf ihn wartet viel Arbeit. Die Taktik ist jetzt nicht so wichtig, wichtig ist jetzt Teamwork – und Ruhe. Nur der, der jetzt seine Nerven im Griff hat, wird am Ende seinen Kopf aus der Schlinge ziehen“, mutmaßt Krautzun, der dem VfL nach der Saison „eine knallharte Analyse“ empfiehlt, damit der Klub wieder in die Erfolgsspur zurückkehren kann.

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Das sind die nächsten Gegner für den VfL Wolfsburg:

32. Spieltag: Samstag, 28. April (15.30 Uhr): VfL Wolfsburg - Hamburger SV. Zur Galerie
32. Spieltag: Samstag, 28. April (15.30 Uhr): VfL Wolfsburg - Hamburger SV. ©
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Das ist die Zukunft, die Gegenwart heißt Abstiegskampf – in dem zwei Ex-Klubs von Krautzun im Visier stehen. „Ich bin da ein bisschen im Zwiespalt“, sagt der erfahrene Trainer schmunzelnd. „Die direkten Absteiger stehen für mich fest.“ Und wer muss in die Relegation? Krautzun wünscht sowohl Mainz als auch dem VfL den Klassenerhalt. „Aber im Moment sieht’s so aus, als ob es sich zwischen diesen beiden Klubs entscheidet, wer in die Relegation muss.“