30. November 2021 / 17:37 Uhr

Der FSV Optik Rathenow im SPORTBUZZER-Check: So lief die Hinrunde

Der FSV Optik Rathenow im SPORTBUZZER-Check: So lief die Hinrunde

David Joram
Märkische Allgemeine Zeitung
Er traf am häufigsten für Optik: Stürmer Lucas Will (M.) erzielte bislang sieben Saisontore.
Er traf am häufigsten für Optik: Stürmer Lucas Will (M.) erzielte bislang sieben Saisontore. © imago images/Matthias Koch
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Nach der Vorrunde in der Fußball-Regionalliga fällt die Bilanz der Rathenower durchwachsen aus: Meist stimmte der Einsatz, aber zu selten der Ertrag. In 19 Spielen gelangen lediglich zwei Siege.

Nach 19 oft umkämpften Spielen belegt der FSV Optik Rathenow in der Fußball-Regionalliga Nordost den 17. Tabellenplatz mit 14 Punkten und 20:34 Toren. In der Hinrunde lief für die Mannschaft von Trainer Ingo Kahlisch nicht immer alles nach Wunsch, dennoch setzten die Optiker das eine oder andere Glanzlicht. Der SPORTBUZZER zieht eine Zwischenbilanz.

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Das läuft gut

Der FSV Optik hat wieder eine homogene Mannschaft zusammengebastelt, die in dieser Liga jedem Gegner auf Augenhöhe begegnen kann. Bester Beleg: Gegen die beiden führenden Spitzenteams in der Tabelle punkteten die Rathenower (3:1-Sieg gegen den Berliner AK, 1:1 beim BFC Dynamo).

Wenn die Optiker ihr schnelles Spiel über die Außenbahnen umgesetzt bekommen, stellt das viele Konkurrenten vor Probleme. In zehn Spielen blieb Optik unbesiegt, Einsatz und Leidenschaft stimmten fast immer. Nur zweimal verlor Kahlischs Elf mit mehr als zwei Toren Unterschied. Vor allem herrscht rund um das Stadion Vogelgesang Ruhe und Kontinuität, die Rahmenbedingungen stimmen. Bei Optik spielen sie Fußball mit Herz – das spürt auch der treue Anhang.


Das ist ausbaufähig

34 Gegentore sind für einen Abstiegskandidaten eigentlich ein ordentlicher Wert (Bestwert unter den letzten sechs Teams der Tabelle), allerdings wackelte die Abwehr bei Standards bedenklich oft. Im Luftkampf hat die körperlich eher klein gewachsene Optik-Elf häufig Nachteile. Und in zu vielen Spielen reichte die Konzentration nicht bis zum Ende, teils führten individuelle Fehler zu vermeidbaren Punktverlusten.

Im Angriff läuft bei Optik alles über Jonathan Muiomo und Lucas Will, die Abhängigkeit vom treffsicheren und spielstarken Duo, das 13 der 20 Optik-Tore erzielte, ist groß. Heißt auch: die restlichen Offensivspieler strahlten zu wenig Torgefahr aus. Vielleicht lag es auch daran, dass der FSV zu selten Siege erzwingen konnte, der volle Ertrag zu oft ausblieb. Lediglich zweimal verließen die Optiker das Spielfeld in 19 Partien als Sieger. Mit vier bis sechs Punkten mehr im Gepäck wäre die Ausgangslage vor der Rückrunde etwas komfortabler. Spieler wie Abdi Dzafo, Nicola Köhler, Kimby Januario oder Emir Sejdovic – allesamt ordentliche Fußballer – müssen in den restlichen 19 Spielen vor dem Tor noch entschlossener werden.

In Bildern: Das sind die Top-Torschützen der Regionalliga Nordost.

Das sind die Top-Torschützen der Regionalliga Nordost. Zur Galerie
Das sind die Top-Torschützen der Regionalliga Nordost. ©

Die Höhepunkte

Das Beste gab’s zum Schluss: Beim 3:1-Heimsieg gegen Tabellenführer Berliner AK am vergangenen Freitag stimmte alles beim FSV: Einsatz, Abwehrarbeit, Chancenverwertung. Die drei Punkte sorgten dafür, dass Optik nicht als Tabellenletzter die Hinrunde abschloss. Bemerkenswert war auch die Aufholjagd bei Abstiegskampf-Konkurrent VfB Auerbach, als Optik einen 0:3-Rückstand zur Pause noch in ein 3:3 verwandelte (den Ausgleich erzielte Glodi Zingu in der Nachspielzeit).

Die Tiefpunkte

Neben der ersten Halbzeit in Auerbach missfiel Coach Kahlisch vor allem das Heimspiel gegen Tennis Borussia (1:3), in dem seine Elf so gar nicht in die Spur kam. In diesem Duell wurde deutlich, dass die Rathenower mit halber Kraft nicht bestehen können. Optik muss immer an das eigene Limit gehen, sonst haben die Gegner leichtes Spiel.

Die Schlüsselspieler

Torwart Lucas Hiemann ist ein sicherer Rückhalt, der an guten Tagen auch die sogenannten Unhaltbaren hält. Die Nummer 1 sorgt zusammen mit dem lautstarken und präsenten Abwehrchef Glodi Zingu hinten für Ordnung. Im Mittelfeld wird Jerome Leroy schmerzlich vermisst. Der Kapitän (Schambeinentzündung), der dem jungen Team mit seiner Erfahrung und Spielintelligenz sicher weitergeholfen hätte, fehlt bereits seit Ende August. Kommt er in der Rückrunde wieder voll in Fahrt, ist das für Optik eine enorme Verstärkung. In der Offensive führt kein Weg an Will und Muiomo vorbei. Beide wissen, wo das Tor steht, glänzten aber auch als Vorlagengeber.

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Das sagt Trainer Ingo Kahlisch

„Im Großen und Ganzen haben wir viele ordentliche Spiele gemacht, aber zu wenig Punkte geholt. Im Abwehrverhalten sind wir manchmal noch zu grün hinter den Ohren, aber insgesamt arbeitet die Mannschaft ordentlich, die Gruppe ist intakt. Wir müssen weiter machen und dranbleiben – Wunderdinge gibt’s nur im Fernsehen.“