02. April 2022 / 19:11 Uhr

Der Gattuso des 1. FC Phönix Lübeck: Lambachs Wiedersehen mit Ex-Klub

Der Gattuso des 1. FC Phönix Lübeck: Lambachs Wiedersehen mit Ex-Klub

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Phönix-Gattuso 

Björn Lambach.
Phönix-"Gattuso"  Björn Lambach. © noveski.com
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Adler empfangen am Sonntag den HSC Hannover auf dem Flugplatz an der Travemünder Allee in der Regionalliga-Abstiegsrunde

Mit der Verpflichtung von Björn Lambach hat der 1. FC Phönix Lübeck vor zwei Jahren einen absoluten Glückgriff getätigt. Am Sonntag (14 Uhr) gibt’s für den Mittelfeldspieler das Wiedersehen mit seinem Ex-Klub HSC Hannover.

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„Lammi“, so wurde schon sein Vater gerufen, ist aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken. Für die Gegenspieler ist er besonders unangenehm, bezeichnete sich selber einst als ekligen Gegenspieler. Der 30-Jährige gilt als Laufwunder und stopft Lücken im Mittelfeld. „Er bringt eine unfassbare Fitness mit und läuft nach dem Training noch dem Bus hinterher“, scherzt Trainer Oliver Zapel und weiß die Stärken des in Langenhagen bei Hannover geborenen Routiniers (220 Regionalliga-Einsätze) zu schätzen. „Björn hat einen unglaublichen Charakter und ist wie ein HB-Männchen, das sofort wieder aufsteht. Er ist ein Spieler mit einer ganz besonderen Einstellungsbereitschaft. Ich habe noch keine Trainingseinheit erlebt, wo er nur 99 Prozent gibt. Solche Spieler findet man ganz selten.“

Björn Lambach fühlt sich pudelwohl in Lübeck

Über die Stationen BSV Rehden, TuS Celle FC, VfB Auerbach, BFC Dynamo und HSC Hannover landete er bei den Lübeckern, wo er sich pudelwohl fühlt und Sohnemann Erik kürzlich zur Welt kam. Selber fühlt er sich zehn Jahre jünger. „Ich habe gesunde Gene und bin top fit. Das Laufen war schon immer in mir beziehungsweise konnte ich schon immer“, erzählt der sprintstarke Lambach, der mit der Familie in Bad Schwartau wohnt. Unter Zapel spielt er mehr auf der Sechser oder Achter Position. Mit Erfolg: In den letzten vier Partien gab es nur ein Gegentor. „Das ist so ein Zwischending. Ich bin bei jedem Angriff dabei. Das Zurücklaufen ist meine Spielweise. Ich tue alles für das Team und den Sieg“, betont er und outet sich als Fitnessfreak: „Unter Oli ist alles professioneller geworden. Wir arbeiten viel mehr. Das ist genau mein Ding. Ich gehe ferner zwei bis drei Mal die Woche ins Studio und könnte sogar zweimal am Tag trainieren.“

Vorbild ist Gennaro „Rino“ Gattuso

Lambach ist ein eisenharter Abräumer oder der Inbegriff des rustikalen Verteidigerspiels wie einst Guido Buchwald und Dieter Eilts. Sein Vorbild ist der frühere italienische Nationalspieler Gennaro „Rino“ Gattuso. Mit riskanten Grätschen und unzähligen Privatduellen stellt er unter Beweis, dass er für seine Mannschaft an die Grenzen des Erlaubten, wenn nicht sogar darüber hinaus, geht. Sieben Gelbe Karte dokumentieren dieses. „Ich bin froh, ihn in der Mannschaft zu haben“, sagt Zapel über den Universalspieler, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft. Erste Gespräche hat es gegeben, erzählt der Allrounder. Laut dem Coach gehört der 30-Jährige zu den Spielern, „mit den wir relativ schnell verlängern wollen. Er ist ein anerkannter Stammspieler, ist beliebt in der Mannschaft und passt ins Vereinsklima.“

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Derweil gibt Lambach die Marschroute für das erste von drei Heimspielen am Stück vor. „Wir wollen an die letzten Spiele anknüpfen und den vierten Sieg in Folge einfahren“, erklärt er. Sein letztes Spiel für den HSC bestritt er am 7. März 2020 auswärts beim VfB Lübeck (1:2, Last-Minute-Siegtreffer von Sven Mende). Danach wurde die Spielzeit coronabedingt abgebrochen und Phönix´s Stadtrivale zum Aufsteiger in die 3. Liga erklärt. Das ist aber eine andere Geschichte.

Kein Spaziergang

Die formstarken Adler wollen schnellstmöglich Planungssicherheit für die neue Saison haben. „Ich gehe davon aus, dass wir noch drei Siege brauchen“, rechnet Zapel vor. Auch wenn die Niedersachsen mit dem schlechtesten Angriff der Teams aus der Abstiegsrunde anreisen und zuletzt 0:4 bei Eintracht Norderstedt untergingen, warnt er vor einem Spaziergang. „Der Fokus des Gegners liegt mehr auf der Defensive und das Umschaltspiel. Nichtsdestotrotz sind wir der Favorit und nehmen die Rolle an. Alles andere wäre Blödsinn. Wir wollen Erster in der Tabelle bleiben und den Klassenerhalt schon vor Ostern in trockene Tücher bringen“, meint der Coach, der dabei auf die Qualitäten des gut aufgelegten Björn Lambach setzt.

Vor dem Spiel

Phönix-Kader: Hoxha, Tittel – Fischer, Vinberg, Korup, Kwame, Knudsen, Graudenz, Lambach, Rasgele, Djengoue, Tamburini, Bock, Kisekka, Pingel, Hyseni, Kobert

Nicht dabei: Gnerlich, Wurr, Thiel, Ibraimo, Budimbu, Kuryanov (alle verletzt), Abou Rashed (Aufbautraining), van Zutphen (Reha nach Kreuzbandriss)

Anstoß: Heute, 14 Uhr, Kunstrasen Stadion Flugplatz, Travemünder Allee

SR.: Alexander Roppelt (VfL Bad Schwartau); Assistenten: Eike-Robert Kawen, Luca Sambill

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