03. November 2020 / 17:57 Uhr

Der große Lichtblick des FC Dornbreite

Der große Lichtblick des FC Dornbreite

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
FCD-Neuzugang Sadok-Ämin Amara sorgte mit starken Leistungen für großes Aufsehen
FCD-Neuzugang Sadok-Ämin Amara sorgte mit starken Leistungen für großes Aufsehen © Agentur 54°
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Nach einem unglücklichen Saisonstart sorgte der FCD in den vergangenen zwei Oberligaspielen für großes Aufsehen – ein Neuzugang stach dabei besonders hervor

Vier Punkte aus zwei Spielen: Beim FC Dornbreite ging die Formkurve gerade nach oben, ehe die laufende Saison wegen Corona unterbrochen wurde. "Das ist ärgerlich. Wir waren in der Oberliga angekommen", sagt Neuzugang Sadok-Ämin Amara.

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Nach unglücklichem Saisonstart in der Oberliga: FC Dornbreite rückt als Mannschaft zusammen

Dabei verlief der Saisonstart alles andere als optimal für den Lübecker Aufsteiger, der in den ersten beiden Spielen gegen Eichede (0:6) und Todesfelde (0:4), zwei Kandidaten auf den Titel, nicht unerwartet viel Lehrgeld zahlen musste. Nachdem auch die dritte Partie beim PSV Neumünster (1:2) verloren ging, setzte man sich am Steinrader Damm intern zusammen, um Tacheles zu reden, wie Amara dem LN-Sportbuzzer erzählt. "Wir sind enger zusammengerückt und sind übereingekommen, dass wir uns in jedem Spiel den Arsch aufreißen müssen."

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Auf ersten Sieg gegen Eutin 08 folgt sensationelle Aufholjagd beim Oldenburger SV

Gab es gegen Mitabstiegskonkurrent Preußen Reinfeld noch ein unglückliches 1:2, konnte im zweiten Heimspiel gegen Eutin 08 (3:2) endlich der berühmte Bock umgestoßen werden. Im letzten Spiel vor der Corona-Pause lagen die Dornbreiter zwar schon 0:3 zur Halbzeitpause beim Oldenburger SV zurück, konnten aber dank einer tollen Moral noch ein verdientes 3:3-Unentschieden holen. Mitverantwortlich für die furiose Aufholjagd war Amara, der zum zwischenzeitlichen 3:2-Anschlusstreffer erfolgreich war. "Da geht noch was", glaubt der Youngster, der vor der Saison vom SV Eichede II zum Steinrader Damm gewechselt ist.

Sadok-Ämin Amara großer Lichtblick des FC Dornbreite Lübeck

Der 20-Jährige ist der große Lichtblick bei den Lübeckern, war in den bisherigen Begegnungen der auffälligste FCD-Kicker. Auf der rechten Außenbahn sorgt der 1,74 m große, zweikampfstarke und vielseitig einsetzbare Flügelflitzer mit seiner unbekümmerten Art für Aufsehen. "Ich habe das Vertrauen von den Trainern erhalten, wodurch ich mehr Selbstvertrauen bekommen habe", sagt er. Seine Stärken sind Schnelligkeit und eine gewisse Aggressivität in Eins-gegen-Eins-Situationen. "Ich habe einen guten Schritt gemacht, weiß aber, dass ich noch Luft nach oben habe", erklärt Sadok, der in der Jugend in Eichede (2010 bis 2013, 2016 bis 2020) und beim VfB Lübeck (2006 bis 2010, 2013 bis 2015) ausgebildet wurde. Vor allem beim SVE habe er viel gelernt. Bis vor zwei Jahren hat er noch Innenverteidiger in der U19-Elf (Regionalliga) unter Trainer Thomas Runge gespielt. "Ich sollte die schnellen Stürmer ablaufen. Geschadet hat mir das sicher nicht“, glaubt das Talent.

FC Dornbreite feiert gegen Eutin 08 ersten Saisonsieg (10.10.2020)

FCD-Neuzugang Veysel Kara (l.) avancierte gegen Eutin zum Matchwinner, indem er bei seinem Debüt prompt einen Doppelpack schnürte. Zur Galerie
FCD-Neuzugang Veysel Kara (l.) avancierte gegen Eutin zum Matchwinner, indem er bei seinem Debüt prompt einen Doppelpack schnürte. ©

Vom SV Eichede an den Steinrader Damm: "Beide Seiten haben viel voneinander profitiert!"

"Sadok ist ein feiner Kerl und ein Spieler, wie jeder Trainer ihn sich wünscht. Wir wussten immer, wenn wir ihn aufstellen, bekommen wir einhundertprozentigen Einsatz und Willen von ihm. Ich glaube, dass beide Seiten viel voneinander profitiert haben. Für ihn hat sich jeder Aufwand, den man betrieben hat, gelohnt", sagt Niclas Warsteit, Scouting-Leiter beim SV Eichede, der mit ihm und Fares Hadj (jetzt 1. FC Phönix Lübeck) eine Fahrgemeinschaft gebildet hat. Nachdem Amara im Sommer eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse Holstein angefangen hat, wurde dem Stockelsdorfer die Fahrerei nach Eichede zu viel, so dass er sich mit den FCD-Verantwortlichen im zweiten Anlauf auf einen Wechsel verständigen konnte. Schon in 2019 war man im Gespräch.

FCD-Trainer Sascha Strehlau überzeugt von Amaras Qualitäten

"Ich kann mich bei Dornbreite weiterentwickeln und bekomme Spielzeit in der Oberliga", sagt er. Sein Trainer lobt ihn in den höchsten Tönen. "Man darf nicht vergessen, dass Sadok vorher nur einen Kurzeinsatz in der Oberliga für die erste Herren von Eichede hatte. Ihn zeichnet sein Wille aus. Er schmeißt alles rein. Er lebt das vor, was wir von unseren Jungs sehen wollen: "Kampf, Einsatz und Engagement", sagt Sascha Strehlau. Verbesserungspotential sieht der Neu-Dornbreiter bei sich im Torabschluss. "Manchmal bin ich noch zu hektisch. Ich könnte allgemein konzentrierter in manchen Situationen sein. Es kommt es noch vor, dass ich mich verdribbel oder mit dem Kopf durch die Wand will. Ich müsste ruhiger sein."


Ausdauerläufe und Kraftübungen in der Corona-Pause – "Ich werde weiter hart arbeiten!"

Sein persönliches Ziel ist es, sich mit dem Aufsteiger zu etablieren ("die Oberliga ist eine coole Spielklasse") und sich perspektivisch für höhere Aufgaben zu empfehlen. "Ich würde mich freuen und auch die Chance nutzen, wenn es tatsächlich mal höher gehen sollte, und dafür werde ich auch weiter hart arbeiten", zeigt sich der Rechtsfuß mit der Rückennummer elf selbstbewusst. In der Corona-Pause will sich Amara mit individuellen Training fit halten – mit Ausdauerläufen und Kraftübungen.