05. Juli 2019 / 07:42 Uhr

Der Kampf bei Hannover 96 beginnt: Wer hat die besten Karten für die Startelf?

Der Kampf bei Hannover 96 beginnt: Wer hat die besten Karten für die Startelf?

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der Kampf um die Stammplätze bei Hannover 96 beginnt. 
Der Kampf um die Stammplätze bei Hannover 96 beginnt.  © Florian Petrow
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Seit Donnerstagabend ist das Team von Hannover 96 nun im Trainingslager in Stegersbach. Wir haben die aktuelle Kadersituation genauer unter die Lupe genommen und sagen Euch, wer aktuell die besten Karten für den Kampf um die verschiedenen Positionen hat. 

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Im Stremtal des Südburgenlandes hat der Showdown um die Stammplätze begonnen – 96 ist Donnerstagabend in Stegersbach gelandet. „Wir wollten im Trainingslager den Kader zusammenhaben, das ist weitestgehend gelungen“, sagt Trainer Mirko Slomka. „Ich gehe davon aus, dass es Neuzugänge gibt und vielleicht auch noch Abgänge.“ Wir sagen, wer aktuell die besten Startpositionen für das Rennen um die verschiedenen Positionen hat.

Klare Hierarchie auf der Torwartposition

Der Kampf ist entschieden, bevor er begonnen hat. Ron-Robert Zieler wird die Nummer eins sein, Philipp Tschauner die Nummer zwei. Michael Esser ist als einzig konstanter Leistungsträger der Abstiegssaison überraschend raus. Aktuell erholt er sich von einer Gehirnerschütterung. Man darf für ihn hoffen, dass er einen guten Klub findet. Als Nummer drei kann sich Reserve-Torwart Fabio Spohr im Trainingslager beweisen.

Dünne Besetzung in der Abwehr

Abwehr: Hier hat 96 noch Defizite. Gerade wurde mit dem Rückfall von Timo Hü­bers (Knieoperation) er­neut eine Position im Zen­trum vakant. Josip Elez fehlt auch in der aktuellen Vorbereitung viel zu häufig. Der 3-Millionen-Transfer kommt bei 96 nicht richtig an, dabei hat Hannover ihn schon vor anderthalb Jahren geholt. Eventuell wird er noch abgegeben. Bleiben drei Innenverteidiger. Läuft alles nach Plan, sind Waldemar Anton und Marcel Franke gesetzt, Felipe käme in einer Dreier-Abwehrkette dazu.

Mehr Innenverteidiger hat 96 nicht. Viel hängt davon ab, welches System Slomka spielen möchte. „Im 4-3-3 gibt es zum Beispiel Drei­ecke, mit denen du sehr gut hantieren kannst, im 3-4-3 entstehen andere Räume“, sagt er. Matthias Ostrzolek wurde von Slomka als linkes Glied der Dreierkette gelobt. Miiko Albornoz hat links hinten die Nase eigentlich vorn, wenn 96 Chris Gloster nicht noch auf die Profispur be­kommt. Hinten rechts ist 96 mit Sebastian Jung und Julian Korb doppelt ordentlich besetzt. Jung hat als Neuer und dynamischer Flügelspieler Vorteile, aber Nachteile in körperlicher Hinsicht. Er war lange Zeit verletzt.

Bilder von der Ankunft von Hannover 96 im Trainingslager im österreichischen Stegersbach

Hurra, hurra, Hannover ist da: Der 96-Mannschaftsbus fährt vorm Team-Hotel vor. Zur Galerie
Hurra, hurra, Hannover ist da: Der 96-Mannschaftsbus fährt vorm Team-Hotel vor. ©
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Weitere Veränderungen im Mittelfeld möglich

Mittelfeld: Edgar Prib und Marvin Bakalorz wollte 96 unbedingt halten. Sie sollen Hauptrollen in der Kabine und auf dem Platz spielen. Slomka sagte mehrfach, dass er mit Walace plant: „Ich bin eher begeistert über das, was ich sehe, als er­schro­cken. Ich finde, das ist ein richtig guter Typ.“ In Slomkas Tempo-Pläne passt der Brasilianer streng ge­nom­men nicht rein. Er ist präsent, hat eine gute Passquote, geht aber selten ein Risiko ein. Er braucht zwei spielstarke Spieler an seiner Seite, um, wie für die brasilianische Nationalmannschaft, seine Wirkung zu entfalten. Aber 96 hat im Mittelfeld keine weiteren „Brasilianer“. Tendenz bei Walace: Er geht, wenn ein Klub bereit ist, 8 Millionen Euro Ablöse zu zahlen.

Zu den Wettbewerbern im Wechsel-Topf gehört auch Genki Haraguchi. Slomka setzt auf schnelle Balleroberungen, auch das liegt Haraguchi eher nicht. Wechseln beide, kann 96 auf dem Transfermarkt nachlegen. Florent Muslija und Iver Fossum erfüllen Voraussetzungen für ein gutes Passspiel nach vorne, aber beiden fehlt die Zweikampfhärte. Niklas Tarnat ist wohl noch nicht so weit. Würde 96 heute spielen, wäre es wohl mit dem Dreiermittelfeld Bakalorz, Walace und Prib.

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Gute Besetzung im Angriff

Angriff: Nach den beiden Offensivtransfers neben der Torhüter-Position der Paradeteil der Mannschaft: frisch, neu, jung und clever. „Offensiv sind wir gut be­setzt“, sagt Slomka. Meistens sogar doppelt. Würde heute das Stuttgart-Spiel angepfiffen, könnte Hendrik Weydandt in der Spitze spielen. Slomka aktivierte „Henne“ im Training schon häufiger als Hahn im Korb, als Sturmchef unter neuen und jungen Spielern. „Er ist in einer guten Verfassung“, sagte Slomka, außerdem Testschützenkönig mit sechs Treffern bisher. Das Rennen ist aber eng und spannend: Marvin Ducksch dürfte nach einer Eingewöhnungszeit (und ein paar Testtoren) Weydandt als Stürmer Nummer eins in der Spitze ablösen.

Jonathas (Muskelfaserriss) ist gar nicht erst im Trainingslager, er ist erstmal raus aus dem Sturm-Wettbewerb. Linton Maina würde links stürmen mit seinem Tempo, die auch sehr schnelle Schalke-Leihgabe Cedric Teuchert auf der rechten Seite. Talent Sebastian Soto bietet sich vorne rechts an, wenn Teuchert ausgewechselt werden muss. Der US-Wanderer zwischen den Offensivlinien überzeugt Slomka. Aber bei Soto be­steht die Gefahr der Überschätzung. Der 18-Jährige ist noch nicht so weit, dass er einen Stammplatz beanspruchen könnte. Er muss sich in Ruhe entwickeln.

Stegersbach: Hier verbringt Hannover 96 das Sommer-Trainingslager

Impressionen aus Stegersbach: Hier verbringt Hannover 96 das Sommertrainingslager. Zur Galerie
Impressionen aus Stegersbach: Hier verbringt Hannover 96 das Sommertrainingslager. ©

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