27. Juni 2018 / 07:06 Uhr

„Der Kampf ist verloren“ – HSV-Investor Kühne macht Schluss!

„Der Kampf ist verloren“ – HSV-Investor Kühne macht Schluss!

Angelo Freimuth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Investor Klaus-Michael Kühne zieht sich von seinem Engagement beim HSV zurück.
Investor Klaus-Michael Kühne zieht sich von seinem Engagement beim HSV zurück. © imago/Oliver Ruhnke
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Nach acht Jahren möchte Klaus-Michael Kühne sein Engagement beim Hamburger SV beenden. Der Investor beklagt, dass der HSV eine Einigung beim Verkauf weiterer Anteile verweigere. 

Update

Rund 100 Millionen Euro investierte Unternehmer Klaus-Michael Kühne in acht Jahren in den Hamburger SV. Aus den Europa-Träumen wurde allerdings nichts, im Gegenteil: In der vergangenen Saison stieg der Klub zum ersten Mal in seiner Geschichte aus der Bundesliga ab. Für den Absturz des einstigen „Dinos“ macht der Milliardär die Vereinsführung verantwortlich und zieht harte Konsequenzen.

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„Ich werde den Verein nicht weiter fördern“, verkündete der 81-Jährige im Interview mit der Sport Bild. Als Grund nannte Kühne die Weigerung des HSV, weitere Anteile an den Unternehmer abzutreten. Bislang hält der Investor rund 20,5 Prozent der Anteile, um weitere 8 bis 10 Prozent möchte er das Paket nach eigenen Angaben erhöhen. Jedoch beharre Präsident Bernd Hoffmann auf einer Sperrklausel von 24,9 Prozent.

Hoffmann „hat panische Angst“

„Ich glaube, dass er die Veränderung eigentlich möchte, aber panische Angst vor den Mitgliedern hat und befürchtet, dass er mit diesem Antrag scheitern könnte. Er ist schon einmal abgewählt worden, und ich glaube, dass diese Enttäuschung tief in ihm drinsteckt. Dem Risiko, das erneut zu erleben, möchte er sich nicht stellen“, beklagte Kühne, der nun einen Schlussstrich unter sein Engagement beim HSV ziehen möchte.

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Hier abstimmen: Was bedeutet das für den HSV?

„Ich bin hart im Nehmen und leide nicht darunter. Natürlich ist es schade, dass der jahrelange Ritt auf der Rasierklinge nicht gut ausging. Das setzt für mich in gewisser Weise einen Schlusspunkt. Der Kampf ist jetzt verloren“, bilanzierte der Unternehmer. Immerhin: Gänzlich will der 81-Jährige die Tür für weitere Kooperationen in der Zukunft nicht schließen. So hält Kühne auch die Namensrechte am Volksparkstadion, die allerdings 2019 auslaufen.

HSV dauerhaft in 2. Liga? „Undenkbar“

Die HSV-Trainer seit 1997:

Frank Pagelsdorf: 1. Juli 1997 bis 17. September 2001 - 62 Siege, 53 Unentschieden, 57 Niederlagen. Zur Galerie
Frank Pagelsdorf: 1. Juli 1997 bis 17. September 2001 - 62 Siege, 53 Unentschieden, 57 Niederlagen. ©

Eine baldige Rückkehr des HSV in die Bundesliga hält der Mehrheitsaktionär des Logistikunternehmens Kühne + Nagel auch ohne seine Millionen für möglich: „Ich halte es für undenkbar, dass der Verein dauerhaft in der 2. Liga versinkt. Insofern hoffe ich auch auf das Beste und glaube, dass sie es aus eigener Kraft schaffen können.“