14. Oktober 2020 / 17:35 Uhr

Der kanadische Blitz: Neuzugang Gabriel Boakye stürmt für 1. FC Lok Leipzig

Der kanadische Blitz: Neuzugang Gabriel Boakye stürmt für 1. FC Lok Leipzig

Simon Ecker
Leipziger Volkszeitung
Leipzig, 02.09.2020, Bruno-Plache-Stadion, Fußball, Männer, Regionalliga Nordost, 4. Spieltag , 
1.FC Lokomotive Leipzig - FSV 63 Luckenwalde 3:0 (1:0) ,   
Im Bild v.l.: Gabriel Boakye (19, Lok) und Lucas Vierling (21, Luckenwalde) , 
Foto: PICTURE POINT / Gabor Krieg , 
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Im Eins gegen Eins ist Gabriel Boakye bärenstark. © Picture Point
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In Kanada lernte er das Fußballspielen, bei Energie Cottbus wurde er ausgebildet, nun stürmt er für Lok Leipzig. Seit dieser Saison geht der pfeilschnelle Gabriel Boakye für die Loksche auf Torejagd.

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Leipzig. Wenn Gabriel Boakye den Turbo zündet, ist es schwer hinterherzukommen. Für die ersten 30 Meter benötigt er gerade einmal 3,82 Sekunden. Zum Vergleich: Bei Usain Bolt wurden 2009 auf eben jener Distanz 3,78 Sekunden gestoppt. Während der eine Sprint-Superstar und achtfacher Olympiasieger ist, spielt der andere seit Anfang dieser Saison für Lok Leipzig, wurde mit einem Einjahresvertrag plus Verlängerungsoption ausgestattet.

Das Fußballspielen lernte Boakye, der aus dem kanadischen Richmond Hill (Ontario) stammt, in der Akademie des Toronto FC, ehe er 2016 den Sprung nach Europa und in die U 19 von Energie Cottbus schaffte. Hier spielte er sich in die Profimannschaft, für die er insgesamt 17 Regionalligaeinsätze bestritt. Anschließend wechselte Boakye zur zweiten Mannschaft des 1. FC Köln (37 Regionalligaeinsätze).

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Dass der Kanadier ghanaischer Abstimmung nun für die Loksche auf Torejagd geht, hat auch mit den Fans in Probstheida zu tun. „Ich kann mich noch genau daran erinnern, als ich mit Energie Cottbus bei Lok gespielt habe, was für eine großartige Atmosphäre hier im Stadion geherrscht hat“, erzählt der 22-Jährige rückblickend. Über die Stadt Leipzig kann Boakye allerdings noch nicht viel sagen, obwohl er schon seit Sommer in der Messestadt weilt. Neben dem Training und den Spielen habe er bislang noch nicht wirklich Zeit gehabt, die Stadt zu entdecken, erzählt der Außenstürmer.

Seine Eltern schauen die Spiele im Internet

Für Lok stand Boakye, der auch schon für die kanadische Jugendnationalmannschaft aktiv war, bislang in acht Regionalligapartien auf dem Platz und erzielte einen Treffer. Lediglich beim Saisonauftakt gegen Herthas Zweite fehlte er angeschlagen. „Gabriel hat eine sehr gute Vorbereitung absolviert, durch die Verletzung ist er leicht aus dem Tritt gekommen“, sagt Loks Trainer Almedin Civa über seinen Schützling.

„Anschließend hat es dann ein wenig gebraucht, bis er wieder reingekommen ist. Gabriel hat aber schon gezeigt, was er drauf hat.“ Vor allem im Eins gegen Eins sieht Civa ein Plus beim 22-Jährigen. „Da ist er stark. Er muss aber noch mehr in diese Situation reingehen, auch wenn er mal hängenbleibt.“ Überhaupt sei Boakye ein Spieler, der über großes Potenzial verfüge und versuche immer dazuzulernen.

Auf Unterstützung aus seiner Heimat muss Boakye noch verzichten. Seine Familie lebt in Kanada, ungefähr zwei Mal im Jahr sieht er sie. Wegen Corona war ein Besuch in Leipzig nicht möglich. Das sei schon ein bisschen traurig, erzählt Boakye. Allerdings schaue sich die Familie seine Spiele im Internet an. Natürlich auch das am Freitagabend gegen TeBe Berlin.