22. Juli 2021 / 20:00 Uhr

Der Leader bei Lok Leipzig: Routinier Pfeffer denkt noch lange nicht ans Aufhören

Der Leader bei Lok Leipzig: Routinier Pfeffer denkt noch lange nicht ans Aufhören

Nico Schmook
Leipziger Volkszeitung
Sascha Pfeffer (Lok 23) - 

Fotoshooting beim 1. FC Lokomotive (Lok) für das Teamfoto der neuen Saison 2021/2022 am 20.07.2021 in Leipzig Probstheida (Sachsen).
Hat mit 34 Jahren noch immer Bock auf Fußball: Loks Sascha Pfeffer. © Christian Modla
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Er hütet die blau-gelbe Kapitänsbinde: Spielführer Sascha Pfeffer ist beim 1. FC Lokomotive Leipzig wichtiger denn je. Am Sonnabend begeht die Elf von Almedin Civa den Saisonauftakt in der Regionalliga mit einem Traditionsduell gegen den BFC Dynamo. Pfeffer wil im neuen Spieljahr einen Gang hochschalten.

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Leipzig. Es ist seine nun fünfte Saison, 82 Mal stand er auf dem Feld, erzielte dabei zwölf Tore und steuerte zehn Vorlagen bei. Es sind Zahlen, die zeigen: Sascha Pfeffer gehört unbestritten zu den wichtigsten Stützen beim 1. FC Lok Leipzig. Vor dem Regionalliga-Start scheint „Pfeffi“,wie er in der Mannschaft genannt wird, aber noch einmal einen Gang hochzuschalten. Der 34-Jährige, so scheint es, ist bedeutsamer und besser denn je.

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Loks Leistungsträger

„Er hat wahnsinnig Bock auf Fußball, gibt immer Gas und reißt so alle anderen mit“, schwärmt Lok-Coach Almedin Civa im Vorfeld des Saisonstarts gegen den BFC Dynamo (Samstag, 16 Uhr) über den Mittelfeldspieler und findet bei den lobenden Worten kein Ende mehr. „Pfeffi bringt konstant seine Leistungen und besitzt eine enorme Fußballintelligenz. Ich bin sehr froh, ihn in meiner Mannschaft zu haben.“ Für den gebürtigen Hallenser änderte Civa sogar die Formation auf ein 4-2-3-1-System. Pfeffer, der früher noch auf dem Flügel zuhause war, sollte fortan die Rolle des Zehners – seine eigentliche Lieblingsposition – bekleiden. Mit Erfolg. Spätestens seitdem blüht der Leader des jungen Lok-Teams auf. „Wenn ich im Zentrum spiele, habe ich viele Ballaktionen und kann das Spiel leiten“, erklärt der Mittelfeldstratege.

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Schon beim Restart im Sachsenpokal überzeugte er damit in den beiden Spielen, arbeitete in der anschließenden Sommerpause fleißig und spielte dann eine starke Vorbereitung, in der er mit zehn Treffern sogar sein Torschützen-Gen entdeckte. Der ultimative Beweis für seine seit Monaten nach oben zeigende Formkurve. Doch nicht nur gute Zeiten liegen hinter Pfeffer. Auch ihn beutelte die achtmonatige coronabedingte Zwangspause, die für ihn, mit Abstand betrachtet, jedoch auch gute Seiten hatte. Im September 2020 zog er sich im Auswärtsspiel gegen Optik Rathenow einen Innenbandriss im Knie zu. Der Schock war groß, die Unterbrechung des Spielbetriebes kam aber gelegen. Der 34-Jährige, der 2017 vom Halleschen FC den Weg in die Messestadt fand und auch weiterhin in Halle lebt, nutzte so die Zeit, kämpfte sich in Ruhe zurück und ist nun mit fortgeschrittenem Alter erneut ein Leistungsträger. Sogar mit neuer Aufgabe.

Unersättlicher Ehrgeiz

Denn nach dem Abschied von Paul Schinke gab Coach Civa, der selbst noch als aktiver Spieler Pfeffer auf Feld gegenüberstand, seinem verlängerten Arm die Blau-Gelbe Kapitänsbinde. Der Mittelfeldspieler, der nach eigener Aussage von Natur aus vorangeht, hat nun also endgültig die Rolle des Leaders in Probstheida und geht in seine erste Saison als Spielführer. Die Portion extra Motivation inklusive.

Ans Aufhören denkt der im Oktober 35 werdende Ex-Drittligaspieler noch lange nicht. „Ich hab weiterhin Bock auf Fußball und mein Ehrgeiz ist unersättlich“, stellt Familienmensch Pfeffer klar und verrät: „Ich lass nicht mal meinen Sohn zuhause gewinnen, auch wenn’s dann Ärger mit meiner Frau gibt.“ Nun steht aber erstmal der Hammer-Auftakt gegen den BFC an. Ein Karriereende ist dagegen wohl noch sehr weit entfernt.