24. Januar 2021 / 13:54 Uhr

Der Luckenwalder Ringer Alexander Biederstädt über seine Coronavirus-Erkrankung: „Ich bekam die komplette Palette“

Der Luckenwalder Ringer Alexander Biederstädt über seine Coronavirus-Erkrankung: „Ich bekam die komplette Palette“

Sport Lucki
Märkische Allgemeine Zeitung
Alexander Biederstädt (1. Luckenwalder SC) in seinem einzigen Regionalliga-Kampf 2020.
Alexander Biederstädt (1. Luckenwalder SC) in seinem einzigen Regionalliga-Kampf 2020. © Frank Neßler
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Alexander Biederstädt vom 1. Luckenwalder SC wurde vom Coronavirus erwischt. Der Ringer erkrankte im vergangenen Herbst an Covid-19.

Alexander Biederstädt, Ringer des 1. Luckenwalder SC, erkrankte im vergangenen Herbst an Covid-19. Im SPORTBUZZER-Interview spricht der 21-jährige Sportler über den Umgang mit der Krankheit, die Folgen für ihn persönlich sowie über seine sportlichen Pläne für dieses Jahr.

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Herr Biederstädt, wie geht es Ihnen aktuell?

Alexander Biederstädt: Danke der Nachfrage. Mittlerweile geht es mir echt wieder ganz gut. Nach einigen Monaten hat sich alles gelegt.

Wie hat sich die Lungenkrankheit Covid-19, zu der es infolge einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 kommt, bei Ihnen bemerkbar gemacht?

Ich habe zunächst im Training gemerkt, dass irgendwie die Luft weg ist. Zudem war die Kondition nicht mehr so, wie sie sonst bei mir ist. Beides kam schon in relativ großem Maße zusammen. Zwei Tage später habe ich dann den Bescheid bekommen, dass ein Freund von mir positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Da war mir klar, dass sich bei mir erste Symptome der Covid-19-Erkrankung gezeigt hatten.

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Wie ging es anschließend weiter? War der Krankheitsverlauf bei Ihnen eher mild oder hat es Sie schwerer getroffen?


Mich hat die Krankheit sehr schlimm erwischt. Die Atemprobleme wurden immer größer, dazu kamen Gliederschmerzen, ich konnte nichts mehr schmecken und nichts mehr riechen. Geschmacks- und Geruchlosigkeit sind wohl die bekanntesten Covid-19-Symptome. Ich bekam die komplette Palette.

Wie lange hat bei Ihnen die akute Phase der Erkrankung gedauert?

Mit den direkten Symptomen der Krankheit hatte ich circa zwei bis drei Wochen zu kämpfen. Die Nachwirkungen haben sich anschließend bis zu zwei Monate hingezogen.

Wie verlief der Wiedereinstieg ins Training?

Die Nachwirkungen der Krankheit sind nicht zu vernachlässigen. Mir ist es schwer gefallen, wieder ins Training hineinzukommen. Ganze Einheiten habe ich zunächst nicht durchgestanden. Ich musste mich erst wieder langsam herantasten, das ist wohl auch eine Folge des schweren Krankheitsverlaufes.

Haben Sie mittlerweile ihren sportlichen Vor-Covid 19-Leistungsstand wieder erreicht?

Ich bin wieder voll im Training, habe mir allerdings eine Rippe angeknackst.

Ist diese Verletzung auch eine Folge des coronabedingten Trainingsrückstandes?

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Das kann ich nur schwer beurteilen. Ich hatte mich schon gefreut, dass ich meine alte Leistungskurve im Training wieder erreicht habe. Dann bin ich bei einem Wurf blöd gefallen und es war passiert. Ob der Rippenbruch mit dem krankheitsbedingten Trainingsrückstand in Verbindung zu bringen ist, weiß ich nicht. Es kann gut sein, weil natürlich auch die Muskulatur stark abgenommen hat. Gerade die Zwischenrippen-Muskulatur ist für uns Ringer ja sehr wichtig. Ob jedoch die Verletzung auf die Krankheit zurückzuführen ist, das kann ich nicht pauschal sagen.

Bei den Ringern des 1. Luckenwalder SC gab es im Herbst des vergangenen Jahres gleich mehrere Coronafälle. Die Regionalligamannschaft des Clubs wurde daraufhin aufgrund der Regularien nach nur einem Kampf aus dem Wettkampfbetrieb genommen. Nur wenig später folgte das generelle Saisonaus für die Regionalliga Mitteldeutschland der Ringer. Haben Sie deshalb ein schlechtes Gewissen oder bekamen Sie es zu spüren, für das Saisonaus in irgendeiner Weise verantwortlich zu sein?

Nein, ein schlechtes Gewissen hatte ich nicht. Die Regeln wurden eingehalten. Im gesamten Verein wurde mit einem Hygienekonzept alles dafür getan, um eine Ansteckung zu verhindern. Seitens des LSC hat es auch keine Schuldzuweisungen gegeben. Im Gegenteil: Von den Vereinsverantwortlichen wurde ich unterstützt, sie haben sich Sorgen gemacht und sich immer wieder gemeldet, um nachzufragen, wie es mir geht. Das war alles wirklich sehr harmonisch.

Das Jahr 2021 ist noch jung. Welche sportlichen Ziele verfolgen Sie in den nächsten Monaten?

Erstmal will ich so schnell wie möglich richtig ins Training reinkommen – und dann, wenn die Deutschen Meisterschaften in diesem Jahr stattfinden sollten, will ich erstmals im Männerbereich einen Treppchenplatz erkämpfen.

Im Sommer sollen die Olympischen Spiele in Tokio stattfinden. Ist dieser große internationale Wettkampf ein Thema für Sie?

Olympia ist immer ein Ziel, das man sich als Sportler steckt. Aber für mich ist es durch die Krankheit und aufgrund meines aktuellen Leistungsstandes in diesem Jahr keine Option. International werde ich mich auf die Europameisterschaft konzentrieren. Dort eine gute Platzierung zu erreichen, ist für mich eins der Wunschziele des Jahres.