07. April 2021 / 09:05 Uhr

Der Mann für den großen Umbruch: Matthias Roos neuer Sportdirektor der Dresdner Eislöwen

Der Mann für den großen Umbruch: Matthias Roos neuer Sportdirektor der Dresdner Eislöwen

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Matthias Roos
Mit Matthias Roos soll es für die Eislöwen wieder bergauf gehen. © Matthias Rietschel
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Die Dresdner Eislöwen präsentierten am Dienstag Matthias Roos als neuen Sportdirektor. Gemeinsam mit Trainer Andreas Brockmann soll ein Umbruch eingeleitet werden. Das Ziel ist der Aufstieg in die DEL.

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Dresden. Für die Dresdner Eislöwen geht eine enttäuschende Saison zu Ende. Jetzt will der Eishockey-Zweitligist die Weichen für eine bessere, erfolgreiche Zukunft stellen. Mit Matthias Roos präsentierte der DEL2-Vertreter am Dienstag einen neuen Sportdirektor, der gemeinsam mit Trainer Andreas Brockmann einen großen Umbruch einleiten und eine Mannschaft zusammenstellen soll, die in zwei bis drei Jahren den Aufstieg in die DEL schafft. Als wichtiges Signal auf diesem Weg in die Beletage werden die Eislöwen bis spätestens 24. Mai die dafür notwendige Bürgschaft von 816.000 Euro hinterlegen.

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Mehr Kontinuität

Dritter Pfeiler für das Erreichen des ehrgeizigen Zieles ist eine Erweiterung und Ertüchtigung der Energieverbund-Arena. Wie Sportbürgermeister Peter Lames erläuterte, sollen bereits im Sommer neue Flex-Banden, die in der DEL Pflicht sind, eingebaut werden. „Es gibt eine Machbarkeitsstudie, in der es auch um die Erweiterung der Zuschauerkapazität sowie den Ausbau des VIP-Bereiches und der Geschäftsstelle geht“, so Lames.

So sollen in Zukunft bis zu 4750 Zuschauer in der Arena Platz finden und zudem soll ein Video-Würfel eingebaut werden. Ebenfalls Anforderungen der DEL. „Wir sind die zwölftgrößte Stadt in Deutschland. Da steht uns das eine oder andere sportliche Highlight gut zu Gesicht“, begründet Lames die geplante Unterstützung der Stadt. Einen Zeitplan konnte der Sportbürgermeister noch nicht nennen, die Kosten sollen den einstelligen Millionenbereich nicht übersteigen.



Für das große Ziel DEL soll mit Matthias Roos mehr Kontinuität in die sportliche Entwicklung einziehen. Deshalb betont Geschäftsführer Maik Walsdorf: „Wir wollen längerfristig mit ihm zusammenarbeiten. Ich kenne ihn schon aus verschiedenen Gremien in Krefeld. Er hatte auch andere Anfragen, deshalb sind wir froh, dass er sich für uns entschieden hat.“

"Gute Mischung finden"

Roos selbst, der in Tettnang geboren wurde, und am kommenden Sonntag 41. Geburtstag feiert, hat früher selbst Eishockey im Ravensburger Nachwuchs gespielt, war eine Saison in Berkeley/Kalifornien und dann Förderlizenzspieler in Augsburg. Der studierte Jurist sammelte dann bei mehreren Eishockey-Vereinen viele Erfahrungen in verschiedenen Funktionen. So arbeitete er von 2007 bis 2011 als Geschäftsführer beim Herner EV, war anschließend Sportdirektor, Co-Trainer und einige Monate Chefcoach bei den Füchsen Duisburg (2011–2015). Anschließend trug er als Geschäftsstellenleiter und Teammanager Verantwortung in Bad Nauheim. Einen schon unterschriebenen Vertrag in Landshut löste der Baden-Württemberger noch vor Antritt wieder auf.

Am 1. November 2016 wechselte Roos auf Empfehlung des früheren Weißwasseraner Urgesteins und damaligen Sportlichen Beraters der Pinguine, Rüdiger Noack, in die Geschäftsstelle von Krefeld. Im März 2017 übernahm er die sportliche Leitung und wenig später auch die Position des Geschäftsführers. Im Frühsommer des vergangenen Jahres rettete er den Erstligisten in nervenaufreibenden Monaten vor der Insolvenz, ging danach aber von Bord. „Nach der langen Zeit hat mir dann Eishockey schon gefehlt und jetzt habe ich große Motivation, zumal die Bedingungen in Dresden sehr viel Potenzial bieten“, so der neue Sportdirektor, der gemeinsam mit Andi Brockmann jetzt eine schlagkräftige Truppe für die Zukunft aufbauen will.

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Als klares Ziel gibt er für die neue Saison das Erreichen des Playoff-Viertelfinales aus. Dass viele Verträge der aktuellen Mannschaft auslaufen, komme ihnen entgegen. „Es wird natürlich auch Vertragsverlängerungen geben. Auch wenn ich sehr für die Entwicklung junger talentierter Spieler stehe, wollen wir nicht mit einer U23-Mannschaft antreten, sondern eine gute Mischung finden“, erläutert Roos seine Philosophie. Das freut auch ESCD-Präsident Bernd Nickel: „Bei der Zusammensetzung der Mannschaft ist es für uns wichtig, dass dieser Weg mit Spielern, die im eigenen Nachwuchs ausgebildet wurden, auch weitergegangen wird.“