01. November 2019 / 18:48 Uhr

Der nächste Brunnemann für den 1. FC Union Berlin

Der nächste Brunnemann für den 1. FC Union Berlin

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Im Mai 2018 nahm Laurenz Brunneman am Sichtungstraining bei den Eisernen teil und konnte die Trainer überzeugen.
Im Mai 2018 nahm Laurenz Brunneman am Sichtungstraining bei den Eisernen teil und konnte die Trainer überzeugen. © privat
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Kreis Prignitz/Ruppin: Der achtjährige Wusterhausener Laurenz Brunnemann spielt trotz blau-weißen Wurzeln für die Eisernen aus Köpenick.

Das erste Stadtderby zwischen Union Berlin und Hertha BSC in der Fußball-Bundesliga, welches am Sonnabend um 18.30 Uhr im Stadion an der Alten Försterei angepfiffen wird, elektrisiert die ganze Nation. Einer, der es mit den Köpenickern hält und mittlerweile sogar selbst das eiserne Trikot trägt, ist Laurenz Brunnemann. Der achtjährige Wusterhausener kickt sowohl in der Heimat für Blau-Weiß als auch für die U9 des 1. FC Union.

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Vor gut anderthalb Jahren, im Mai 2018, luden die Unioner zum Sichtungstraining ein. Nicht nur der Youngster war Feuer und Flamme, auch Papa Christoph Lemm – Kapitän der ersten Männermannschaft und selbst Nachwuchstrainer in Wusterhausen – wollte wissen, „was sie den Kindern so abverlangen und welche Eindrücke und Methoden man für das eigene Training mitnehmen kann.“ Trotz großer Konkurrenz hinterließ der Sohnemann einen bleibenden Eindruck bei den Trainern, welche mit ihm zusammenarbeiten wollten.

Eine Hürde musste im anschließenden Gespräch aber übersprungen werden: die Distanz zwischen Wohnort Wusterhausen und Trainings- sowie Spielstätte Berlin-Köpenick. „Dieser Aufwand wäre nicht stemmbar gewesen“, erklärt Lemm, der bei den Verantwortlichen Verständnis und einen Alternativvorschlag erhielt: „Es gibt die Möglichkeit, als Gastspieler zum Team zu gehören. Laurenz bleibt bei seinem Stammverein in Wusterhausen, wo er auch Punktspiele bestreitet. Zusätzlich nimmt er mit Union Berlin aber auch an freundschaftlichen Spielrunden und Turnieren teil.“ Diese Regelung hat bis heute Bestand, zwei- bis dreimal im Monat streift sich der Youngster das Union-Trikot über und erlebt in aller Regelmäßigkeit die Derbys gegen Hertha BSC, Hansa Rostock, RB Leipzig oder Dynamo Dresden auf dem Spielfeld.

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In Bildern: Seitenwechsel: Diese Spieler spielten für Hertha BSC und Union Berlin.

Das erste Hauptstadt-Derby in der Bundesliga zwischen Union Berlin und Hertha BSC steht an. Wir schauen, welche Spieler schon für jeweils beide Vereine gespielt haben. Zur Galerie
Das erste Hauptstadt-Derby in der Bundesliga zwischen Union Berlin und Hertha BSC steht an. Wir schauen, welche Spieler schon für jeweils beide Vereine gespielt haben. ©

„Ich habe richtig viel Spaß und bin sehr stolz darauf, für Union Berlin zu spielen“, weiß das Nachwuchstalent, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist. Neben der kompletten Einkleidung samt Präsentationsanzug und Fußballschuhen sind auch die freien Stadionbesichtigungen und Fototermine in der Alten Försterei tolle Erfahrungen für Laurenz Brunnemann, der sogar schon beim AOK-Traditionsmasters vor über 7500 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle sein Können zeigen durfte.

„Ich gebe im Training und im Spiel immer mein Bestes und wenn es mal nicht so läuft, dann mache ich trotzdem weiter“, verrät der Linksfuß, dessen Vorbilder der Portugiese Cristiano Ronaldo und Unions Shooting-Star Marius Bülter sind. Ob Mama und Papa, Oma oder Opa – alle ziehen gemeinsam an einem Strang und investieren viel Zeit, um ihrem Sprössling diese Momente zu ermöglichen. „Wir sehen ja, wie viel Spaß ihm das macht. Uns macht das auch stolz“, sagt Christoph Lemm.

Der Weg zum Bundesliga-Profi ist für Laurenz Brunnemann, dessen Onkel Björn das Fußball-Abc ebenfalls in Wusterhausen erlernte, über 100 Zweitliga-Spiele vorweisen kann und zur Traditionself des 1. FC Union gehört, noch weit, ob er selbst mal das große Derby gegen den Stadtrivalen im deutschen Oberhaus bestreiten wird, steht noch in den Sternen. Am Sonnabend werden den Eisernen erst einmal vor dem heimischen Fernseher die Daumen gedrückt, die Hoffnung auf drei Punkte sind bei Laurenz Brunnemann groß: „Ich tippe 3:1.“