09. Juni 2021 / 14:11 Uhr

Der Otterwischer SV will wieder Fußball spielen: Besser als einsame Waldläufe

Der Otterwischer SV will wieder Fußball spielen: Besser als einsame Waldläufe

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Die Fußballer des Otterwischer SV (blau) würden sich freuen, wenn sie wieder dem runden Leder nachjagen dürfen.
Die Fußballer des Otterwischer SV (blau) würden sich freuen, wenn sie wieder dem runden Leder nachjagen dürfen. © Karsten Hannover
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Lutz Grohme, der Vereinsvorsitzende des Otterwischer SV, sieht vor allem die angenehmen Seiten der Wiederaufnahme eines geregelten Trainings- und Spielbetriebs. Schließlich mussten die Sportler seit Beginn des Lockdowns genug improvisieren. Außerdem sollten keine sportlichen Wettkämpfe am grünen Tisch beziehungsweise per Los entschieden werden.

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Leipziger Land. Bereits ein altes Sprichwort besagt: „Unter einen Hut wird man niemals alle bekommen.“ Die Reaktionen auf die Wiederaufnahme des Wettkampfbetriebes im Fußballverband Muldental/Leipziger Land sind erwartungsgemäß völlig unterschiedlich. Nachdem unter anderem der TuS Pegau das Vorhaben vehement abgelehnt hatte, sieht der Otterwischer SV vor allem die angenehmen Seiten eines Re-Starts. Der Vereinsvorsitzende Lutz Grohme kann der Argumentation der Elsterstädter zwar ein Stück weit folgen, möchte allerdings vom Grundsatz her nicht in dieselbe Kerbe schlagen. Es sei zu einfach, den Verband oder seinen Präsidenten Harald Sather persönlich für den „richtigen“ Termin verantwortlich zu machen.

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Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg

Wenn man’s allen recht machen will, wird immer jemand vergessen. Sicherlich sei die Corona-Pandemie längst noch nicht ausgestanden, vielleicht kommt im Herbst gar eine vierte Welle, keiner könne es seriös voraussagen. Nach über sieben Monaten Pause müsse es jetzt endlich wieder los gehen. Natürlich biete das Sport treiben ohne Umkleidekabinen- und Sanitäreinrichtungen nicht die allerbesten Voraussetzungen. Dennoch sollte es möglich sein, sich bei sommerlichen Temperaturen im Freien beziehungsweise unter der Tribüne umzuziehen und sich später zu Hause zu duschen.

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Schließlich mussten die Sportler seit Beginn des Lockdowns genug improvisieren, auch, um ihre individuelle Grundfitness zu wahren. Statt des gewohnten Mannschaftstrainings waren einsame Waldläufe oder ähnliches an der Tagesordnung. Im Moment sei es zuallererst wichtig, dass das runde Leder überhaupt wieder rollen kann. Ob bei den Herren, bei den Frauen oder im Nachwuchsbereich. Mit den weiterhin geltenden Einschränkungen müssen sämtliche Vereine und Teams zurecht kommen, da sitzen alle in einem Boot. Nichts sei schlimmer, als wenn Spiele am grünen Tisch beziehungsweise per Los entschieden werden.



Sporttreiben soll vor sportlichem Ehrgeiz gehen

Klar sei ebenfalls: Wieder an Wettkämpfen teilzunehmen, stehe zunächst über dem sportlichen Ehrgeiz. Die Signale der Landesregierung in Dresden seien für die Vereine nicht die schlechtesten, selbst wenn ein idealer Trainings- und Spielbetrieb auf die Schnelle kaum machbar sei. Schon auf Grund der Schulferien bis Anfang September und der Sehnsucht vieler Familien nach einem erholsamen Urlaub. In voller Intensität trainieren sei in diesem Jahr ohnehin eine Illusion. Es bleibt eine spannende und angespannte Zeit für alle Menschen im Land, denen der Vereinsvorsitzende des Otterwischer SV beste Gesundheit wünscht. Zum Abschluss wirbt Lutz Grohme um mehr Lockerheit im Umgang miteinander: „Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.“ Ein wahres altes Sprichwort.