31. Juli 2019 / 10:34 Uhr

Der Platzwart: Adieu Walace, das Sondershirt "Martin 75" und der gefährliche Grüttner

Der Platzwart: Adieu Walace, das Sondershirt "Martin 75" und der gefährliche Grüttner

Der Platzwart
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Walace auf Abschiedstour, Martin Kind könnte ein Shirt bekommen und Regenburgs Marco Grüttner ist zwar kein Mario Gomez, dürfte Hannover 96 aber trotzdem vor Probleme stellen. 
Walace auf Abschiedstour, Martin Kind könnte ein Shirt bekommen und Regenburgs Marco Grüttner ist zwar kein Mario Gomez, dürfte Hannover 96 aber trotzdem vor Probleme stellen.  © Petrow/imago/Jan Huebner/Ulrich
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Die Parallelen zu Eintracht Braunschweig sind nicht von der Hand zu weisen, denn eines hat Hannover 96 mit ihnen gemein: Sie machen da weiter, wo sie letzte Saison aufgehört haben. Sportdirektor Jan Schlaudraff muss im Walace-Poker den Pinocchio mimen, Martin Kind hat plötzlich Fan-Liebling-Potenzial und einen Hunt-Elfmeter würden die Roten auch gerne nehmen. Der Platzwart blickt nach vorne und zurück. 

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So nah waren sich Hannover 96 und Eintracht Braunschweig lange nicht. Die Blau-Gelben nach drei Spieltagen verlustpunktfrei an der Drittligaspitze, die Roten machen da weiter, wo sie im Mai aufgehört haben – mit einer 1:2-Auswärtspleite. Platz 13. Jetzt den Kontakt zum Mittelfeld nicht verlieren, sonst wird man sich nächste Saison wünschen, wieder gegen Sandhausen spielen zu dürfen.

Awoudja auf den Spuren von Zuwar und Balitsch

Die Medien fanden den „Auftaktkracher“ natürlich „irre“, vor allem wegen Maxime Awoudja. Erster Bundesliga-Einsatz, erster Ballkontakt, Eigentor. Danach nach noch zwei erwähnenswerte Szenen: Gelbe Karte und Gelb-Rot. In Stuttgart sagen sie: armer Kerl. In Hannover sagen sie: Passt ins Anforderungsprofil.

Denn 96 kann noch ganz anders. Ein Eigentor? Lachhaft! Hannover kann auch drei in einem Spiel, 2009 zum Beispiel gegen Gladbach. Kuriose Eigentore? Ein alter Hut! Dariusz Zuraw und Hanno Balitsch eskortierten 2007 einen harmlosen Heber von VfB-Stürmer Marco Streller bis hinter die eigene Linie. Eigentor im Strafraum? Kann jeder! Con­stant Djakpa konnte das von der Mittellinie. Eigentor und Platzverweis? Einfach Felipe fragen! Zwei Elfmeter verursacht und Eigentor (2015) oder Eigentor, Tor und Platzverweis (2018) – hat der 96-Dorfälteste alles im Portfolio.

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Schlaudraff muss in die Trickkiste greifen

Denn Fußball wird Walace erst wieder spielen, wenn irgendwelche Investoren irgendwo auf dieser Welt den Daumen heben. Bei 3 Millionen Euro etwa sollen die Gehaltsvorstellungen von Walace und seinen Beratern liegen, die alle den Taschenrechner als Startbildschirm auf ihrem Smartphone installiert haben. Jan Schlaudraff ist bereit, in Sachen Lobhudelei für Walace bei den Verkaufsgesprächen bis an die Schmerzgrenze zu gehen. Falls seine Nase dabei zu sehr wächst, sollen Slomka oder Kind übernehmen.

Endlich Fanliebling: Martin Kind

Apropos Kind. Der Unternehmer hat rechtzeitig zum Heimspielstart seinen Nebenberuf als Reizfigur offiziell aufgegeben, die 50+1-Regelung kann durchatmen. Gerüchten zufolge hat sich Kind vom Shirt „Felipe No. 5“ inspiriert gefühlt, auch endlich Fanliebling zu werden. Begründung: Er sei noch länger bei 96 als Felipe und seltener verletzt. „Martin 75“ soll zunächst nur auf Anfrage hergestellt werden, schwarzer Druck auf schwarzem Shirt. Läuft im Fanblock am besten.

96-Trainer Mirko Slomka und die neuen Fußball-Regeln zur Saison 2019/20

<b>Abstand zur Mauer:</b> Künftig müssen Spieler der ausführenden Mannschaft von einer Freistoßmauer, die aus mindestens drei Leuten be­steht, einen Meter Mindestabstand einhalten. „Wer will das abmessen?“, fragt Slomka: „Das wird sicher auch lustig.“ Zur Galerie
Abstand zur Mauer: Künftig müssen Spieler der ausführenden Mannschaft von einer Freistoßmauer, die aus mindestens drei Leuten be­steht, einen Meter Mindestabstand einhalten. „Wer will das abmessen?“, fragt Slomka: „Das wird sicher auch lustig.“ ©
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Hunt-Elfmeter - 96 geht aufs Hamburger-VAR-Modell

Und ob das Spiel in Stuttgart der Ligakracher schlechthin war, wird sich zeigen. An der Spitze stehen Heidenheim, Aue und dazwischen Regensburg, der Gegner im ersten Heimspiel. Die haben keinen Gomez und keinen Didavi, die haben einen Grüttner und einen Besuschkow. Regensburg trainiert in dieser Woche halbhohe Freistöße auf den Torwart, offenbar ein Erfolgsrezept gegen Ron-Robert Zieler. Mirko Slomka kann auf die ersten 20 Minuten des VfB-Spiels aufbauen, das Problem sind die restlichen 70.

Dazu wollen die Roten bis zur 98. Minute auf Videobeweis spielen, Motto „VAR geht vor“, das sogenannte Hamburger Modell. Dort hatte Videoschiedsrichterin Bibiana Steinhaus in der erweiterten Nachspielzeit auf Hunt-Elfmeter entschieden. Ein Foul war es ja nicht. Manager Schlaudraff versucht gerade, Walace zu verkaufen, und erkennt, dass es beim Profifußball in erster Linie um Geld und in zweiter Linie um Fußball geht.

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Die Winterpause ist angebrochen. Die Bilanz: 96 erzielte 24 Törchen - und der Platzwart hat sie analysiert. Zur Galerie
Die Winterpause ist angebrochen. Die Bilanz: 96 erzielte 24 "Törchen" - und der Platzwart hat sie analysiert. ©

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