06. November 2019 / 12:54 Uhr

Der Platzwart: Frei im November? Schlaudraff lädt zum Käsefindue!

Der Platzwart: Frei im November? Schlaudraff lädt zum Käsefindue!

Der Platzwart
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Martin Kind (hinten) hat das alte Trainerkarussell aus dem Keller des Kokeknhofs räumen lassen. Zur Feier des Tages lud Jan Schlaudraff Jörg Schmadtke zum Käsefindue. War danach nicht mehr ganz so verzweifelt: der Platzwart. 
Martin Kind (hinten) hat das alte Trainerkarussell aus dem Keller des Kokeknhofs räumen lassen. Zur Feier des Tages lud Jan Schlaudraff Jörg Schmadtke zum Käsefindue. War danach nicht mehr ganz so verzweifelt: der Platzwart.  © Montage/Christian Behrens/Florian Petrow/Peter Steffen/dpa/dc3 Hannover
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Am Freitag war der Platzwart zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder einmal verzweifelt. Doch Hannover 96 kündigte direkt nach dem Sandhausen-Spiel eine "eingehende Analyse" an. Schon am Sonntagmorgen holte die 96-Findungskommission das alte Trainerkarussell aus dem Kokenkeller. Abends gab's bei Schlaudraff dann Käsefindue!

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Freitagabend, Viertel nach acht, in Hannover ist es kalt, feucht und dunkel – in jeder Hinsicht. Der Schiri, der in diesen Minuten das Spiel Hannover 96 gegen den SV Sandhausen abpfeift, heißt Storks. Als ob die DFL das Spielgeschehen vorausgesehen und die dafür passende Ansetzung gleich mitgeliefert hätte. Hannover 96 storkst einem glücklichen Unentschieden entgegen. Nichts gegen Sandhausen, Perle des Rhein-Neckar-Kreises. Ein Trimm-dich-Pfad, ein Regenrückhaltebecken, ein Waldfriedhof mit fünf Bäumen und Binnendünen – die machen, was sie können, eine Konstante der 2. Liga. Trotzdem. Sandhausen? Der neue Maßstab für Hannover 96?

Der Platzwart verzweifelt

Vergangenes Jahr um die Zeit hatte man gerade gegen Schalke verloren und schickte sich an, Wolfsburg zu schlagen. Seitdem hat Hannover 96 35 Pflichtspiele bestritten und 29 davon nicht gewonnen. Ergebnis: Statt zwischen Knappen und Wölfen steht 96 zwischen Sandhausen und Heidenheim und gilt nicht als Favorit. Jan Schlaudraff geht mit Jörg Schmadtke, seinem Freund und Einkaufsberater, essen. Nur so.

Freitagabend, Viertel nach acht, das erste Mal seit vielen Jahren ist der Platzwart verzweifelt. Er muss sich hinterfragen: Was darf Satire? Alles, wie es Kurt Tucholsky vor genau 100 Jahren forderte? Oder muss Satire Rücksicht nehmen auf die Mühevollen und Beladenen? In diesem Fall wäre Hannover 96 im derzeitigen Zustand satiremäßig raus. Aber dann kündigt 96 direkt nach dem Spiel auf seiner Homepage eine „eingehende Analyse“ an. Super! 96 gibt nicht auf. Sandhausen hat ein Nachspiel.

Das Trainerkarussell aus dem Kokenkeller

Sonntagmorgen, 8 Uhr: In Großburgwedel holt die 96-Findungskommission das alte Trainerkarussell aus dem Kokenkeller. Das hannoversche Trainerkarussell ist ökostrombetrieben, es läuft mit heißer Luft und dreht sich quasi immer. Thomas Brdaric sitzt bereits auf einem weißen Niedersachsenpferdchen und hat zufällig eine Bewerbungsmappe und ein Ta­blett Lüttje Lage dabei. Kind & Co. stehen im Moment aber gar nicht auf Lokalkolorit. Die nächste Runde darf Brdaric schon nicht mehr mitfahren.

12 Uhr: Mirko Slomka, als 96-Trainer seit vier Spielen ungeschlagen, ist entlassen. Minuten später weiß die Welt: Es ist auch das Ende vom Anfang. In München beschließen sie, die mediale Aufmerksamkeit, die Hannover gerade auf sich zieht, für eine eigene Personalentscheidung zu nutzen. Der Plan geht auf: Kein Schwein merkt, dass Niko Kovac Sonntagabend nicht mehr Bayern-Trainer ist. Alle blicken nach Hannover. Auch Kovac. Jan Schlaudraff geht mit Jörg Schmadtke brunchen.

Sonntagabend, 22 Uhr: In den Trainerhaushalten der Welt brennt noch Licht. Viele Übungsleiter versuchen, mit verbundenen Augen ein Hörgerät zusammenzubauen. Nagelsmann, Wenger und Mourinho wissen, dass Martin Kind Wert auf Nuancen legt. Jan Schlaudraff lädt Jörg Schmadtke zum Käsefindue ein.

Der Schlaudraff muss noch viel lernen

Montag, 8 Uhr: Von der SPD lernen heißt siegen lernen. 96 geht mit einer Doppelspitze in die Trainingswoche, es sind Slomkas Assistenztrainer und der Videoanalyst. Danach plant man mit dem Busfahrer und dem Zeugwart. Martin Kind findet die Lösung Alexander Kind/Raoul Rossmann charmant, die könnten bestimmt prima professionell Knöpfe drücken.

Dienstag, 12 Uhr: Die Ereignisse überschlagen sich. Daniel Bie­rofka schmeißt bei 1860 München hin, Nürnberg schmeißt Damir Canadi raus, in Köln schmeißen sie Achim Beierlorzer ins Geißbockheim und ketten ihn zu seiner eigenen Sicherheit an Hennes IX. an. Jan Schlaudraff, beim Frühstück mit Jörg Schmadtke im Schweizerhof, schickt Martin Kind eine Textnachricht: „Ich habe Frei.“ Kind guckt auf die Uhr, schüttelt lächelnd den Kopf: Es ist erst November. Und frei wird kleingeschrieben. Der Schlaudraff muss noch viel lernen.

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