06. Mai 2020 / 15:33 Uhr

Aufstieg? Ohne Deisterspiele, aber mit Hörbergsvater Kind stehen die Chancen für 96 gut!

Aufstieg? Ohne Deisterspiele, aber mit Hörbergsvater Kind stehen die Chancen für 96 gut!

Der Platzwart
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Aufstieg 2021? Der Kokenhof taugt als Herberge der Hoffnung für 96. Martin Kind ist der Herbergsvater, die Älteren sagen Herberger zu ihm. Oder Hörberger.
Aufstieg 2021? Der Kokenhof taugt als "Herberge der Hoffnung" für 96. Martin Kind ist der Herbergsvater, die Älteren sagen Herberger zu ihm. Oder Hörberger. © Moritz Frankenberg/imago images/Rust
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Der Ball rollt noch nicht einmal wieder, da spricht man bei Hannover 96 vom Aufstieg. Allerdings nicht mehr in dieser Saison. Nächste also. Der Platzwart meint: Die Chancen stehen gut! Mit Hörbergersvater Kind im Kokenhof, der Herberge der Hoffnung - da kann doch gar nichts schiefgehen!

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Hannover 96, ein Verein voller Überraschungen. Schlagzeile am Montag: „Haben gute Aufstiegschance!“ Das sagt nicht der Chef von Bielefeld, sondern der von 96. Warum nicht? Platz neun, zwölf Punkte Rückstand auf die Relegation und dazu keinen Schimmer, ob die fehlenden neun Spiele jemals ausgetragen werden können – da muss man Ziele haben.

Gut, Martin Kind meint die nächste Saison. Aber auch die ist so ungewiss wie die nächste Haarfarbe von Claudio Pizarro. Gibt’s 96 nächstes Jahr noch? Gibt es die Bundesligen noch? Gibt’s Fußball noch?

Im Moment gibt’s Fußball in Deutschland noch, auch wenn Spieler wie Hobbydokumentarfilmer Salomon Kalou alles dafür tun, ihn bis auf Weiteres in die Tonne zu hauen. Mit dem Handy durch die Kabine rennen, Mitspieler abklatschen, sich über Gehaltskürzungen beschweren, in einen Corona-Test reinplatzen und das alles auch noch fröhlich posten – so hält man das gesellschaftliche Bild vom Paralleluniversum Profifußball und den kognitiven Fähigkeiten seiner Protagonisten stabil.

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Kalou kann sich jetzt weiter aufs Filmen konzentrieren. Für alle nicht Suspendierten und nicht Quarantänisierten stehen vermutlich Geisterspiele an. Spiele ohne Publikum und ohne Stimmung. Die Konkurrenz fürchtet nicht ganz zu Unrecht, dass sich Hannover 96 in der Vergangenheit einen nicht unerheblichen Wettbewerbsvorteil erarbeitet haben könnte.

Dazu Spieler wie Hendrik Weydandt, für den Deisterspiele zur jahrelangen Routine gehörten. Groß Munzel gegen die SG Bredenbeck-Holtensen oder Nettelrede gegen Eimbeckhausen – Publikum und Stimmung überschaubar, einziger Unterschied: Man musste für sein Geld deutlich mehr laufen. Wie viele seiner Kollegen ist Weydandt für Geisterspiele statt Deisterspiele.

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Damit es dazu kommt, braucht es eine „Herberge zur Hoffnung“. Martin Kind hat seinen Kokenhof als Quarantänedomizil für das Team ins Spiel gebracht. Sieben Wochen alle Mann unter einem Dach. An Spieltagen Stadiondach, sonst Kokendach. Da kommt Freude auf. Einige Spieler fragen sich, warum sie sich damals gegen die Fremdenlegion und für die Bundesliga entschieden haben.

Für viele, sehr viele ehemalige und aktive Bundesligatrainer war der Kokenhof schon immer eine „Herberge der Hoffnung“ und Martin Kind ihr Herbergsvater, die Älteren sagen Herberger zu ihm. Oder Hörberger.

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Die Zimmerbelegung hat Kind höchstpersönlich ausgearbeitet. Die Spieler belegen im sogenannten Unterhaus die Gehörgänge links und rechts auf den Zimmern 50+1 bis 96, die 95 mit der geschmacklosen blaugelben Tür bleibt frei. Die Teilzeitschweden John Guidetti und Miiko Albornoz wohnen auf eigenen Wunsch in der Bettenabteilung nebenan bei Ikea.

Kenan Kocak wohnt in der Peter-Neururer-Suite mit Röhrpostanlage, Weinbar (Korkenhof) und direktem Zugang zum Gästeparkplatz. Gerhard Zuber bekommt aus alter Gewohnheit im Kokenkeller eine fensterlose Kokenkammer inklusive eines täglichen lauwarmen Arbeitsgerichts vom Kokenbüfett. Das Nachwuchsleistungszentrum wird hinterm Kokenhof als Kükenhof im Kokengarten aufgebaut. Mannschaftsbesprechung täglich im Konferenzsaal „Marteam“ unter der Nachbildung der Deutschen Meisterschale mit der Aufschrift „Nur koken, nicht anfassen“.

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Zur Zerstreuung spielt DJ Kalou jeden Abend vor dem Schlafengehen seinen Hit „Abstand ist ein scharfes Schwert“ in Dauerschleife, als Betthupferl gibt es für die Spieler statt Playstation einen Hörgerätebausatz und einen kleinen Kreuzschlitzschraubenzieher.

Es kann losgehen. Hannover – gute Aufstiegschance!