25. September 2019 / 12:39 Uhr

Der Platzwart: Hannover 96 braucht die zweite Luft - ready for Eddy?

Der Platzwart: Hannover 96 braucht die zweite Luft - ready for Eddy?

Der Platzwart
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Konditionsprobleme bei 96? Ein Fall für Eddy Kowalczuk, sagt der Platzwart.
Konditionsprobleme bei 96? Ein Fall für "Eddy" Kowalczuk, sagt der Platzwart. © Florian Petrow
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Hannover 96 tut sich in dieser Saison schwer, ein Spiel über 90 Minuten konstant durchzuziehen. Konditionsprobleme also? Da kann nur noch einer helfen, findet der Platzwart: Fitnesstrainer-Legende Edward Kowalczuk.

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Zweiter Dreier der Saison, Sieg in Kiel, trotzdem ein fader Beigeschmack. Nur 2:1, und gegen eine Truppe, die bis vor wenigen Jahren noch gegen Goslar und Plauen kickte, ab der 60. Minute fast nur noch hinterhergelaufen. Hat Hannover ein Konditionsproblem? Reicht die Luft nur für eine Stunde? Selbst wenn man die Halbzeitpause mitzählt und die Saisonseiteneinsteiger Stendera und Aogo außen vor lässt? Der Cheftrainer wollte das nach dem Kiel-Spiel nicht ganz ausschließen. Mirko Slomka kündigte Arbeit im Ausdauerbereich an, damit „wir durchziehen können über 90 Minuten“.

Heißt: 23. September, bei Hannover 96 beginnt die Vorbereitung auf die aktuelle Saison. Selbst Tasmania Berlin hatte seine Jungs schneller in kurze Hosen gesteckt, und die kamen damals alle aus dem Urlaub oder dem Sauerland.

Das neue 96-Gesicht: bläulich, schwerlidrig, kurzatmig

Kondition bolzen im Juli und August? Kann jeder. Kurz vor dem Hinrunden-Bergfest loslegen – das wird die Konkurrenz mehr aus dem Konzept bringen als jede taktische Umstellung. Am kommenden Montag wird Nürnberg auf eine Mannschaft treffen, die imstande ist, 90 Minuten durchzuziehen. Irgendwann jedenfalls.

Hannover 96 wird künftig ein anderes Gesicht zeigen: leicht bläulich, schwerlidrig, kurzatmig – fest entschlossen also, über die volle Distanz zu gehen plus Nachspielzeit, wenn es unbedingt sein muss. Slomka zieht das durch. Noch vor der Winterpause. Knallhart.

Viele 96-Spieler leiden unter Laktatunverträglichkeit

Durchziehen? 90 Minuten? Nicht wenigen Spielern fällt bei diesen Worten ihr Konfekt aus den Händen. Das klingt ja wie Fußball aus der 2. Liga. Da freut man sich auf Trainingslager im Comfort Inn, trainingsfrei bei Sonnenschein und Taktikbesprechungen mit Marmeladenbrötchen im bestickten Morgenmantel, dazu Tagesausflüge nach München und zum Baden nach Baden – und dann das. Dauerlauf? Womöglich noch auf Zeit?

Viele 96-Kicker leiden unter Laktatunverträglichkeit, steht im Vertrag. Andere kennen nur Bundesliga, die Deckchair-Liga: 30 Minuten Gegner anlaufen, dann taktisch nur noch so verschieben, dass sich immer höchstens einer bewegt. Das Wichtigste in der Bundesliga: Der Undercut muss sitzen, damit man seinem „Fifa“-Ebenbild auch in der 93. Minute noch ähnlich sieht.

Spektakulärste Rückholaktion seit Ya Konan und Slomka?

In der 2. Liga kennt man so was nicht. Da wird Fußball noch wie früher mit Rennen und Grätschen gespielt, und die Frisur ist immer so gut, wie der Gegenspieler es zulässt. Also: Ausdauer. Körperlich. Wer übernimmt das?

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"Eddy" Kowalczuks Wochenprogramm

Es kann nur einen geben: Edward Kowalczuk, ready for Eddy? Es wäre die spektakulärste Rückholaktion seit Didier Ya Konan und Mirko Slomka. Problem: Man muss ihn erst mal finden. Die Fitnesslegende ist viel unterwegs, die Laufwege komplex: Dem morgendlichen Zirkeltraining im Stadtforst lässt Kowalczuk gern einen Ironman vom Mittellandkanal über die A 2 mit Ziel Braunschweig folgen, um dann abends mit Ehefrau Danuta den Tag beim Tauziehen im Gemüsegarten gemütlich ausklingen zu lassen.

Am Wochenende wuchtet Eddy gern Treckerreifen über den Nienstedter Pass, während seine Frau sorbische Hühnersuppe in großen Kupferkesseln kocht, mit der man Erkältungen, Adduktorenprobleme und Heimschwäche gleichzeitig behandeln kann. Jiri Stajner ist seinerzeit von Kowalczuk trainiert worden. Stajner geht optisch auf die 60 zu und spielt immer noch. Oder wie Kowal­czuk es nennt: Der Junge trudelt aus.

Allein der Name Kowalczuk lässt bei manchen Spielern die Muskeln übersäuern. Das Ziel: die Deckchair-Liga. Der Deal: Eddy bleibt bis zum Aufstieg. Prognose: Gegen Nürnberg werden die „Roten“ laufen, bis die Beine glubbern.

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