04. November 2021 / 11:40 Uhr

Der Platzwart freut sich aufs Fest nach dem Fest: Gladbach kann kommen!

Der Platzwart freut sich aufs Fest nach dem Fest: Gladbach kann kommen!

Der Platzwart
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Erinnerungen an 1992 übertünchen beim Platzwart locker den tristen Zweitliga-Alltag von 96.
Die Erinnerungen an 1992 übertünchen beim Platzwart locker den tristen Zweitliga-Alltag von 96. © IMAGO/Kicker/Liedel
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Der Platzwart weiß: Gott ist mit den Schwachen, und da ist er bei 96 im Moment genau richtig. Also hat er den Roten ein Fest nach dem Fest beschert, wenn im Januar im DFB-Pokal Gladbach nach Hannover kommt. Trotz tristem Zweitliga-Alltag: Da kommt Freude auf!

Seit Sonntagabend um 18 Uhr irgendwas wissen wir: Der Fußballgott ist ein Hannoveraner. Also der andere, nicht Carsten Linke. Warum er Hannoveraner ist, weiß der Fußballgott selbst nicht so genau. Aber Gott ist mit den Schwachen, und da ist er bei 96 im Moment genau richtig. Und so beschert er knapp zwei Monate vor dem Fest ein Fest nach dem Fest, das DFB-Pokalspiel im Januar gegen Borussia Mönchengladbach.

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Dritte Runde, kleines Finale, wie man hier bekanntlich sagt, und die Wiederauflage des richtigen Finales von 1992. Gegen Gladbach sieht Hannover 96 im Pokal traditionell gut aus, egal in welcher Liga man gerade herumdümpelt, zweite, dritte, am Ende dackeln die Fohlen wie begossene Pudel an den Niederrhein zurück.

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Frust deshalb in Gladbach und die Erkenntnis: Ab Runde drei kommen im Pokal die echt schweren Gegner. Dazu das sprichwörtliche Pokal-Pech der Gladbacher in Achtelfinals, man denke nur an das 7:1 am Bökelberg gegen Inter Mailand. Am Ende flog einem Italiener eine Dose an den Kopf, Spiel annulliert, Gladbach raus.

Rainer Bonhof erkundigt sich, ob in Hannover Bier in Dosen verkauft wird. Er ist erleichtert, als er hört, dass in Hannover immer wieder mal auch gar kein Bier im Stadion verkauft wird. Borussia-Coach Adi Hütter hat das Pokalendspiel 1992 gemeinsam Hacki Wimmer analysiert, weil der noch einen VHS-Rekorder hat, und anschließend umgehend den Trainingsplan geändert. Ab sofort werden Elfmeter trainiert, jeden Tag, bis Januar.

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Und noch was ist Hütter aufgefallen: Beim Spiel nie die Schnürsenkel vom Gegner binden lassen, schon gar nicht dort oben in Hannover. Gegen Düsseldorf hatte 96-Leihspieler Maximilian Beier, der mit der unausgeschlafenen Frisur, seinem Gegenspieler, dem Innenverteidiger Christoph Klarer, während des Spiels die Schuhe gebunden.

Super menschlich und nett, aber Hütter hat den Verdacht, dass Beier dem Klarer einfach den rechten und den linken Schuh zusammengebunden hat. Beier erzielt Minuten später zwei Tore – vom Düsseldorfer Innenverteidiger Klarer ist weit und breit nichts zu sehen. Hütter will nicht an einen Zufall glauben. Nicht glauben kann er auch, dass sie bei 96 neuerdings heimlich Dosenwerfen üben. Das wäre nicht nur grob unsportlich, es wäre auch sinnlos: Sie würden ohnehin nicht treffen.

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Der Schnee stoppt den Ball vor der Linie, Gelb-Rot binnen weniger Sekunden aufgrund des Torjubels, ein Trainer ohne Lizenz oder ein verbotenes Reißverschluss-Trikot? Das alles gab es wohl nur bei Hannover 96. Im Laufe der Jahrzehnte haben die Roten für Lacher, Kopfschütteln oder Kuriositäten gesorgt. Wir haben die besten Momente herausgesucht und zusammengestellt.  Zur Galerie
Der Schnee stoppt den Ball vor der Linie, Gelb-Rot binnen weniger Sekunden aufgrund des Torjubels, ein Trainer ohne Lizenz oder ein verbotenes Reißverschluss-Trikot? Das alles gab es wohl nur bei Hannover 96. Im Laufe der Jahrzehnte haben die Roten für Lacher, Kopfschütteln oder Kuriositäten gesorgt. Wir haben die besten Momente herausgesucht und zusammengestellt.  ©

Es sieht also gut aus für Hannover, jedenfalls in dem Wettbewerb, in dem 96 besser ist als Bayern München. In dem anderen Wettbewerb muss auch der Tabellensiebzehnte keine Angst vor Hannover 96 haben, das hat sich rumgesprochen in Sandhausen und Aue. Die 96-Passquote der zweiten Halbzeit hätte eine halbwegs begabte Mannschaft auch mit einem handelsüblichen Kürbis hinbekommen. Immerhin stand gegen Aue die 1. Es hätte noch schlimmer kommen können, wenn Rechtsverteidiger aus Aue aus acht Metern ein leeres Tor treffen könnten.

Die nächsten Aufgaben, präzise: alle nächsten Aufgaben geht Hannover 96 als Underdog an. Das ist eine gute Vorbereitung auf das Gladbach-Spiel, nur, dass dann womöglich Zuschauer im Stadion sein könnten. Das kann auch ohne Lockdown in Hannover bis dahin niemand garantieren. Gegen Aue konnte man schon alle mit Fistbump begrüßen, dass es trotzdem zu Verzögerungen beim Einlass kam, hat der Klub exklusiv. Wenn Hannover 96 so weitermacht, organisieren sie in vier Jahren in Berlin die Stimmabgabe bei Bundestagswahlen.

Gut, dass 96 nicht beim Schlussverkauf mitmacht. Wobei: Einen Black Friday muss man den Roten derzeit auch ohne Publikum zutrauen. Tag der offenen Tore, wie man hier sagt. Und dann fallen auch noch Spieler mit Motivationsnamen wie „Zieler“ und „Börner“ aus. Kurz gesagt: Gladbach kann kommen. Auch wenn das außerhalb von Hannover niemand versteht.

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