17. März 2022 / 11:38 Uhr

Hertha-Coach Magath: Der Platzwart verrät, warum das bei 96 Entsetzen ausgelöst hat

Hertha-Coach Magath: Der Platzwart verrät, warum das bei 96 Entsetzen ausgelöst hat

Der Platzwart
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Felix Magath (links) ist neuer Trainer von Hertha BSC. 96 freut's nicht, Christoph Dabrowski schon - meint zumindest der Platzwart.
Felix Magath (links) ist neuer Trainer von Hertha BSC. 96 freut's nicht, Christoph Dabrowski schon - meint zumindest der Platzwart. © IMAGO/Nordphoto/Zink
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Felix Magath soll also bei Hertha BSC die Kohlen aus dem Feuer holen und die Hauptstädter vor dem Abstieg bewahren. Bei 96 hat diese Personalie blankes Entsetzen ausgelöst. Der Platzwart erklärt, warum das so ist – und weshalb die Zeichen klar auf Auswärtssieg auf Schalke stehen.

Sonntag, blankes Entsetzen in der Geschäftsstelle von Hannover 96. Hertha BSC stellt einen neuen Trainer vor: Felix Magath. Den Felix Magath. Nebenbei hat man auch 0:3 gegen Nürnberg verloren, aber das ist Routine und jetzt Nebensache. Denn eigentlich war geplant, dass Felix Magath nach dem Spiel auf Schalke in Hannover präsentiert wird. Der übliche 96-Trainer-Move in einer Katastrophensaison: Mitte der Rückrunde, brenzlige Tabellenkonstellation, Länderspielpause, es blühen Krokus, Märzbecher und Leberblümchen, da wird am Maschsee traditionell der Coach gefeuert, einfach mal Ralf Rangnick, Daniel Stendel oder Tayfun Korkut fragen. Aber nun? Magath weg, 96-Legende Fredi Bobic mal wieder klüger und schneller, als alle dachten.

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Dass es mit Korkut und Berlin nichts mehr werden würde, ist seit einer Woche klar. Alles-Trainer Peter Neururer hatte sich öffentlich geäußert und einen drohenden Rauswurf Korkuts als „dummes Zeug“ bezeichnet. Das lässt sich Fredi Bobic nicht zweimal sagen, der Hertha-Manager bereitete die Entlassungspapiere vor. Neururer fragte außerdem: „Wer soll denn jetzt in die Köpfe der Spieler kommen?“ Ja, wer? Das alte Fußballerproblem. Wenn es mit den Beinen schlecht läuft, sind immer die Köpfe schuld.

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Wie es heißt, soll Magath Bobic versichert haben, es sei für ihn kein Problem, in die Köpfe der Spieler zu kommen. Er kenne sich dort oben aus, er sei schon in vielen Köpfen gewesen. Das stimmt. In vielen Köpfen ist Magath seit 2008, manche Köpfe transpirieren heute noch nach innen, sobald die dazugehörigen Augen einen Hügel sehen. Der Begriff Berghain wird für viele Hertha-Spieler eine ganz neue Bedeutung bekommen.

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Bei seiner Vorstellung erzählt Magath, es sei für ihn im Übrigen ein Leichtes gewesen, sich für Berlin frei zu machen, sogar seine Familie habe ihn ermuntert. Das glauben wir gern, die hatte seit zehn Jahren so gut wie keine Verschnaufpause. Den Hertha-Spielern muss man natürlich erst mal erklären, wer oder was Felix Magath ist: Europameister, Doublesieger, Europapokalsieger mit dem HSV.

Die meisten Hertha-Kicker erfahren erst am Montag aus dem Internet, dass der HSV eine Zeit lang 1. Bundesliga gespielt hat. Angeblich ist Magath als Trainer sogar deutscher Meister mit Wolfsburg geworden. Alle gucken aufs Handy, einer sagt: „Respekt!“ Der letzte Verein, den Magath trainiert haben soll, heißt Flyeralarm. Alle schauen sich an, nicken. Noch mehr Respekt. Tayfun Korkut? Hannover 96. Langweilig.

Damit Christoph Dabrowski nicht doch noch wie Korkut auf einen Abstiegsplatz rutscht, wäre ein Sieg vor der Länderspielpause hilfreich. Gegner ist der ehemalige Bundesligaverein Schalke 04, der sich mit Felix Magath, Peter Neururer und Trainerwechseln im Allgemeinen auskennt und im Gegensatz zu Hannover 96 mit zwei Dritteln der neun einstelligen Tabellenplätze am Ende der Saison nicht zufrieden wäre.

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Hannover könnte dem Stand der Dinge nach mit sechs der neun zweistelligen Tabellenplätze sehr gut leben. Schalke war vor 64 Jahren Meister, ist gegenüber Hannover (68) zwar leichter Favorit, aber es ist eines der bei den 96-Spielern überaus beliebten Auswärtsspiele. Auswärts heißt: Es gibt einen Rasen. Bei Heimspielen haben Krokus und Leberblümchen bessere Aussichten als jede Ballannahme, jedenfalls für die Filigrantechniker der Roten, denen bei optimalen Bedingungen nie ein Ball verspringen würde.

Die Chancen stehen also klar auf Sieg. Trotzdem sollte Dabrowski seine Spieler motivieren. Vielleicht übernimmt er eine Methode von Felix Magath. Der soll als Trainer von Fulham seine Mannschaft mal minutenlang einfach nur angestarrt haben. Sie ist dann abgestiegen. Vielleicht versucht Dabrowski es doch mit Reden.