01. September 2021 / 18:34 Uhr

Nägel mit Fischköpfen: Der Platzwart erklärt den 96-Werder-Ducksch-Deal

Nägel mit Fischköpfen: Der Platzwart erklärt den 96-Werder-Ducksch-Deal

Der Platzwart
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Wenn der Baumann zweimal klingelt...
Wenn der Baumann zweimal klingelt... © IMAGO/Nordphoto
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Da hat Werder Bremen doch noch unerwartet Nägel mit Fischköpfen gemacht, Marvin Ducksch geholt und den Platzwart damit völlig überrumpelt. Der erklärt den Deal und deckt dabei auf, wie Frank Baumann die Kohle für den 96-Stürmer aufgetan hat...

Rückblende: Der Platzwart schreibt am Dienstag wie jede Woche während der Spielzeit eine Kolumne. Sie soll am Mittwoch erscheinen, wie jeden Mittwoch seit 20 Jahren. Grober Inhalt: Werder Bremen ist am Ende. Der Tabelle, der Nerven und der Geduld, finanziell sowieso. Bremen ist so am Ende, dass noch nicht einmal 96-Spieler an die Weser wechseln wollen. Der Blödmann der Geschichte: Werder-Sportchef Frank Baumann, der nicht nur bei Ducksch und Maina sauber abblitzt, sondern sich selbst bei ortsflexiblen Spielern wie Marko Marin und Sidney Sam ohne Erfolg abmühen würde – beide vereinslos.

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Währenddessen in Frosinone, Italien: Luka Krajnc packt seine Koffer. Hannover 96 ist ein Verein mit Tradition, der sich sehr um ihn bemüht hat (Eiskonfekt, Zoo-Dauerkarte, Dreijahresvertrag). Er weiß, dass er mit Hannover 96 große Ziele erreichen kann und hat sich bewusst für den Klub entschieden.

Mehr über Hannover 96

Bremen: Anruf aus Hannover, anonym. In der Redaktion gibt es einen Maulwurf, grüne Raute im Herzen. Ein Anruf übers Kryptohandy, 0421 43459undsoweiter: „Moin, Frank, sie wollen Dich desavouieren.“ Baumann ist verblüfft. Desavouieren? Komisch, er fühlt sich völlig gesund. Eine Mail ploppt rein, der Platzwart-Text, abfotografiert mit einer Krawattenkamera in der alten roten Krawatte von Willi Lemke. Frank Baumann beginnt zu verstehen.

Währenddessen in Genf: Gaël Ondoua packt seine Koffer. Hannover 96 ist ein Verein mit Tradition, der sich sehr um ihn bemüht hat (Eiskonfekt, Büchergutschein, Zweijahresvertrag). Er weiß, dass er mit Hannover 96 große Ziele erreichen kann und hat sich bewusst für den Klub entschieden.

Während sich in Hannover der Platzwart bettfertig macht, machen sie in Bremen Nägel mit Fischköpfen. Baumann verkauft die Stadt Bremen mitsamt Fußballverein und Bärbel Schäfer für 3,5 Millionen Euro an China. China braucht noch einen Rasthof mit Toiletten an der neuen Seidenstraße nach Duisburg – Deal. Baumann ruft Marcus Mann an. Mann telefoniert. Mit England.

Währenddessen in England: Tom Trybull packt telefonierend seinen Koffer. Hannover 96 ist ein Verein mit Tradition, der sich gerade sehr um ihn bemüht (Eiskonfekt, Angelschein, Einjahresvertrag). Er weiß, dass er mit Hannover 96 große Ziele erreichen kann und hat sich bewusst für den Klub entschieden.


Mehr vom Platzwart

Frank Baumann ruft zum zweiten Mal 96-Sportdirektor Marcus Mann an. „Baumann. Mann. BAUmann. MANN!“ Egal, so oder ähnlich wird es wohl abgelaufen sein. Dieses Mal bietet Baumann echtes Geld. Martin Kind geht mit einem Rechen in seinen Geldspeicher, um Platz zu schaffen. Zehn Minuten später sitzt Marvin Ducksch mit einem Brustbeutel um den Hals und Sporttasche in einem RE mit Ziel Brejing Hbf.

Währenddessen in Südkorea: Lukas Hinterseer packt seinen Rucksack. Hannover 96 ist ein Verein mit Tradition, der sich sehr um ihn bemüht hat (Eiskonfekt, Hansi-Hinterseer-Karten, Zweijahresvertrag). Er weiß, dass er mit Hannover 96 große Ziele erreichen kann und hat sich bewusst für den Klub entschieden.

Sonntag: Marvin Ducksch schießt für Bremen zwei Tore.

Der neue Blödmann der Geschichte: der Platzwart.