24. Juni 2020 / 14:03 Uhr

Lieber Siebter als Sechster? Zweifelsohne besser als der Hamburger Weg...

Lieber Siebter als Sechster? Zweifelsohne besser als der Hamburger Weg...

Der Platzwart
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der Platzwart fragt sich: Wohin führt Dieter Hecking der berühmt-berüchtigte Hamburger Weg?
Der Platzwart fragt sich: Wohin führt Dieter Hecking der berühmt-berüchtigte Hamburger Weg? © imago images
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Sowohl der Hamburger SV als auch Hannover 96 haben am vergangenen Wochenende mit 1:2 verloren. Doch die einen haben ohnehin lieber Planungssicherheit, als womöglich im Aufstiegskampf ins Schlingern zu geraten. Wer ist wer? Der Platzwart jedenfalls warnt vor dem Hamburger Weg.

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Es ist nicht schlimm, Siebter der 2. Bundesliga zu sein. Wenn man aus dem vorcoronaren Tabellenkeller kommt und in der wichtigen Nach-Corona-Tabelle eine Top-Truppe ist. Wie Hannover 96, die Mannschaft, die ohne Publikum besser spielt als mit und gerade versucht, daraus Schlüsse für die Zukunft zu ziehen.

Ist Sechster wirklich besser als Siebter?

Siebter der 2. Liga zu sein, bedeutet Planungssicherheit, und die war Martin Kind immer schon viel wichtiger als Aufstiege, teure Feiern und dieser ganze Titelkram. Wenn man Siebter ist und mit Auf- und Abstieg nichts mehr zu tun hat, kann man auf der Rückfahrt von Aue die Aussicht auf die Zwickauer Mulde genießen und sich auf ein Heimspiel gegen den VfL Bochum freuen, das nicht bei 17 Grad minus ausgetragen wird. Passiert ja auch nicht immer.

Freiburgs Trainer Christian Streich hat vorige Woche erklärt, warum es im Fußball immer weiter geht, selbst wenn es um nichts mehr geht: „Natürlich wollen wir Sechster werden. Sechster ist besser als Siebter.“ Klingt logisch. Ist es aber nicht. Im Gegenteil. Zumindest in der zweiten Liga, wo es ab Platz drei sowieso nichts Gescheites mehr zu holen gibt.

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Da ist dann Platz sieben vor dem letzten Spieltag echt besser als – zum Beispiel – Platz vier. Das klingt komisch, aber wenn man der blaue HSV ist, also der ehemals ewige Bundesligist, klingt im Moment alles komisch. Wobei man komisch nicht mit lustig verwechseln darf, Dieter Hecking kann ein Lied davon singen.

Erst kein Glück, und dann kommt auch noch Pfech dazu

Aber wenn man gegen Heidenheim erst den Sieg, dann das Unentschieden und den 3. Tabellenplatz in der 95. Minute verdaddelt und sich nicht mal wirklich drüber wundert, weil das neben Niederlagen im Stadtderby eine der wenigen Saisonkonstanten ist – dann ist man voll auf dem „Hamburger Weg“.

Sportlich beginnt der „Hamburger Weg“ ab der 90. Spielminute. Vorher läuft zumindest gegen Heidenheim alles nach Aufstiegs-Plan, der Kicker schreibt über die Frühphase des Spiels: „HSV legt stark los – und hat früh Pfostenpfech“. Ja, erst kein Glück, und dann kommt auch noch Pfech dazu.

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Zwei wie Pfech und Schwafel kennt man auch aus Hannover: Ilja Kaenzig und Peter Neururer – nicht die beste Zeit von 96. In Heidenheim endete der Sonntag für den HSV damit, dass Heidenheim-Coach und Kocak-Kumpel Frank Schmidt nach Abpfiff vor Freude so viele Corona-Regeln verletzt wie Hamburg während seiner 13 Jahre Amtszeit Trainer verschlissen hat. Es sind mehr als 13.

Jetzt könnte es passieren, dass auch Dieter Hecking den „Hamburger Weg“ gehen muss. Den Weg, den schon sein Vorgänger Hannes Wolf gehen musste. Hannes Wolf ist mit dem HSV auch mal Vierter geworden. Pfech. Heute trainiert Wolf den KRC Genk. Genk ist eine feuchte Senke in Flandern mit weniger Sonnenstunden als Altona.

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Noch schlimmer erwischte es den Ex-Trainer des HSV, Bruno Labbadia: Hertha BSC. Alle Hamburger weg auf dem „Hamburger Weg“. Denn in Hamburg sagt man Tschühüß – die CD gibt’s für jeden Trainer bei der Vertragsunterzeichnung gratis dazu.

Alternative: Hannover 96 II

Ausblick: Sollte es am letzten Spieltag in der 93. Minute noch irgendwie gut aussehen für die Hamburger – keine Sorgen, irgendwann schlagen die garantiert den „Hamburger Weg“ ein. Die spielen so lange, bis sie verloren haben. Martin Harnik überlegt jetzt schon, zu welchem Nordverein er noch wechseln kann, ohne als Zweitligist seine Karriere beenden zu müssen.

Jörg Schmadtke hat vorsorglich alle Dienstanrufe aus Hamburg und Bad Nenndorf blockiert. Braunschweig und Rostock wären eine Lösung, aber auch riskant, die können als Drittligisten noch aufsteigen – und sie können 95. Minute. Alternative: Hannover 96 II. Das wäre in jeder Hinsicht eine sichere Bank.