10. April 2019 / 08:16 Uhr

Der Platzwart: Vor dem #ROXIT gilt bei 96 - alles auf Hannover!

Der Platzwart: Vor dem #ROXIT gilt bei 96 - alles auf Hannover!

Der Platzwart
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Das neue Hannover-Modell? Eckballcoach Nebojsa Krupnikovic (von links), Jiri Stajner als Verantwortlicher für die Freizeitgestaltung und Mikro Slomka als Experte für die Öffentlichkeitsarbeit. Der Platzwart hält es für denkbar!
Das neue Hannover-Modell? Eckballcoach Nebojsa Krupnikovic (von links), Jiri Stajner als Verantwortlicher für die Freizeitgestaltung und Mikro Slomka als Experte für die Öffentlichkeitsarbeit. Der Platzwart hält es für denkbar! © AP/dpa
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Der Gang in die Zweitklassigkeit, der #ROXIT, ist kaum mehr abzuwenden, aber immerhin: 96-Profichef Martin Kind weiß ganz genau, was jetzt zu tun. Das Hannover-Modell muss her! Alte Recken der Roten übernehmen die wichtigen und weniger wichtigen Ämter, sogar für den Platzwart selbst bliebe noch ein Pöstchen... 

Es ist eine kleine Sensation: Hendrik Weydandt hat Anfang April mehr Tore auf seinem Konto als Franck Ribery. Ribery hat die Champions League gewonnen, war achtmal Deutscher Meister, holte Gold im Steakhaus und ist noch nie rechtskräftig verurteilt worden – vielleicht sein größter Erfolg. Hendrik Weydandt hat vor weniger als zwei Jahren die verschossenen Bälle noch eigenhändig aus dem Unterholz geholt. Insofern hat Hannover 96 alles richtig gemacht. Weydandt entamateurisiert statt Ribery zu kaufen.

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Nicht mehr als ein flüchtiger Eindruck vom Bundesliga-Fußball

Das war’s dann aber auch schon mit dem Richtigmachen. Unter den verbleibenden sechs Rückrundengegnern müssten schon Pest und Cholera gleichzeitig ausbrechen, damit Hannover 96 in dieser Saison noch irgendwas anderes gewinnt als einen flüchtigen Eindruck von Bundesliga-Fußball.

In Bildern: Die Auf- und Abstiege von Hannover 96

Der Gang in die 2. Liga scheint für Hannover 96 in dieser Saison unvermeidbar. Es wäre der siebte Abstieg der Vereinsgeschichte. Oft ging es aber schnell wieder hoch. Das sind die Auf- und Abstiege der Roten seit Gründung der Bundesliga. Zur Galerie
Der Gang in die 2. Liga scheint für Hannover 96 in dieser Saison unvermeidbar. Es wäre der siebte Abstieg der Vereinsgeschichte. Oft ging es aber schnell wieder hoch. Das sind die Auf- und Abstiege der Roten seit Gründung der Bundesliga. ©

Dafür entwickelt Hannover 96 eine bemerkenswerte Routine beim Gang in die Zweitklassigkeit, selbst Nürnberg oder Bochum könnten da noch lernen. Der Modus: Scheiß-Hinserie, kaum Punkte, schlechte Laune. Zur Rückserie neuer Trainer namens Thomas, mit dem ein Polster auf die Nichtabstiegsplätze erarbeitet wird, noch schlechtere Laune. Nach den Ausreden geht das Haargel aus, die zweite Liga ist Mitte April zum Greifen nah, als Belohnung bekommt der Trainer zum Geburtstag eine Managerentlassung geschenkt. Mal was ganz anderes.

Keine Ohrschlusspanik bei Martin Kind

Letzte Phase der Roten vor dem #Roxit: Alles auf Hannover! Vorbei die Zeiten, als Commander Kind bei Abstieg noch Ohrschlusspanik bekam und einen Rechtsaußen wie Marius Wolf erst in die 2. Mannschaft und dann zum Loser-Verein Eintracht Frankfurt ziehen ließ, wo Wolf den Loser-DFB-Pokal gewann, um anschließend für viele, viele goldene Taler nach Dortmund zu wechseln. Aber was ist schon Geld für einen wie Martin Kind?

Mehr über Hannover 96

Dafür weiß Kind heute, was zu tun ist. Er installiert das Hannover-Modell! Mit 96-Akteuren, deren Poster sich Teenager noch übers Bett hängen konnten, ohne in der Clique sofort isoliert zu werden. Es kursieren Namen wie Cherundolo und Lala. Altin Lala ist Albanorddeutscher und seit Jahren in der IG Mental, ein idealer Kandidat für den Motivationsbereich. Axel Haverich müsste zwar zusammenflicken, was nach der Trainingseinheit übrig bleibt, aber man will ja aufsteigen, da sollte man nicht zimperlich sein.

Der Platzwart künftig Printbeauftragter bei 96?

Als Eckencoach kommt Nebojsa Krupnikovic ins Spiel, seine unnachahmlichen Hereingaben würden in den Abwehrzentren von Sandhausen bis Heidenheim aus unterschiedlichen Gründen Verwirrung stiften. Uffe Bech ist dafür. Für die Freizeitgestaltung stünden Jan Simak und Jiri Stajner bereit, die Öffentlichkeitsarbeit sollen sich Mikro Slomka (TV), der Platzwart (Print) und der begnadigte Dieter Schatzschneider (Rest) teilen. Auch der Name Dieter Hecking fällt. Man weiß nur nicht, für welche Position. Es könnte auch die hängende Spitze sein.


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Tarnung ist alles! 96-Fans mit Scream-Maske auf den Rängen. Hannoverliebt, wie das Oberteil offenbart.  Zur Galerie
Tarnung ist alles! 96-Fans mit Scream-Maske auf den Rängen. "Hannoverliebt", wie das Oberteil offenbart.  ©

Jan Schlaudraff ist schon da, als Managerlehrling. Beim Spielerkaufen hat Martin Kind Unterstützung und Expertise zugesagt. Ewald Lienen wurde von Kind einst gefragt, ob er auch mal Fußball gespielt habe. Lange her, so eine entlarvende Frage muss bei 96 heute keiner mehr befürchten. Außer Bobby Wood vielleicht.

Hoeneß kann seine Steaks behalten

Das Hannover-Modell wird sogar auf Nebenstellen ausgeweitet. In Bremen hat Martin Kind neben den Gebrüdern Eggestein auch Martin Harnik installiert, Niclas Füllkrug soll kommen. Weydandt soll bleiben. Es scheint derzeit eine der hoffnungsvollsten Varianten, um den früheren Kreisligaspieler eine postertaugliche neue Mannschaft aufzubauen. Falls Bayern ihn gegen Ribery tauschen möchte – so viel Steaks kann Uli Hoeneß gar nicht drauflegen.