29. Oktober 2020 / 10:28 Uhr

Der Platzwart: Uwe Rösler irritiert sie alle, Simon Terodde vor allem unseren Schatto

Der Platzwart: Uwe Rösler irritiert sie alle, Simon Terodde vor allem unseren Schatto

Der Platzwart
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Dieter Schatzschneider schaut genau hin, was Uwe Rösler sagt und Simon Terodde macht - ganz bestimmt.
Dieter Schatzschneider schaut genau hin, was Uwe Rösler sagt und Simon Terodde macht - ganz bestimmt. © Florian Petrow/imago images
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"Der Machtplan ist komplett aufgegangen." Uwe Rösler sprach's - und irritierte sie alle, allen voran Kenan Kocak, hatte der doch gerade mit 96 gegen Röslers Düsseldorfer gewonnen. Der Platzwart weiß natürlich genau, wie das gemeint war. Und er weiß auch, dass Schatto völlig zu Recht Angst vor Simon Terodde hat.

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Für die Fortuna aus Düsseldorf brechen harte Zeiten an. Gegen 96 schießt 95 nur einmal aufs Tor, und das war noch nicht mal das gegnerische. 0:3 völlig verdient verloren, chancenlos, mutlos, hoffnungslos. Aber dann kommt nach dem Schlusspfiff doch noch ein Düsseldorfer vehement aus der Deckung. Düsseldorfs Cheftrainer Uwe Rösler sah in der Pressekonferenz seine Mannschaft auf „Augenhöhe“ mit 96 und sagte dann: „Der Matchplan ist komplett aufgegangen“. Der saß.

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Da guckte der Kocak, weil genau das wollte der eigentlich auch sagen. Da spielst du den Gegner an die Wand, und dann erfährst du hinterher: Das war so geplant. Von denen. Die wollten das so. Das irritiert nachhaltig.

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Wir sind in Hannover einiges gewohnt, zum Beispiel den kontrollierten Wechsel in unterklassige Ligen, einen Präsidenten, der als Visionär Dinge sieht, die sonst keiner sieht, aber selbst ein Peter Neururer hätte uns ein 0:3 nach einer Trostlosvorstellung nie als „Matchplan“, sondern lediglich als Verkettung unglücklicher sportlicher Umstände verkauft. Deshalb die Frage: Hey, 95er Fortuna – was ist das denn für ein Matchplan???

Wie muss man sich das vorstellen? Abschlusstraining in Düsseldorf, das Ziel von Mannschaft und Trainer: Gemeinsam nach Hannover fahren und sich vor der dort üblichen Rekordkulisse die Hütte vollhauen zu lassen. Für das gemeinsame Mittagessen vor dem Spiel bestellt Rösler einen Rinderbraten mit Klößen und Kraut, doppelte Portion für alle. Sicher ist sicher.

Brandon Borrello wird schließlich dazu ausersehen, gegen Ende dem eigenen Keeper Kastenmeier per Rückpass dermaßen einen einzuschenken, dass die Fortuna garantiert in jedem Saisonrückblick vorkommt. Und, ganz wichtig: Auf gar keinen Fall einen Auswärtssieg riskieren, weil dann die schöne achtmonatige Auswärts-Sieglosserie bei Ligaspielen im Dutt wäre. Wenn der Plan für diese Zweitliga-Saison bei F95 „Alt entfernen“ sein sollte – läuft! Gegner im nächsten Rheinderby: Viktoria Köln. Gestern hat Düsseldorf erstmal einen neuen Torhüter verpflichtet.

Dieter Schatzschneider hat ganz andere Sorgen. Der Rekordtorschütze der 2. Liga muss um seinen Titel bangen. Bislang dachte man, seine Bestmarke sei für die Ewigkeit. So wie Gerd Müllers 40 Tore in einer Saison, die jetzt von einem gewissen Lewandowski pulverisiert werden. Bei Schatzschneider hieß der härteste Verfolger bis zuletzt Karl-Heinz Mödrath aus dem Frechener Stadtteil Habbelrath.

Schatzschneider hat 154 Zweitliga-Tore auf seinem Konto, Mödrath 150. Lange war nicht auszuschließen, dass Mödrath sich auf seine alten Tage einem Zweitligaverein anschließt, um die fehlenden vier Tore draufzulegen. Der Mann ist 66 und kennt den Trimm-Dich-Pfad von Habbelrath wie kein Zweiter.

Für den Sturm von Fortuna Düsseldorf wäre Mödrath nach den Eindrücken vom Wochenende eine echte Bereicherung. Allerdings würde er dort keine Tore schießen, wegen „Matchplan“ und so.

Eine Galerie zum Schmunzeln und für Nostalgiker: Das sind die größten Kuriositäten aus der Geschichte von Hannover 96!

Der Schnee stoppt den Ball vor der Linie, Gelb-Rot binnen weniger Sekunden aufgrund des Torjubels, ein Trainer ohne Lizenz oder ein verbotenes Reißverschluss-Trikot? Das alles gab es wohl nur bei Hannover 96. Im Laufe der Jahrzehnte haben die Roten für Lacher, Kopfschütteln oder Kuriositäten gesorgt. Wir haben die besten Momente herausgesucht und zusammengestellt.  Zur Galerie
Der Schnee stoppt den Ball vor der Linie, Gelb-Rot binnen weniger Sekunden aufgrund des Torjubels, ein Trainer ohne Lizenz oder ein verbotenes Reißverschluss-Trikot? Das alles gab es wohl nur bei Hannover 96. Im Laufe der Jahrzehnte haben die Roten für Lacher, Kopfschütteln oder Kuriositäten gesorgt. Wir haben die besten Momente herausgesucht und zusammengestellt.  ©

Der ärgste, einzige und wahrscheinlich letzte ernsthafte Konkurrent von Schatzschneider für alle Zeiten ist deshalb Simon Terodde. Aktueller Stand: 124 Tore. Nur noch 30 bis zu Schatzschneiders legendärem Rekord. Und Terodde trifft. Und trifft. Und trifft. Am liebsten in der 2. Liga.

Terodde hat es auch mal in der 1. Bundesliga versucht und festgestellt, dass diese Operettenliga ihn nicht verdient hat. Das verbindet ihn mit Dieter Schatzschneider. Was Terodde für Schatto so gefährlich macht: Der Stürmer ist im August zum Hamburger SV gewechselt. Zum Zweitliga-Dino. Terodde wird noch sehr viele Spiele in der 2. Fußballbundesliga machen.