21. Februar 2018 / 20:05 Uhr

Der Platzwart: Horst Heldt und das Codewort "Mama"

Der Platzwart: Horst Heldt und das Codewort "Mama"

Der Platzwart
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Für 96-Manager Horst Heldt ist der 1. FC Köln eine Herzensangelegenheit.
Zum Glück für 96: Das Codewort "Mama" wurde rechtzeitig dechiffriert. © imago/Team2/Sportbuzzer
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Hannover 96 holte am Samstag einen Punkt beim 1. FC Köln. Viel wichtiger als der Punktgewinn war jedoch der Einsatz der Taskforce "Horstbackhome", welche Horst Heldt mit römischen Methoden aus dem Rheinland wieder mit an die Leine brachte. Der Platzwart klärt auf.

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Mitte Februar 2018: Großalarm bei Hannover 96. Der 23. Spieltag steht an, eine Auswärtspartie – oder wie man in Hannover sagt: 1:1. Der Gegner: Köln. Normalerweise kein Problem. Köln ist Tabellenallerletzter und zusätzlich durch Armin Veh geschwächt. Außerdem erwischt 96 die Jeckentruppe zu einem günstigen Zeitpunkt am Karnevalausgang. Die Vorbereitung der Kölner: abschminken, ausnüchtern und Schunkeln im Tabellendunkeln. Salif Sané beschließt, sich zu verkleiden. Entweder als Videoschiedsrichter. Oder als Hannobal Lecter. Sané packt beide Verkleidungen ein. Augenmaske und Gesichtsmaske.

Die größte Herausforderung für 96: nicht nur mit Horst Heldt hin-, sondern auch zurückfahren. Gar nicht so einfach. Im November wäre Heldt mit dem Fahrrad von Hannover nach Köln gefahren, wenn Martin Kind ihm nicht rechtzeitig die Luftpumpe weggenommen hätte.

Taskforce "Horstbackhome" und das Codewort "Mama"

Vor dem Köln-Spiel bildet sich die Taskforce „Horstbackhome“, ihr Auftrag: Absatzbewegungen von Horst Heldt in Ansatz unterbinden, ständige Begleitung organisieren, kein Kontakt zwischen Kölnern und der Zielperson. Ein V-Mann wird als Linienrichter eingeschleust. Die Kugel an Heldts Bein bei Köln-Fahrten ist seit November vertraglich vereinbart, im Rheinland fällt das dieser Tage nicht weiter auf. Der Effzeh könnte einen wie Heldt brauchen, er weiß, wie Aufstieg und Montagsspiele gehen.

Vor der Abfahrt sagt Horst Heldt, er freue sich darauf, Mama wiederzusehen. Mama? Die 96-Dechiffrierabteilung schmeißt das Rechenzentrum an, eine Ansammlung von 386er-Computern, die bei Stromausfall auch mit leichtem Heizöl betrieben werden könnten. Der zuständige Algorithmus identifiziert das Codewort „Mama“ zweifelsfrei als „Marcel“ und „Matthias“ – zwei Kölner Spieler, Risse und Lehmann. Bingo! Beschluss des Krisenstabs: Beide werden während des Spiels in Manndeckung genommen und nicht aus den Augen gelassen. Risse soll zudem mit einer nur auf ihn gerichteten Kamera verfolgt werden, eine Maßnahme, die sich in der Nachspielzeit auszahlen sollte.

Beim Aussteigen versammelt sich das gesamte Betreuerteam um Heldt, er wird mit der „Schildkröte“ abgeschirmt, mit der römische Legionen vor 2000 Jahren halb Germanien erobert haben. Doch der alerte Manager kann konstruktionsbedingt kleinste Lücken für sich nutzen, um sich aus dem Staub zu machen, und mit der Kugel am Fuß war er früher schon schnell.

Matthias Lehmann, Ersatzspieler, wundert sich über die beiden 96er rechts und links von ihm. Sanitäre Anlagen werden mit Prüfspiegeln gecheckt, Dumpfplauderer Toni Schumacher, der sich unter einem Fingerfön die Locken formt, wird des Raumes verwiesen.

Ergebnis wie immer

Noch während des Spiels gibt die 96-Dechiffrierabteilung Entwarnung: Mama bedeutet in Köln einfach nur Mama. Die doppelte Manndeckung von Kontaktperson Lehmann wird aufgehoben. Um unerkannt zu bleiben, winkt der V-Mann an der Linie zweimal mit der Fahne (falsch) und einmal nicht (auch falsch). Ergebnis: 1:1, wie immer.

Alle in Köln freuen sich, bis auf die Kölner. Hannobal Lecter schenkt Simon Terodde seine Maske, Rosemarie Heldt steckt ihrem Sohn unbemerkt einen Dietrich für die Kugel zu. Die Taskforce bringt Horst back home. Köln? Übernächstes Jahr wieder.

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