09. Dezember 2020 / 13:43 Uhr

„Two and a Half Messi“ zum Preis von einem Two-and-a-Half-Day-Messi-Gehalt, *zwinker-zwinker*

„Two and a Half Messi“ zum Preis von einem Two-and-a-Half-Day-Messi-Gehalt, *zwinker-zwinker*

Der Platzwart
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Außerdem sei Patrick Twumasi austrainiert – *zwinker-zwinker* – und abschlussstark, sagt die 96-Scoutingabteilung.
Außerdem sei Patrick Twumasi austrainiert – *zwinker-zwinker* – und abschlussstark, sagt die 96-Scoutingabteilung. © imago images/foto2press
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Die ganze Wahrheit über die Roten und Patrick Twumasi? Die kennt nur einer. Der Platzwart erklärt Woche für Woche die neuesten Schmonzetten und den gesamten Wahnsinn rund um Hannover 96. 

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Als Anfang September Patrick Twumasi bei Hannover 96 unterschrieben hatte, twitterte das Social-Team der 96er: „Wir haben nicht einen Messi, sondern…“ – Smileys *zwinker-zwinker*. Sollte wohl heißen: Wir haben Twumasi, also „Two Messi“, einige Fans wollten den „True Messi“ erkannt haben, bei 96 hofften sie insgeheim wohl sogar auf „Two and a Half Messi“ zum Preis von einem Two-and-a-Half-Day-Messi-Gehalt.

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Die 96-Scoutingabteilung pries den Rekordtransfer unter anderem als Champions-League-erfahren, Twumasi hat beim FC Astana, dem FC Bayern Kasachstans, zwei CL-Spiele absolviert. Außerdem sei er austrainiert – *zwinker-zwinker* - und abschlussstark.

User-Noten: So habt ihr die Profis von Hannover 96 gegen den Hamburger SV bewertet

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Michael Esser - Note 1,2. ©

96 hat gar keine Scoutingabteilung

Nach einem Vierteljahr stellt sich heraus: Sein stärkster Abschluss? Vertragsabschluss! Und: ja, er hatte austrainiert, vor längerer Zeit schon. Und: Hannover 96 hat gar keine Scoutingabteilung. Warum auch? Kostet nur Zeit und Geld, beides Mangelware in Hannover, wo man Manager lieber mit hochdotierten Rentenverträgen ausstattet.

Patrick Twumasi hat nach drei Monaten noch sehr wenig Bindung zur Mannschaft. Er hat in Deutschland bislang mehr Zeit im Kreißsaal als am Anstoßkreis verbracht. Zum Glück. So kann er natürlich nicht wissen, dass man Ecken in Hannover traditionell maximal in Kniehöhe Richtung Strafraum schlägt, um damit den gegnerischen Konter und das Gegentor einzuleiten.

Wettanbieter fällt Besteck aufs goldene Steak

Und so nimmt das Elend im Volksparkstadion seinen Lauf: 13. Minute im Krisenkick gegen den Hamburger SV, Ecke für die „Roten“, Twumasi schnappt sich die Kugel, hat von nichts eine Ahnung und hebt den Ball von rechts hoch rein, Schon ist es passiert: Bijol verlängert, Weydandt trifft, Ducksch macht sich Notizen. Tor nach Standard, auswärts, für Hannover 96. Einigen Wettanbietern fällt das Besteck aufs goldene Steak.

Zehn Minuten später: Auftritt Sonny Kittel, den die 96-Spielerbeschaffungsabteilung ja auch mal haben wollte. Seit dem HSV-Spiel kann man sagen: Beim Gegner ist er für uns viel wertvoller. Jedenfalls im Prinzip.

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36 Prozent Ballbesitz reichen 96

Ab der 25. Minute spielt 96 in Überzahl, eine Situation, mit der die Mannschaft noch schwerer klarkommt als mit hohen Ecken. Maßnahme: Rückzug in die eigene Hälfte, Fehlpässe und lange Bälle auf Sven Ulreich, in der Hoffnung, Ulreich möge seine Form der Vorwoche bestätigen – *zwinker-zwinker*.

In der Zwischenzeit spielt sein Gegenüber Michael Esser allein gegen Simon Terodde. Am Ende hat Hannover in Hamburg mit einem Mann mehr auf dem Platz 36 Prozent Ballbesitz, zieht man Ballrausdreschen und Fehlpässe ab, bleiben 16 Prozent, von denen 13 auf das Konto von Esser gehen. Sein Kommentar nach dem Spiel: „Heute war das von mir wohl auch ganz okay.“ Kann man so sagen.

96 bekommt mehr Kohle als 22 Teams

1:0 gewonnen, super Sache, und dann haben sie bei der DFL am Montag auch noch die Medieneinnahmen neu verteilt. 96 bekommt ein bisschen mehr Kohle, im Kohlenhof lobt man das „ausgewogene und zukunftsorientierte Konzept“.

Die Auszahlung erfolgt nach einem komplizierten Modell, ein Faktor ist das gesellschaftliche „Gesamtinteresse an den Fußballvereinen“. Ganz vorne im Ranking der 36 Profi-Teams: der FC Bayern, das FC Astana Deutschlands. Im gesicherten Mittelfeld, auf Platz 14, Hannover 96. Vor Wolfsburg, Hoffenheim, Freiburg, Düsseldorf, Nürnberg, Bielefeld, Union Berlin, Augsburg und Mainz.

Ach ja, zwischen Augsburg und Mainz, also weit hinter 96, steht das Team, das gegen 96 kürzlich in einem Derby so richtig die Hütte … – *zwinker-zwinker*.