19. Februar 2020 / 11:09 Uhr

Der Platzwart: Traumkombination Horn-Ochs - oder das tierische 96-Einmaleins

Der Platzwart: Traumkombination Horn-Ochs - oder das tierische 96-Einmaleins

Der Platzwart
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Tierisch gut? Ein Blick auf die 96-Fauna lohnt sich.
Tierisch gut? Ein Blick auf die 96-Fauna lohnt sich. © Florian Petrow
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Geht's dem Hund gut, läuft's auf dem Platz: so offenbar zumindest die Faustregel bei 96-Stürmer Cedric Teuchert. Tierisch gut lief es auch mit dem Horn-Ochs-Flügel gegen den HSV. Der Platzwart schaut sich das 96-Animaleins genauer an.

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Volles Stadion, tolle Stimmung, große Namen, ein dämliches Gegentor in der letzten Minute – das Bundesligagefühl ist zurück bei Hannover 96. Ein Gefühl, das besagt: Diese Mannschaft ist für alles Mögliche gemacht – nur nicht für Fußball in entscheidenden Momenten. Da gibt‘s für Gegner in Hannover nur eines: Ecke – Tor. Die Hamburger haben in der Gästekabine einen Merkzettel für die Nachspielzeit gefunden, den die Wehener vor zwei Wochen vergessen hatten: „Willst du einen Punkt ergattern, lass Ecken in den Strafraum flattern.“ Fußball kann so einfach sein. Wenn man gegen 96 spielt.

Ausnahmen: Cedric Teuchert und Linton Maina. Linton läuft, Teuchert trifft. Sie machen das seit drei Spielen so. Ganz selbstverständlich. Klappt immer. Da fragt man sich: Warum nur einmal pro Spiel? Steht so im Vertrag? Warum nicht zweimal? Oder dreimal? Oder fünfmal? Dann kann der Zieler hinten fliegen, wohin er will, und 96 gewinnt trotzdem. Aber solche Überlegungen sind natürlich hypothekisch, wie man in hannoverschen Stammtischkreisen sagt.

Gut gelaunter Hund der Schlüssel zum Erfolg

Mit Teuchert und Maina ist Hannover 96 – Achtung, Fremdwort – gefährlich. Da kriegt auch Tabellenführer Arminia Bielefeld die Flatter. Bielefeld hat vor dem Spitzenspiel gerade mal 20 Punkte Vorsprung auf die Roten. Aber der Februar ist noch nicht zu Ende. Und wie lautet die alte 96-Weisheit: Ist der Februar pleitenfrei, bleibt das so bis Mitte Mai. Leider gibt es das Sprichwort auch in Ostwestfalen.

Aber warum läuft es so gut bei Cedric Teuchert? Die Lösung ist bodennäher als man denkt: Sein Hund ist gut drauf. „Meine Frau, unser Hund und ich fühlen uns auf jeden Fall sehr wohl in Hannover“, hat Cedric gesagt, immerhin in dieser Reihenfolge. Was sagt uns das? Gut gelaunte Spielerfrau – ist okay, hat Dennis Aogo beruflich aber auch nichts geholfen. Aber geht’s dem Hund gut – drei Tore in drei Spielen! DAS ist der Schlüssel zum Erfolg: Spieler mit zufriedenem Haustier. Egal, ob Hund, Reptil, Tapir – Hauptsache, es passt zu dir.

96-Profis und ihre Hunde - das hat Tradition

Beispiele gibt es in Hannover genug. Sergio Pinto hatte mal einen Mops. Und? Führungsspieler! Martin Harnik: 3 Hunde, 32 Tore. Julian Korb: Jeder Hund braucht einen Korb. Traumverein: Hannover 96. Uffe Bech: Yorkshire-Terrier. Vorteil: Noch kleiner als er. Nachteil. Fiel am Maschsee auf Holzstegen durch die Ritzen. Also der Hund.

Trotzdem – Grundstein der Weltkarriere: Hannover. Sahin-Radlinger, Bobby Wood, Sarenren Bazee, Sorg – alle mit Hund, alle mit massivem Gewinn verkauft. Fazit: Wenn die Hunde entscheiden, wohin Spieler wechseln, dann hat Hannover mit Eilenriede, Stammestraße, Nicolas Kiefer, Gregor Baum, langer Leine und grünem Bürgermeister beste Chancen.

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Das Animaleins der Fußballfauna

Oder, noch besser, gleich Spieler mit Tiernamen oder tierischen Eigenschaften. Altin Lala stammt bekanntermaßen aus einer alten Terrier-Dynastie, Emanuel Pogatetz war Innenverteidiger und Mad Dog in einer Person – die goldenen Jahre von Hannover 96. Katzen dagegen scheinen weniger zu funktionieren, siehe Ralf Zumdick. Ansonsten in der 96-Historie: Bock, Fuchs, Hirsch, Krebs, Hahne, Wolf, Eberhard Vogel und Rainer Zobel, dazu Christian Panther und Vladimir Butt – das Animaleins der Fußballfauna.

Kenan Kocak, der harte Hund, ist ein schlauer Fuchs und reagiert auf das Tierphänomen. Gegen den HSV spielte auf der linken Seite erstmals die Kombination Horn-Ochs. Genial! Wie es aus Mannschaftskreisen heißt, wollen alle anderen 96er am kommenden Wochenende ihren inneren Schweinehund in der Vierbeinermetropole lassen, Bielefeld besiegen. Und dann kommen die Störche. Könnte ein tierischer Restmonat werden. Oder wie es bei 96 heißt: Wenn Teuchert trifft und Zieler hält, und Maina rennt in Bielefeld, wenn Horn-Ochs sich den Kielern stellt, und der Hund beim Spielen bellt, weil ihm dieser Deal gefällt, dass Herrchen für das viele Geld, treu zur alten Liebe hält, haben Hund und Klub bald wieder Kräfte, für die größeren Geschäfte.