29. August 2020 / 21:24 Uhr

Der Pokal ist zurück im Dorf - SV Eichede gewinnt klar 5:1 gegen Preußen Reinfeld

Der Pokal ist zurück im Dorf - SV Eichede gewinnt klar 5:1 gegen Preußen Reinfeld

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
SV Eichede jubelt über den Einzug in den Landespokal.
SV Eichede jubelt über den Einzug in den Landespokal. © Volker Giering
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Mit einem verdienten 5:1-Kantersieg im Qualifikationsspiel über den Oberliga-Konkurrenten SV Preußen Reinfeld ist der SV Eichede in den SHFV-Landespokal eingezogen. Dort treffen die „Bravehearts“ auf Drittliga-Aufsteiger VfB Lübeck.

Als der Lübecker Schiedsrichter Max Rosenthal die Partie um 16.48 Uhr vor 150 Zuschauern im Travestadion des VfL Oldesloe abpfiff, war von den mitgereisten Reinfelder Fans nichts mehr zu hören. Zu eindeutig war das Spielgeschehen. Vor dem Anpfiff hatten sie ihre Mannschaft noch lautstark mit schwarz-weißen Fähnchen angefeuert. „Am Ende hat sich die sehr starke Qualität und individuelle Klasse von Eichede durchgesetzt“, zeigte sich Preußen-Coach Pascal „Kalle“ Lorenz als fairer Verlierer. „Vor allem physisch war uns der Gegner im Vorteil.“ Lediglich in der Anfangsphase konnte seine Elf die Begegnung offen gestalten. Mit zunehmender Dauer rissen die favorisierten Eicheder das Spiel an sich. Die Elf von Trainer Denny Skwierczynski wirkte spielerisch versierten und athletischer.

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Schubring erwischte nicht seinen besten Tag

Die 1:0-Führung erzielte Rückkehrer Mats Facklam, der eine Flanke von Neuzugang Tino Arp von der Grundlinie unhaltbar einköpfte (32). Zuvor hatte Facklam zweimal vergeben (27., 30.). In der 37. Minute verpasste der 1,96 m große Angreifer den Ball knapp – nach einem Freistoß vom Ex-Sereetzer und Sturmpartner Lasse Lahrtz, der für den verletzten Niko Hasselbusch (zog sich im Training am Donnerstag einen Bänderriss zu) in die Startformation rutschte. In der 49. Minute waren die Reinfelder Fans plötzlich wieder zu hören. Aus dem Nichts stand es nämlich 1:1. Einen Ball aus dem Halbfeld von Lasse Czechel verlängerte SVE-Verteidiger Gerrit Schubring unglücklich per Hinterkopf über Torwart Marcel Gevert hinweg ins eigene Tor (49.). Schubring erwischte nicht den besten Tag. Skwierczynski nahm seinen früh mit Gelber Karte vorbelasteten Routinier vom Platz und wechselte dafür Rückkehrer Petrik Krajinovic ein. „Garrys Auftritt war unglücklich. Das ist aber kein Problem. Er ist ein gestandener Spieler und steckt das weg. Ich bin froh, dass ich Petrik bringen konnte“, resümierte der SVE-Coach.

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Doppelschlag bracht Reinfeld das Genick

Seine Elf erholte sich schnell vom Rückstand und ging durch Tom Wittig (53., Vorlage von Facklam) erneut in Front. Die zweite Halbzeit ging nun ganz klar an die Rot-Weißen. Bei den Reinfeldern prüfte einzig Torjäger Kristof Rönnau den aufmerksamen Gevert (59.). Spätestens mit dem Doppelschlag von Lahrtz (66., 71.) war die Partie entschieden. Bei den Preußen gingen die Köpfe herunter. Man hatte das Gefühl, dass alles zu schnell ging. „Wir haben uns aufgegeben“, befand Lorenz. „Eichede hat verdient gewonnen. Wir haben die entscheidenden Zweikämpfe verloren. Entweder wir haben die falsche Entscheidung getroffen oder kamen zu spät.“ Besonders über die Außen hatte die Skwierczynski-Elf die Oberhand. „Da bekommen wir alleine vier Gegentore. Diese hätten wir besser dicht machen müssen. Das ist ärgerlich, weil wir eigentlich gut ins Spiel reingekommen sind“, haderte Lorenz und fügte hinzu: „Wir müssen in der verbleibenden Vorbereitung körperlich und läuferisch noch zulegen.“

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SV Eichede bejubelt den Pokalsieg gegen Preußen Reinfeld

Lahrtz erhält Sonderlob von Trainer Skwierczynski

Am Ende war es ein Schaulaufen. Den 5:1-Endstand markierte der eingewechselte Krajinovic per Abstauber (83.). „Zwei Tore – das ist ein guter Einstand für mich. Wichtig war aber, dass wir nach dem 1:1 eine Reaktion gezeigt haben“, freute sich Lahrtz. „Das war eine geschlossene Leistung. In der zweiten Halbzeit haben wir besser nach vorne gespielt.“ Damit geht der Kreispokal erstmals nach 2016 wieder aufs Dorf. In den vergangenen drei Jahren hatten die Reinfelder stets triumphiert. „Unterm Strich ein verdienter Sieg“, sagte Skwierczynski. „Wir sind zwar schwer reingekommen, haben uns aber gut reingearbeitet. Wir haben das Spiel angenommen und haben uns selbst vom 1:1 nicht aus der Ruhe bringen lassen.“ Ein Sonderlob erhielt der doppelte Torschütze Lahrtz: „Er ist willig und vor dem Tor treffsicher. Er tut uns gut. Wir werden ihn weiter aufbauen.“

Mit einem deutlichen 5:1-Sieg gegen Preußen Reinfeld zieht SV Eichede in den Landespokal 2020/2021 ein.

SV Eichede jubelt über den Einzug in den Landespokal. Zur Galerie
SV Eichede jubelt über den Einzug in den Landespokal. ©

VfB Lübeck schickte Giere als Beobachter vorbei

Auch Vorsitzender Olaf Gehrken zeigte sich zufrieden. „Unser Anspruch ist es, von der D-Jugend bis zu den Herren in den Landespokal einzuziehen. Das ist uns gelungen. Nun freuen wir uns auf den VfB Lübeck“, sagte er. Gespielt wird voraussichtlich am 13. September (Sonntag) im Ernst-Wagener-Stadion. Unter den Zuschauern in Bad Oldesloe war VfB-Scout Axel Giere, der sich fleißig Notizen machte. „Der VfB ist ein interessantes Los und eine gute Aufgabe“, freut sich Skwierczynski auf das Duell gegen seinen ehemaligen Verein. Von der Siegprämie von 1000 Euro soll ein Teil in die Mannschaftskasse gehen, wie Eichedes Fußballobmann Heino Keiper den LN mitteilte.

SV Preußen Reinfeld: Marco – Grimm, Ellenberger, Jonathan Marschner, M. Czechel – Vogel, Hackbarth, Bosbach (73. Heinze) – Lie (81. Schecke), L. Czechel (61. Jespersen) – Rönnau.

SV Eichede: Gevert – Schubring (54. Krajinovic), Ostermann, Steinfeldt – Zaske (78. Ehlers), Rathjen – Wittig, Arp, Bieche – Facklam, Lahrtz (73. Holst).

Schiedsrichter: Max Rosenthal (Lübeck).

Zuschauer: 150 (im Travestadion des VfL Oldesloe).