01. Dezember 2020 / 11:41 Uhr

Der Primus will nach oben: FC Eilenburg beantragt Regionalliga-Lizenz

Der Primus will nach oben: FC Eilenburg beantragt Regionalliga-Lizenz

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Eilenburgs Tim Bunge im Duell mit dem Torwart von Wacker Nordhausen.
Eilenburgs Tim Bunge im Duell mit dem Torwart von Wacker Nordhausen: Szenen wie diese sorgen beim FCE für den Wunsch, in die Regionalliga aufzusteigen. © Thomas Jentzsch
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Beim FC Eilenburg träumt man vom Aufstieg in die Regionalliga. Derzeit befindet sich der Club auf Rang eins in der NOFV-Oberliga Süd, wodurch sportlich gesehen gute Voraussetzungen für einen Aufstieg da sind. Durch die aktuellen Corona-Bedingungen weiß derzeit niemand weiß, wie es weitergehen wird, weshalb die Eilenburger ihre Hoffnung zügeln.

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Eilenburg. Der FC Eilenburg stellt in dieser Saison erstmals den Antrag zur Zulassung für die Fußball-Regionalliga. Das bestätigte Präsident Steffen Tänzer gegenüber dem SPORTBUZZER. In der derzeit coronabedingt pausierenden NOFV-Oberliga Süd liegt der FCE auf Platz eins, hat also sportlich beste Aussichten auf den Aufstieg. Doch auch im Hintergrund müssen gewisse Auflagen erfüllt werden.

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„Es stehen einige technisch- organisatorische Sachen an, die wir lösen müssen. Da sind wir dran“, sagte Tänzer. Da wäre zum Beispiel die Ausgestaltung des Medienbereichs oder die Absicherung der Gegengerade, die momentan mit Bauzäunen bewerkstelligt wird. Das ginge in Liga vier nicht mehr. Der Präsident sieht die Lage gleichwohl entspannt: „Wir sind nicht auf Gedeih und Verderb auf die Regionalliga angewiesen, aber Fakt ist auch: sie ist ziemlich attraktiv.“ Und auf eine Liason mit einer attraktiven Gespielin verzichtet man ungern freiwillig.

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Momentan ist die hiesige vierte Liga bestückt mit Teams wie Lok und Chemie Leipzig, Energie Cottbus, Carl Zeiss Jena. Da geht natürlich auch des Trainers Herz auf: „Das ist eine schöne Herausforderung. Die Mannschaften sind absolut hochklassig, arbeiten teilweise unter Profibedingungen. Wenn wir uns mit unseren Mitteln mit denen messen dürfen, wäre das eine Bestätigung unserer Entwicklung“, sagt Nico Knaubel.

Bei ihm und vielen anderen werden Erinnerungen wach. Vor 16 Jahren stieg Eilenburg in die damals viertklassige Oberliga auf, bekam es mit ähnlich populären Traditionsteams zu tun und mischte phasenweise die Liga auf. Knaubel stand zu jener Zeit als Spieler auf dem Platz und träumt schon lange öffentlich von der Regionalliga. „Ich lebe das vor, was ich damals erlebt habe. Heute ist das sogar noch hochklassiger von der Struktur her“, erzählt der 41-Jährige, der gleichwohl weiß, dass es bis dahin ein großes Stück ist. „Dafür muss vieles stimmen. Alle im Verein müssen eine Sprache sprechen und jeder Einzelne dahinter stehen.“


Tänzer: „Haben vernünftig gewirtschaftet“

Für den Moment beschäftigt die Eilenburger Führungsriege freilich vor allem die Corona-Krise und der Umgang mit derselben. Die sportliche Sicht klingt so: „Jeder kann die Zeit nutzen, sich selber zu reflektieren, sich neu zu ordnen. Wenn wir den Weg zusammen weitergehen, soll das mit Überzeugung stattfinden“, sagt Knaubel. Die finanzielle Sicht klingt so: „Wir müssen schauen, wie wir mit der Situation umgehen, wenn sie andauert. In der ersten Welle sind uns Trainer und Spieler der ersten Mannschaft entgegengekommen. Das war eine sehr solidarische Geschichte“, erklärt Tänzer.

Entgegengekommen ist dem FCE auch der sportliche Erfolg. Die Mannschaft zog ins Finale des Sachsenpokals ein, verlor das Endspiel gegen Chemnitz unglücklich mit 0:1. „Obwohl wir eine Vielzahl von Kosten hatten, ist ein bisschen was übrig geblieben. Mehr als eine schwarze Null“, so Tänzer. Der Verein stehe vergleichsweise gut da, „auch weil wir in der Vergangenheit vernünftig gewirtschaftet haben. Jetzt ziehen trotz der schwierigen Lage viele Sponsoren mit durch. Das ist nicht hoch genug zu würdigen.“

Mit langfristigen Prognosen hält sich der Vereinsboss angesichts zahlreicher Unabsehbarkeiten jedoch zurück. „Wir fahren auf Sicht, wissen nicht, wie es sich entwickelt. Die Regionalliga ist Zukunftsmusik“, sagt Tänzer und ergänzt lakonisch: „Es wird, wie es wird.“