05. Juni 2020 / 19:25 Uhr

"Der Sport lebt" - und DHfK-Kugelstoßer Storl stößt vier Mal über 20 Meter

"Der Sport lebt" - und DHfK-Kugelstoßer Storl stößt vier Mal über 20 Meter

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
David Storl (SC DHfK Leipzig) 

Kugelstoß-Trainingswettkampf auf der Werferanlage auf der Nordanlage am 05.06.2020 in Leipzig (Sachsen).
Ein Fan aus dem englischsprachigen Raum über Kugelstoßen: „Deutschland, Du bist die größte Wurf-Nation.“ © Christian Modla
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„Sportler für Sportler“: Die Kugelstoßer David Storl und Dennis Lewke haben am Freitag einen Trainingswettkampf ausgetragen. Dabei haben die Athleten für den Leichtathletik-Nachwuchs gestoßen. Spenden von bislang 4.500 Euro kamen für die Leipziger Vereine SG Olympia, SG MoGoNo und SC DHfK zusammen.

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Leipzig. Der Anfang ist gemacht: Der Trainingswettkampf der beiden besten DHfK-Kugelstoßer und ihrer acht Gäste an diesem Freitag war für die Leichtathletik ein wichtiger Schritt in Richtung Normalität. Unter dem Motto „Sportler für Sportler“ wurden im Sportforum gute Auftakt-Leistungen gezeigt. Die Partner des Mitteldeutschen Kugelstoßteams spendeten bislang 4500 Euro für den Nachwuchs der SG Olympia, SG MoGoNo und des SC DHfK. Dessen Präsident Bernd Merbitz sagte: „Der Sport schien im Frühjahr fast am Einschlafen zu sein. Doch der heutige Tag zeigt: Der Sport lebt!“

Stabil über 300 Zuschauer waren bei Youtube online, als ab 17.03 Uhr die Top-Athleten im schnellen Vier-Minuten-Takt zu sehen waren. Ein Fan aus dem englischsprachigen Raum schrieb: „Deutschland, Du bist die größte Wurf-Nation.“ Ein weiterer Brite erfreute sich am herrlichen Leipziger Wolkenhimmel, der einige Sonnenstrahlen durchließ.

Jetzt durchklicken: Bilder vom Training des Mitteldeutschen Kugelstoßteams

Inoffizieller Saisonauftakt bei den Kugelstoßern: Offiziell ohne Zuschauer – einige sportbegeisterte Fans standen in sicherer Entfernung hinter den Zäunen am Sportforum. Zur Galerie
Inoffizieller Saisonauftakt bei den Kugelstoßern: Offiziell ohne Zuschauer – einige sportbegeisterte Fans standen in sicherer Entfernung hinter den Zäunen am Sportforum. ©

Während des Einstoßens liefen die Wetten des Internet-Publikums, wie weit Lokalmatador David Storl wohl stoßen würde. Bei 20,36 m begannen die Gebote, die bis zu 23 Metern reichten. Neun der 13 Tipps lagen jenseits der 21-Meter-Marke. Ganz so weit ging es beim inoffiziellen Saisonauftakt nicht. Immerhin landeten alle vier gültigen Stöße des zweifachen Weltmeisters zwischen 20,14 und 20,45 Metern. Teamkollege Dennis Lewke wirkte mit seinen sechs gültigen Versuchen viel stabiler als im Vorjahr. Sein Top-Wert lag bei 19,45 – da fehlte nicht viel zur Freiluft-Bestleistung.

Auf Angriff gegangen

„Vom Ablauf und Wetter hat alles gepasst – ich bin zufrieden“, sagte Storl: „Dass die Technik noch nicht immer stimmt, ist zum jetzigen Zeitpunkt normal.“ Lewke ergänzte: „Erstmal ein Dank an die vielen Helfer. Wir haben gespürt, was zu so einem kurzen, knackigen Wettkampf alles dazugehört. Mit meiner Form bin ich zufrieden. Es ist Potenzial für noch mehr da.“ Da der Ex-Magdeburger stets versucht, nur einen Meter hinter dem Weltklasse-Mann zu landen, endete das gestrige Duell quasi Unentschieden. Storl nannte das inoffizielle Meeting einen Grundstein für ein wiederkehrendes Format in Leipzig.

Trainer Wilko Schaa, der diesmal in Doppelfunktion auch den Ring fegte sowie den Kampfrichter mit der weißen und roten Flagge ersetzte, hatte von seinen Athleten zum Auftakt etwas Risiko erhofft: "Das haben beide im Rahmen der heutigen Möglichkeiten auch umgesetzt. Sie sind schon auf Angriff gegangen. Die Jugend-Leistungen waren richtig gut - und mit meinen beiden Athleten bin ich auch zufrieden. Die Bewegungsabläufe waren noch etwas eckig, aber sie werden sich steigern. David will und wird schon bald 21 Meter anbieten." Schon am kommenden Freitag steigt in der Nähe von Eisenach der erste offizielle Wettkampf.

Erster offizieller Wettkampf: Freitag

In der Pause wurden die Leipziger Top-Athleten Tina Dietze, Petra Rossner, Lukas Binder, Franz Anton und Jan Benzien beim Schuh-Weitwurf gezeigt – bis zu 23 Metern flog das Leder. Das Quintett fordert nun die beiden DHfK-Kugelstoßer heraus, ihr Können beim Paddeln, Siebenmeterwerfen und Zeitfahren auf dem Rennrad zu zeigen.

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Als der Trainingswettkampf geplant wurde, waren die Corona-Vorschriften noch sehr streng. Keiner konnte ahnen, dass offizielle Wettkämpfe in Sachsen ab diesem Samstag wieder erlaubt sind. Deshalb hielten sich gestern auch nur 24 strikt voneinander getrennte Athleten, Trainer, Organisatoren und Journalisten auf der Nordanlage auf. Aus der Ferne schauten die DHfK-Sprinter nach ihrem Training zu und holten sich Appetit auf Wettkämpfe. Roy Schmidt meinte: „Nächsten Freitag haben wir einen Trainingslauf über 300 Meter mit Kampfgericht geplant – das wird eine harte Überdistanz. Unsere ganze Gruppe ist gut in Form. Ich denke, wir können in diesem Sommer schnell sprinten.“