26. Februar 2021 / 11:51 Uhr

Der SSC Phoenix Kisdorf informiert und unterhält seine über 400 Mitglieder auf „Phoenix Live“

Der SSC Phoenix Kisdorf informiert und unterhält seine über 400 Mitglieder auf „Phoenix Live“

Nils Göttsche
Kieler Nachrichten
Kai Andresen ist Vorsitzender des SSC Phoenix Kisdorf. Der 34-Jährige freut sich, dass die Online-Angebote des Sportvereins auf viel positive Resonanz stoßen.
Kai Andresen ist Vorsitzender des SSC Phoenix Kisdorf. Der 34-Jährige freut sich, dass die Online-Angebote des Sportvereins auf viel positive Resonanz stoßen. © Nils Göttsche
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Die Corona-Pandemie macht den Amateurfußballern zu schaffen. Seit Anfang November ruht der Ball. Trotz des erneuten Lockdowns versprüht Kai Andresen gute Laune. „Wir haben neue Sponsoren gefunden und kommen mittlerweile auf über 400 Mitglieder“, freut sich der Vorsitzende des SSC Phoenix Kisdorf. „Auf innovative Weise haben wir virtuelle Wege gefunden, um unsere Mitglieder zu informieren, aber auch zu unterhalten.“

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Der SSC Phoenix Kisdorf gehört zu den jüngsten Vereinen im Kreis Segeberg. Entstanden ist der reine Fußball-Club vom Strietkamp Ende 2011 nach der Insolvenz des Vorgängervereins SC Kisdorf. Dass sich im Verein eine Menge im Internet abspielt, basiert auf einem traurigen Anlass. Der beliebte Vereinswirt Knut Andresen verstarb im vergangenen Frühjahr während des ersten Lockdowns. „Wegen der Kontaktbeschränkung war es nicht möglich, gemeinsam zu trauern und Abschied zu nehmen“, erzählt Kai Andresen, der mit dem Kneipier nicht verwandt war. „Wir wollten und mussten etwas für unsere Mitglieder tun. Das war die Zeit, in der wir Phoenix Live auf dem Videoportal YouTube entwickelt haben.“

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Die Kisdorfer mieteten sich in der Henstedt-Ulzburger Diskothek Joy ein. Unterstützt von Mark Käding und Florian Sliwinski wurde eine Trauerfeier live im Internet übertragen. „Über 2500 Trauernde klickten an diesem Abend Phoenix Live an und sangen zu Ehren von Knut gemeinsam die Fußball-Hymne ,You’ll never walk alone’ von Gerry &The Pacemakers“, erinnert sich Kai Andresen. „Die Reaktionen waren überwältigend. Wir haben die Idee von Phoenix Live dann weitergesponnen.“

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Die Jahreshauptversammlung, in der der 34-jährige Henstedt-Ulzburger als Vorsitzender bestätigt wurde, fand ebenso online statt wie ein Talk-Abend mit Wirtschafts-, Politik- und Sportthemen. Auch die Weihnachtsfeier wurde live im Internet ausgestrahlt. „In normalen Jahren melden sich rund 80 Personen zur Vereinsfeier an. Online schalteten sich 1020 User zu“, sagt Andresen, dessen Team sich eine Menge einfallen ließ. „Moderatorin Sylvie Meis, Mallorca-Barde Micky Krause und Koch Tim Mälzer schickten Weihnachtsgrüße“, sagt der Speditionskaufmann. „In einer Online-Verlosung gab es Sachpreise, die unsere Partner zur Verfügung gestellt hatten.“ Für den 13. Mai ist die nächste Talkrunde geplant. „Dann wird es wohl eine Liveschalte in das Wohnzimmer von Micky Krause geben“, verrät der Vereinschef.



Eindrucksvoll war der Weihnachts-Drive-In auf dem Kisdorfer Sandplatz am Strietkamp. Mit den Eltern am Steuer konnten die Kinder an einem Dutzend weihnachtlich geschmückter Traktoren vorbei fahren. Am Ende der Runde gab es kleine Geschenke. Über 300 Fahrzeuge zählte die SSC-Vorstandscrew. „Wir haben nicht nur unsere eigenen Leute glücklich gemacht, sondern auch 3000 Euro für die Kinderkrebsstation des UKE Hamburg sammeln können“, freut sich Andresen.

Das alles blieb der heimischen Wirtschaft nicht verborgen. „In den vergangenen 14 Tagen haben wir 16 neue Partner für uns gewinnen können. Dadurch können wir auffangen, dass uns während der Pandemie auch Sponsoren verloren gegangen sind“, sagt Andresen, der selbst auf Akquise geht. Der SSC Phoenix kommt seinen Gönnern entgegen. „Wir haben unseren Partnern aus der schwer gebeutelten Gastronomie bereits signalisiert, dass sie von uns in den nächsten 18 Monaten keine Rechnung erhalten, die Werbebande aber selbstverständlich an der Bande des Stadions hängen bleibt.“

Die gesunkenen Corona-Fallzahlen machen Hoffnung, dass vor dem Sommer wieder Fußball gespielt werden kann. Vielleicht auch in der Landesliga Holstein, in der die Elf von SSC-Trainer Boris Völker fünf von 20 Saisonspielen ausgetragen hat und unter zwölf Mannschaften den siebten Tabellenplatz belegt. „Zur nächsten Serie bekommen wir Verstärkung“, sagt der Vorsitzende, behält die Namen der neuen Spieler aber für sich. Redseliger ist er mit Blick auf den Nachwuchsbereich: „In den Altersklassen A,- B- und C-Junioren machen wir zukünftig gemeinsame Sache mit dem FC Ulzburg.“

Vielleicht wird bald auf einem modernen Kunstrasenplatz trainiert und gespielt. „Dieses Projekt soll am Strietkamp entstehen. Und zwar dort, wo sich jetzt der Sandplatz befindet“, sagt Andresen.

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