10. Juli 2019 / 17:28 Uhr

Der SSV Stederdorf will wieder überraschen

Der SSV Stederdorf will wieder überraschen

Peter Konrad
Peiner Allgemeine Zeitung
Auch in der neuen Saison wollen die von Helmut Kaub (kleines Bild) gecoachten Stederdorfer jubeln. Ziel des Aufsteigers ist es, einen Platz im gesicherten Mittelfeld zu erreichen.
Auch in der neuen Saison wollen die von Helmut Kaub gecoachten Stederdorfer jubeln. Ziel des Aufsteigers ist es, einen Platz im gesicherten Mittelfeld zu erreichen. © Isabell Massel
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Eigentlich gehört der SSV Stederdorf in die Kreisliga.“ Das hatte Coach Helmut Kaub vor drei Jahren im PAZ-Anpfiff gesagt – und nachdem er mit seinem Team vor einem Jahr den Titel in der 2. Kreisklasse gefeiert hat, gelang nun der Durchmarsch ins Kreisoberhaus. Was er dort mit seinem Team erreichen möchte, erläutert Kaub im Gespräch mit der PAZ.

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Das Kunststück „Durchmarsch“ war ihm vor elf Jahren bereits mehrmals gelungen ist. „Denn damals bin ich mit dem TSV Edemissen II sogar dreimal hintereinander bis in die Kreisliga aufgestiegen.“ Daran erinnerten sich auch einige seiner ehemaligen Spieler aus Edemissen und beglückwünschten ihn daraufhin zum Erfolg mit Stederdorf. „Eine schöne Sache, dass sie das gemacht haben“, freut sich Kaub.

Allzu lange möchte er jedoch nicht in der Vergangenheit verweilen, vielmehr richtet sich der Blick schon auf die kommende Saison. „Und die wird eine tolle Herausforderung für die Jungs.“ Bange ist dem SSV-Trainer, der bei der Lebenshilfe in Berkhöpen arbeitet, indes nicht, „da wir Qualität in der Mannschaft haben“, betont der 49-Jährige. Entsprechend sieht er der am 28. Juli beginnenden Serie auch zuversichtlich entgegen. „Wir wollen wieder überraschen“, sagt Kaub. Mit der PAZ sprach er über...

... die Zugänge:„Wir haben sechs Spieler dazu bekommen, die in der vergangenen Saison noch A-Jugend gespielt haben, vier davon sind aus unserem eigenen Nachwuchs. Dies haben wir ganz bewusst so gemacht, weil alle einen Bezug zu Stederdorf haben. Und bislang haben alle einen guten Eindruck hinterlassen – es ist zu sehen, dass Potenzial bei ihnen vorhanden ist. Sie müssen das aber auch beweisen und auf den Platz bringen. Richtig überzeugt hat mich Bastian Warmuth, der zuletzt in der Lengeder A-Jugend gespielt hat, aber aus Stederdorf kommt – er hat mein volles Vertrauen und wird in der neuen Saison bei uns die Nummer 1 im Tor.“

... die Rolle als Aufsteiger: „Die hatten wir auch schon vor einem Jahr und sind damit bestens zurecht gekommen. Insofern gehe ich zuversichtlich in diese Saison, zumal sich die Jungs seitdem weiterentwickelt und diesen Prozess auch noch nicht abgeschlossen haben – es ist also noch Luft nach oben. Allerdings ist uns schon bewusst, dass das Niveau in der Kreisliga um einiges höher ist als in der 1. Kreisklasse und wir somit ganz anders gefordert werden. Aber wir schauen nur von Spiel zu Spiel, denn damit haben wir in der vergangenen Saison gute Erfahrungen gemacht. Zudem kommt uns der Spielplan entgegen, da wir nicht gleich zu Beginn gegen die Kracher-Teams antreten müssen, sondern zunächst auf Mannschaften treffen, gegen die wir bestehen können.“

… die Ziele: „Wir wollen das Wort Abstiegskampf erst gar nicht in den Mund nehmen und peilen einen Tabellenplatz zwischen 8 und 12 an. Das ist auch machbar, weil die Qualität dazu vorhanden ist. Allerdings braucht man auch immer das notwendige Quäntchen Glück, um seine Ziele zu erreichen.“

… die Kreisliga: „Die Jungs haben sich diese Liga verdient, weil sie hart dafür gearbeitet haben. Zugleich ist es für den SSV Stederdorf die interessanteste Klasse. Deshalb ist es unser Ziel, uns in der Kreisliga zu etablieren, allein schon wegen der guten Nachwuchsarbeit, die der Verein betreibt. Aber es ist auch eine Herausforderung, da das Niveau hoch ist. Erwischt man einen gebrauchten Tag, können einen Mannschaften wie Vöhrum, Oberg, Schwicheldt und Sonnenberg richtig bestrafen. Das heißt für uns, dass wir jeden Sonntag Vollgas geben und alles reinhauen müssen. Ganz wichtig ist ebenfalls, nach einem Negativerlebnis wieder aufzustehen und zurückzukommen – da zeigt sich dann, ob eine Mannschaft Charakter besitzt oder nicht.“

… den besten Fall: „Wenn wir in der Winterpause 25 Punkte haben und im gesicherten Mittelfeld stehen, wäre das optimal. Denn in diesem Fall könnte man die Euphorie noch mit in die Rückrunde nehmen.“

… der schlechteste Fall: „Dass wir in eine Negativspirale hin-eingeraten – manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die einen Abwärtstrend auslösen können. Ganz schlecht wäre auch, wenn sich Leistungsträger verletzen. Denn es gibt zwei, drei Säulen bei uns, die wir nicht Eins zu Eins ersetzen könnten.“

… die persönliche Zukunft:„Ich gehe in meine sechste Saison als Trainer beim SSV. Als ich hier angefangen habe, hätte ich nicht gedacht, dass ich so lange bleibe. Mein vorrangigstes Ziel damals war es, die Mannschaft dahin zu bringen, dass sie wieder Lust auf Fußball hat. Zudem hatte ich mir vorgenommen, das System umzustellen – beides ist im Laufe der Zeit gelungen. Mein Vertrag läuft jetzt noch ein Jahr, so dass der Verein und ich uns im Winter zusammensetzen und über die Zukunft sprechen werden. Ob ich weitermache, hängt aber nicht von der Platzierung ab, sondern in erster Linie davon, wie die Mannschaft sich im Training gibt und sie sich entwickelt. Aber vielleicht sind die Verantwortlichen ja auch der Meinung, dass nach sechs Jahren mal ein frischer Wind notwendig ist – mal schauen.“

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Der Kader des SSV Stederdorf

Zugänge: Bastian Warmuth (A-Jugend Lengede), Aaron Schroth, Noah Karrasch, Alexander Bartling, Devin Steger (alle aus der eigenen A-Jugend), Massoud Osman (A-Jugend Vöhrum).

Abgänge: keine.

Tor: Bastian Warmuth, Alexander Müller.

Abwehr: Patrick Bothe, Alexander Müller, Max Bock, Alexander Bartling, Can Kaptan, Sven Kielhorn, Zaki Amen Jaso, Noah Karrasch.

Mittelfeld: Justin Hasler, Aaron Schroth, Alexander Giere, Devin Steger, Fabian Thieltges, Marco Duisburg, Maximilian Dummer, Gino Rissland, Massoud Osman.

Angriff: Markus Link, Zirek Faris Shamo, Danny Ahrens.

Trainer: Helmut Kaub.

Saisonziel: Mittelfeld.

Favoriten: Fortuna Oberg, Arminia Vöhrum.

Sechs Fragen an Helmut Kaub

1. Eintracht Braunschweig oder Hannover 96?

„Wenn ich mir hier in der Nähe Fußball anschaue, fahre ich zur Eintracht. Aber mein Lieblingsklub ist Borussia Mönchengladbach – und das schon seit gut 30 Jahren.“ Drei-, viermal im Jahr bin ich auch mit der kompletten Familie im Borussen-Park.“

2. Dusche oder Badewanne?

„Die Dusche, weil es oft fix gehen muss – sowohl im Sportheim als auch zu Hause.“

3. Sparen oder verprassen?

„Sowohl als auch: Wenn es passt, dann leisten wir uns auch die eine oder andere Sache, aber wir legen uns auch immer etwas Geld zurück.“

4. Handwerker bestellen oder selber machen?

„In den vergangenen Jahren habe ich vieles selbst gemacht und mir auch einiges selbst beigebracht. Wenn aber irgendetwas zu kompliziert ist, hole ich mir Hilfe aus unserem Bekanntenkreis.“

5. Heiraten oder niemals?

„Ich bin glücklich verheiratet und bekomme tolle Rückendeckung von meiner Familie. Andernfalls wäre das mit dem zeitintensiven Job als Fußball-Trainer auch alles nicht so möglich.“

6. Auto oder Fahrrad?

„Zur Arbeit fahre ich fast immer mit dem Fahrrad. Auch ansonsten mache ich sehr vieles mit dem Fahrrad. Aber ich nehme auch das Auto – das Verhältnis ist ungefähr 50 zu 50.“

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