19. März 2021 / 13:11 Uhr

Der SV Todesfelde sagt Ja zur Regionalliga

Der SV Todesfelde sagt Ja zur Regionalliga

Jürgen Brumshagen
Kieler Nachrichten
Die Todesfelder Fußballer bejubeln den Gewinn des Landespokals. Das Bild passt aber auch als Reaktion auf die Entscheidung des Vereinsvorstands, eine Lizenz für die Regionalliga Nord zu beantragen.
Die Todesfelder Fußballer bejubeln den Gewinn des Landespokals. Das Bild passt aber auch als Reaktion auf die Entscheidung des Vereinsvorstands, eine Lizenz für die Regionalliga Nord zu beantragen. © Nils Göttsche
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Die Entscheidung ist gefallen: Sollte sich die Chance zum Aufstieg in die Regionalliga eröffnen, werden die Fußballer des SV Todesfelde ihren Hut in den Ring werfen!

Nachdem Mannschaft und Abteilungsleitung bereits für diesen Schritt gestimmt sowie die Sponsoren Unterstützung signalisiert hatten, gab am Mittwochabend auch der von Holger Böhm geführte Vorstand des Gesamtvereins grünes Licht. „Das ist großartig“, schwärmt Teammanager Timo Gothmann. „Die Mannschaft hätte es sich verdient, es in der 4. Liga zu probieren.“

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Obwohl es noch Unwägbarkeiten gibt, wird der SV Todesfelde ebenso wie der SV Eichede als zweiter Oberligist die Unterlagen für das Lizenzverfahren bis spätestens 31. März beim Nordverband einreichen. „Es ist aber längst noch nicht klar, ob es überhaupt Aufsteiger in die Regionalliga geben wird“, betont Gothmann. „Ebenso muss abgewartet werden, ob die Pandemie-Situation Qualifikationsspiele zulässt. Das Heft des Handels haben Politik und Verband in der Hand.“

Mehr Fußball aus der Region

Der Vereinsvorsitzende Böhm ist stolz auf den SV Todesfelde und seine Mitglieder: „Die sportliche Entwicklung ist sagenhaft. Neben den Erfolgen im Handball hat die Fußballsparte Außerordentliches erzielt. Der Schritt in Richtung Regionalliga ist der Verdienst vieler Ehrenamtlerinnen und Ehrenämter im Verein sowie der sportlichen Leistung unserer Jungs. Wenn wir aufsteigen, dann nicht nur als Mannschaft, sondern als Verein."

Teamchef Sven Tramm ist froh über das Signal aus dem Vorstand: „Meine Jungs und der gesamte Verein haben ihre Qualität in den vergangenen Jahren konstant unter Beweis gestellt. Wir wollen den Schritt in die Regionalliga gehen!"

Vor einem Jahr hatten die Todesfelder – erstmals in der Vereinsgeschichte Oberliga-Meister – auf die Regionalliga-Meldung verzichtet. Stattdessen löste Vizemeister 1. FC Phönix Lübeck das Ticket. „Wir waren noch nicht so weit“, sagt Gothmann. Seitdem hätte sich aber eine Menge getan. „Die Infrastruktur im Joda-Sportpark wurde mit erheblichen baulichen Veränderungen extrem verbessert.“ Das Toilettenhaus im Stadion wurde ebenso erneuert wie der Gastronomiebereich. Es wurden Wege gepflastert sowie auf einer Platzseite eine terrassierte Stehtribüne angelegt. Die noch fast neue Videowand ist ebenfalls tauglich für die Regionalliga.

„In der Fußballsparte selbst haben wir die Zuständigkeiten auf mehr Schultern als zuvor verteilt, Strukturen und Abläufe optimiert“, ergänzt Gothmann. „Auch, wenn immer noch an einigen Stellschrauben zu drehen ist, haben wir den Schritt vom Dorfverein zu einem modernen Vorzeigeklub für die gesamte Region vollzogen.“


Nicht zu vergessen: Die Mannschaft war in der kurzen Phase, in der gespielt werden durfte, erfolgreicher denn je. Siege im Landespokal gegen den SC Weiche Flensburg 08 (1:0) und im Finale gegen den VfB Lübeck (3:2) sorgten für Aufsehen. Bundesweite Aufmerksamkeit erhielten der Verein sowie die Elf von Teamchef Sven Tramm, als das DFB-Pokalspiel gegen die Zweitliga-Profis des VfL Osnabrück nur mit 0:1 verloren wurde.

Die Entscheidung der Todesfelder pro Regionalliga Nord ist unabhängig davon, ob 2021/22 – wie in der seit mehreren Monaten unterbrochenen Runde – in zwei Gruppen gespielt oder zu einer großen Staffel zurückgekehrt wird.

„Die aktuelle Einteilung in Nord und Süd wäre für uns aber traumhaft“, meint Gothmann. „Das wäre eine Art Oberliga Hamburg / Schleswig-Holstein, ergänzt mit wenigen Teams aus dem nördlichen Niedersachsen wie dem Lüneburger SK oder SV Drochtersen / Asseln.“ Die Todesfelder würden auf klangvolle Namen wie Altona 93, Heider SV oder SC Weiche Flensburg 08 treffen. Dazu kämen die Vergleiche mit den Nachwuchstalenten des Hamburger SV, vom FC St. Pauli und Holstein Kiel. Nicht zu vergessen das Kreisderby gegen Eintracht Norderstedt.