14. August 2019 / 10:10 Uhr

Der Torwarttrainer von Energies Pokalheld Lennart Moser im Interview

Der Torwarttrainer von Energies Pokalheld Lennart Moser im Interview

Kevin Päplow
Märkische Allgemeine Zeitung
Der ehemalige Miersdorfer Keeper Anton Wittmann (hier noch im Trikot des Brandenburgligisten) ist Torwarttrainer beim FC Energie Cottbus.
Der ehemalige Miersdorfer Keeper Anton Wittmann (hier noch im Trikot des Brandenburgligisten) ist Torwarttrainer beim FC Energie Cottbus. © Oliver Schwandt
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DFB-Pokal: Energie-Torwartrainer Anton Wittmann spricht über einen ganz besonderen Pokalabend gegen den deutschen Rekordmeister FC Bayern München.

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Der ehemalige Brandenburgliga-Torwart Anton Wittmann hütete viele Jahre den Kasten vom SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen. Sein Talent und seine Passion für das Torwartspiel animierten ihn, selbst als Lehrer für junge Torhüter zu arbeiten. Über den BFC Dynamo ging es 2017 in die Lausitz zum FC Energie Cottbus, wo er in dieser Spielzeit den talentierten Lennart Moser, die Leihgabe vom 1. FC Union Berlin, unter seine Fittiche hat. Im Interview mit dem SPORTBUZZER Brandenburg spricht er über das Spiel im DFB Pokal gegen den FC Bayern München, die Chancen von Energie Cottbus im Kampf um den Aufstieg in die 3.Liga und über die Rückkehr seiner Elf vom Wüstemarker Weg in die Brandenburgliga.

Sportbuzzer Brandenburg: Hallo Anton, wie bist du nach dem Pokalkracher gegen den FC Bayern München durch die Nacht gekommen?

Anton Wittmann: Die Nacht war kurz. Wir haben bereits Dienstagfrüh wieder die Arbeit aufgenommen, das Spiel analysiert und mit der Mannschaft regeneriert beziehungsweise Spielersatztraining absolviert. Klar beschäftigt man sich etwas intensiver im Nachgang mit diesem Spiel, aber am nächsten Tag gilt es sich schon wieder auf den kommenden Gegner vorzubereiten.

Energie Cottbus in Noten: Die Einzelkritik nach dem Pokalspiel gegen Bayern.

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Lennart Moser © imago
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Energie hat sich mit dem 1:3 doch mehr als achtbar aus der Affäre gezogen. Wie war das Spiel aus Deiner Sicht?

Ich denke, wir haben das für unsere Verhältnisse ordentlich gemacht. Wir haben mit Herz und großer Leidenschaft unser Tor verteidigt. Die Bayern hatten natürlich viel den Ball, aber wir konnten uns ein paar Aktionen nach vorne erarbeiten. Jeder gewonnene Zweikampf, jedes Dribbling und jede Parade unseres Torwarts wurde vom Stadion mit Applaus honoriert. Das war schon toll – ganz ehrlich.

Lennart Moser zählte mit seinen Paraden zu den besten Akteuren im Energie-Kader, was sagst du zu seiner Leistung?

Lennart hat in dem Spiel viele gute Aktionen gehabt und sehr viel richtig gemacht. Wir kennen Lennarts Qualität und klar freut uns das einerseits, aber andererseits war das nicht überraschend für uns. Man merkt ihm an, dass er von Spiel zu Spiel besser wird und wenn man ihm vertrauen schenkt und geduldig bleibt, bin ich mir sicher, wird er dauerhaft diese Leistung abrufen können.

Erzähl uns einige Anekdoten vom Spiel. Konntest du mit einigen Verantwortlichen der Bayern sprechen oder Selfies mit Robert Lewandowski oder Manuel Neuer abstauben?

Ich habe mich mit dem Torwarttrainer vom FC Bayern vor und nach dem Spiel länger über fachliche Dinge unterhalten. Ansonsten war uns allen wichtig, dass wir uns um unsere Jungs kümmern. Das ist wichtiger als ein Selfie oder ein Trikot zu ergattern. Denn die müssen bei uns immer im Mittelpunkt stehen.

Nun beginnt wieder der Alltag in der Regionalliga Nordost für den FC Energie. Es steht ein schweres Auswärtsspiel beim FC Lokomotive Leipzig an. Wie stehen die Chancen auf einen Auswärtssieg und einer Festsetzung in der Spitzengruppe?

Wir wissen um die Schwierigkeit und Brisanz dieses Spiels und freuen uns sehr auf das Stadion von Lok mit seiner Nostalgie. Wenn wir uns jetzt nicht von dem Glanz des gestrigen Spiels blenden lassen und Lok alles abverlangen, kann das Spiel positiv für uns ausgehen.

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Glaubst du das Energie bis zum Schluss wieder um die Rückkehr in die 3. Liga spielen kann und wen siehst du als starke Konkurrenz für den FCE an?

Wir im Verein versuchen zusammen mit unserer Mannschaft jeden Tag besser und mit jedem Spiel reifer, zielstrebiger und ausgeglichener zu werden. Wenn wir das schaffen, sind wir automatisch erfolgreich. Zu Beginn der Saison eine Prognose zu stellen, wer von wem ein Konkurrent ist, ist schwierig. Denn Entwicklungen können schnell in die eine und schnell in die andere Richtung gehen. Dennoch machen die Teams vom BAK und Nordhausen seit Jahren einen guten und stabilen Eindruck. Auch der BFC Dynamo spielt aktuell einen tollen Fußball und könnte für eine Überraschung sorgen.

Der FCE ist ein Traditionsclub aus dem Osten. Wie fühlt man sich in einer wichtigen verantwortlichen Position zu sein und wie kam es zu deinem Engagement als Torwarttrainer in der Lausitz?

Vor drei Jahren war man in Cottbus auf der Suche nach einem neuen Torwarttrainer. Über Sebastian König, der ja auch aus Miersdorf kommt, kam der Kontakt zu Pele Wollitz zustande, mit dem ich anschließend gute Gespräche hatte. Seitdem bin ich in Cottbus für Torhüter zuständig, von der U16 bis zur ersten Mannschaft. Das ist eine tolle Aufgabe, zumal ich sieben Jahre beim FCE im Nachwuchs gespielt habe und es schon immer ein Traum war zu den Profis dazuzugehören.

Erzähl uns etwas über die Atmosphäre im Stadion der Freundschaft. Wie wichtig ist das Band zwischen Team und Fans gerade in schweren Zeiten?

Grundsätzlich herrscht in jedem Stadion mit vielen Menschen eine gute Stimmung. Aber irgendwann entwickelt man eine Verbindung zu den Fans, man erkennt Gesichter wieder, spricht mit Ihnen und so entsteht ein Verhältnis das auf Verantwortung füreinander beruht. Die Fans fühlen sich verantwortlich uns anzufeuern und wir fühlen uns verantwortlich ihnen einen Grund dafür zu geben. Dadurch hilft man sich in schweren Zeiten und beflügelt sich gegenseitig in guten Zeiten. Besonders im Stadion der Freundschaft. Deshalb heißt es auch so.

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Kommen wir zu deinem Heimatverein, dem SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen. Freut es dich, dass der Club wieder in der Brandenburgliga spielt?

Es freut mich riesig! Die Jungs haben letztes Jahr eine fantastische Saison gespielt und sind zurecht wieder in der höchsten Liga Brandenburgs. Viele Freunde von mir sind dort in der Mannschaft und für jeden Einzelnen hat es mich gefreut.

Ist der Klassenerhalt der Eintracht in deinen Augen realistisch?

Mehr als das. Die Mannschaft wird den Schwung mitnehmen und eine richtig gute Saison spielen, denn sie haben eine gute Mischung aus Erfahrung und jugendlicher Leichtigkeit und zudem einen guten Teamgeist. Desweiteren herrscht im gesamten Verein eine große Aufbruchsstimmung und diese wird sich die nächsten Jahre auf die Mannschaft auswirken.

Eine entscheidende Frage haben wir dann doch noch! Wird man Anton Wittmann nochmal im Kasten der Eintracht sehen, wenn es in der Brandenburgliga um Punkte geht?

Man wird mich sicherlich oft auf der Tribüne sehen und noch öfter bei der zweiten Mannschaft in der Kreisoberliga.

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