27. Mai 2019 / 22:28 Uhr

Der Traum wird Wirklichkeit: Union Berlin steigt in die Bundesliga auf - nach 0:0 gegen Stuttgart

Der Traum wird Wirklichkeit: Union Berlin steigt in die Bundesliga auf - nach 0:0 gegen Stuttgart

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Das Wunder ist perfekt: Union Berlin ist nach einem 0:0 gegen den VfB Stuttgart in die Bundesliga aufgestiegen.
Das Wunder ist perfekt: Union Berlin ist nach einem 0:0 gegen den VfB Stuttgart in die Bundesliga aufgestiegen. © Getty Images
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Der 1. FC Union Berlin ist der 56. Bundesligist! Der Zweitiligist feiert durch das 0:0 im Relegations-Rückspiel gegen den VfB Stuttgart den Aufstieg in die Bundesliga. Der VfB muss hingegen zum dritten Mal in die 2. Liga absteigen.

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Der 1. FC Union Berlin hat sich für eine starke Saison in der 2. Bundesliga belohnt und steigt nach der Relegation in die Bundesliga auf - dank eines 0:0 gegen den VfB Stuttgart im heimischen Stadion an der Alten Försterei. Die Schwaben konnten somit auch in der Relegation ihre verkorkste Saison mit gerade einmal 28 Punkten nicht mehr retten und müssen zum dritten Mal in ihrer Vereinsgeschichte den Gang in die 2. Liga antreten. Dem FCU reichte das 2:2 aus dem Hinspiel am vergangenen Donnerstag aufgrund der Auswärtstor-Regel und feiert seinen ersten Bundesliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte.

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"Es ist surreal, ich fasse es gar nicht. Ich gehe seit 40 Jahren zu diesem Verein und ich habe auf dieses eine Spiel gewartet. Ich bin so glücklich. Die Menschen, die hier arbeiten, die haben das verdient. Ich bin so glücklich", sagte Unions Präsident Dirk Zingler nach der Partie. Und Trainer Urs Fischer dachte vor allem an die Fans: "Ein ganzer Verein hat ein Jahr lang alles dafür gemacht. Es freut mich für alle, es ist ein gemeinsamer Erfolg. Ich bin überglücklich, ich habe immer daran geglaubt."

Das Stadion An der Alten Försterei war mit 22.012 Zuschauern ausverkauft. 2000 Stuttgarter Fans begleiteten den VfB nach Berlin. Doch die hatten nichts zu feiern! Stattdessen jubelten die Berliner ausgelassen über den ersten Aufstieg der Vereinsgeschichte in die Bundesliga.

Aufregung um Aogo-Tor

Stimmungsvoller hätte es kaum sein können beim Relegations-Rückspiel zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem VfB Stuttgart. Schon vor dem Spiel empfingen die Berliner Anhänger den Mannschaftsbus mit Pyrotechnik und Sprechchören, im Stadion setzte sich das fort, als die Stuttgarter Anhänger mit bengalischen Feuern die Stimmung weiter anheizten. Lautstark untersützten beide Kurven ihre Teams.


In Bildern: So feierte Union den historischen Aufstieg in die Bundesliga

Nach einem 0:0 im Relegations-Rückspiel gegen den VfB Stuttgart hat der 1. FC Union Berlin erstmals in seiner Geschichte den Aufstieg in die Bundesliga geschafft. Zur Galerie
Nach einem 0:0 im Relegations-Rückspiel gegen den VfB Stuttgart hat der 1. FC Union Berlin erstmals in seiner Geschichte den Aufstieg in die Bundesliga geschafft. © dpa

Und der Funke sprang über auf die Mannschaften. Schon nach drei Minuten brannte es im Berliner-Strafraum licherloh, als zwei Stuttgarter Spieler den Ball nach einer Ecke verpassten. Schon wenig später gab es den Mega-Aufreger!

In der 8. Minute traf der Berliner Ryerson den VfB-Stürmer Gonzalez knapp vor dem Union-Strafraum und es gab Freistoß. 17 Meter vor dem Tor in zentraler Lage trat Aogo zum Schuss an - und versenkte. Die Mannschaft und die Fans jubelten bereits - bis Schiedsrichter Christian Dingert einen Hinweis aus dem Kölner Video-Keller bekam. Und tatsächlich: Das Tor wurde zurückgenommen, weil Gonzalez dem Berliner Schlussmann Gikiewicz die Sicht nahm, und dabei im Abseits stand.

Ausgangslage sprach für Union Berlin

Die Ausgangslage vor dem Spiel war klar: Auch ein Unentschieden gegen Union Berlin mit drei oder mehr Treffern würde wegen der Auswärtstorregel die Rettung für den VfB Stuttgart bedeuten. Bei einer Niederlage, einem 0:0 oder 1:1 würde der VfB absteigen. Ein Sieg des VfB wäre ohnehin das Ticket für die Bundesliga geblieben.

An der Alten Försterei sei „es wichtig, Spieler auf dem Feld zu haben, die ein dickes Fell haben“, sagte VfB-Interimstrainer Nico Willig vor der Partie in Berlin. Lange war allerdings der Einsatz von Spielmacher Daniel Didavi wegen muskulärer Probleme fraglich. Am Ende wurde er eingewechselt. Bei Union fehlten allerdings auch Leistungsträger, unter anderem Kapitän Felix Kroos.

Union Berlin in Noten: Die Einzelkritik gegen den VfB Stuttgart

DURCHKLICKEN: Alle Spieler von Union Berlin gegen den VfB Stuttgart hier in der Einzelkritik. Zur Galerie
DURCHKLICKEN: Alle Spieler von Union Berlin gegen den VfB Stuttgart hier in der Einzelkritik. ©

Badstuber und Kabak bluten stark

Nach dem zurückgenommenen Tor von Aogo verflachte die Partie dann allerdings auch. Chancen waren fortan Mangelware, stattdesssen wurde es etwas ruppiger. Bis kurz vor der Pause Stuttgarts Steven Zuber mit einem Distanzschuss den Unioner Keeper prüfte.

Wirbel gab es Mitte der ersten Halbzeit um einen Zusammenstoß der beiden Stuttgarter Verteidiger Kabak und Badstuber, die mit den Köpfen zusammenrasselten und am Boden liegen bleiben mussten. Beide Spieler bluteten stark und mussten behandelt werden. Sowohl Badstuber als auch Kabak konnten aber mit einem Turban-Verband weiterspielen.

Spannung bis zum Schluss

In der 2. Halbzeit nahm die Partie wieder Fahrt auf. In der 57. Minute forderten die Stuttgarter nach einem unabsichtigen Handspiel von Unions Prömel Elfmeter, doch Dingert ließ berechtigertweise weiterspielen. Auf der anderen Seite wurde es dann gleich zweimal hektisch. In der 64. Minute traf Abdullahi den Pfosten. Nur zwei Minuten später hatte er erneut kein Glück, als er auf Zieler zuläuft, wegrutscht und der Ball erneut gegen den Pfosten springt.

VfB Stuttgart in der Einzelkritk gegen Union Berlin

DURCHKLICKEN: Der VfB Stuttgart in der Einzelkritik gegen Union Berlin. Zur Galerie
DURCHKLICKEN: Der VfB Stuttgart in der Einzelkritik gegen Union Berlin. ©

So blieb es spannend bis zu letzt - und Union brachte das 0:0 tatsächlich über die Zeit und steigt somit in die Bundesliga auf.

Union ist der 56. Bundesligist

Union ist durch den Aufstieg der 56. Neuling in der Fußball-Bundesliga. Die Köpenicker sind als fünfter Berliner Verein ins deutsche Oberhaus aufgestiegen. Damit steht erstmals seit Energie Cottbus 2009 wieder ein Ex-DDR-Oberligist in der Bundesliga, RB Leipzig wurde erst nach der Wende gegründet. Für den VfB Stuttgart ist es nach 1975 und 2016 der dritte Bundesliga-Abstieg der Klubgeschichte.