30. Mai 2020 / 10:57 Uhr

Der Trend als VfL-Freund: Vor sieben Spieltagen waren Wolfsburg und Frankfurt noch punktgleich...

Der Trend als VfL-Freund: Vor sieben Spieltagen waren Wolfsburg und Frankfurt noch punktgleich...

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Glasner und der VfL stehen acht Plätze vor Hütter und der Eitntracht
Glasner und der VfL stehen acht Plätze vor Hütter und der Eitntracht
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Gegensätzlicher könnten die Entwicklungen beim VfL Wolfsburg und bei Eintracht Frankfurt kaum sein: Für die einen ging es zuletzt nach oben, für die anderen deutlich bergab. Am Samstag treffen die Klubs im direkten Duell aufeinander.

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Während der VfL Wolfsburg am internationalen Wettbewerb schnuppert, kämpft der kommende Gegner Eintracht Frankfurt um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga. Dabei waren beide Mannschaften nach dem 21. Spieltag noch punktgleich. Was ist da passiert? VfL-Trainer Oliver Glasner kann nur für sein Team sprechen, mit dem er den Trend der vergangenen Wochen gern fortsetzen möchte.

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Marin Pongracic war der Mann des Spiels ©

In der vergangenen Saison schafften sowohl der VfL als auch die Eintracht die Qualifikation für die Europa League, beide Klubs sind darin auch noch vertreten. Die Wolfsburger müssten für den Einzug ins Viertelfinale die 1:2-Pleite gegen Schachtar Donezk aus dem Hinspiel drehen, die Frankfurter stehen nach einem 0:3 gegen den FC Basel vor dem Aus. Ob und wie der Wettbewerb nach der Corona-Krise fortgesetzt wird, ist nach wie vor unklar. Am liebsten wären beide Klubs auch in der neuen Spielzeit wieder dabei, allerdings sieht es nur für den VfL ganz gut aus. Derzeit hat er auf Platz sechs mit 42 Punkten drei Zähler Vorsprung auf 1899 Hoffenheim. Die Frankfurter stehen mit 29 Punkten auf Platz 14 - zwei Zähler vorm Relegations-Rang. Allerdings steht am Mittwoch noch das Nachholspiel in Bremen aus.

Mit Europa wird es für die Hessen diese Saison wohl nichts. Dabei lagen Wolfsburg und Frankfurt nach dem 21. Spieltag mit 28 Punkten noch gleichauf. Der VfL gewann anschließend mit 3:2 in Sinsheim, die Eintracht verlor mit 0:4 in Dortmund - und stürzte in den Wochen darauf in der Tabelle ab. "Was bei Frankfurt passiert ist, weiß ich nicht. Dafür bin ich zu weit weg", sagt VfL-Coach Glasner. Was hingegen mit seinem Team passiert ist, weiß der Österreicher genau: "Wir haben eine sehr positive Entwicklung genommen. Unser Defensivverhalten wird besser, die Automatismen greifen immer mehr. Es ist relativ schwer, sich gegen uns Torchancen rauszuspielen", stellt der Trainer fest und lobt: "Wir sind zufrieden mit den vergangenen Wochen, weil die Spieler immer mehr verinnerlichen, wie wir spielen wollen – unabhängig vom System."

An das starke 4:1 in Leverkusen will der VfL am Samstag anknüpfen und könnte Glasners Landsmann Adi Hütter auf der Frankfurter Trainerbank tiefer in die Krise stürzen. Doch Wolfsburgs Coach betont: "Ich habe nie den Ansporn, ein Spiel zu gewinnen, um dem Gegner zu schaden, sondern um uns etwas Gutes zu tun." Unabhängig davon kennen sich die beiden Österreicher gut und lange, pflegen ein gutes Verhältnis. "Wir haben in der aktiven Karriere und auch als Trainer schon oft gegeneinander gespielt", erinnert sich Glasner. "Ich schätze Adi sehr, er ist einer der Trainer, die das Image der österreichischen Trainer im Ausland in den letzten Jahren hochgehalten haben. Ich habe großen Respekt vor ihm."

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Mit einem Sieg würde der VfL Platz sechs weiter festigen, doch da haben die Frankfurter etwas dagegen. "Der Druck des Gegners wird ein anderer sein. Weil Wolfsburg viel Power mitbringt und versucht, dem Gegner schon früh im Spielaufbau wehzutun. Da wird es darauf ankommen, die richtigen Lösungen zu finden", betont Hütter, der vor den Gastgebern warnt: "Wir haben nicht zuletzt unter der Woche gesehen, wie stark Wolfsburg sein kann. Der VfL hat Wucht in der Offensive, die wir unterbinden müssen." Auch Glasner hat Respekt, sagt: "Ich erwarte eine aggressive und angriffslustige Eintracht, die uns wieder alles abverlangen wird."

Und was ist für den VfL tabellarisch noch drin? Nach oben nicht viel, Mönchengladbach ist auf Rang fünf schon elf Punkte weit weg. Sind die Top-Teams also schon weiter als der VfL? Glasner: „In dieser Saison klar, sonst würden sie nicht mit so einem großen Vorsprung vor den anderen liegen.“ Aber die Tabellenkonstellation blendet der Coach aus. „Ich schaue auf Frankfurt, da ist keine Zeit, dass ich mich mit der Tabelle beschäftige. Die Tabelle ist mir relativ gleichgültig.“