14. Januar 2022 / 17:05 Uhr

Der VfB Lübeck verliert mit Silas Meyer ein großes Talent an den SV Eichede

Der VfB Lübeck verliert mit Silas Meyer ein großes Talent an den SV Eichede

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Silas Meyer (r.) auf den Spuren seines älteren Bruders und VfB-U19-Co-Trainer Marcello Meyer (l.), der von Juli bis September 2011 und September 2020 bis Juli 2021 beim SV Eichede gespielt hat.
Silas Meyer (r.) auf den Spuren seines älteren Bruders und VfB-U19-Co-Trainer Marcello Meyer (l.), der von Juli bis September 2011 und September 2020 bis Juli 2021 beim SV Eichede gespielt hat. © Volker Giering
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Nach seiner Fußverletzung im Sommer 2021 möchte der 20-Jährige nun die Chance beim SV Eichede nutzen.

Der VfB Lübeck verliert ein weiteres großes Talent. Silas Meyer wechselt mit sofortiger Wirkung zum SV Eichede und erhält einen Eineinhalb-Jahresvertrag bis zum 30. Juni 2023.

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Schon vor der Saison sollte der U23-Spieler die Vorbereitung beim Regionalliga-Team mitmachen, bis er sich aber einen Mittelfußbruch zuzog. Der 20-Jährige kämpfte sich zurück und sollte nun in der Wintervorbereitung eine neue Chance bekommen und zunächst drei Mal in der Woche unter VfB-Cheftrainer Lukas Pfeiffer mittrainieren. Problem ist, dass auch vormittags trainiert wird und Meyer eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann bei der Grundstücks-Gesellschaft Trave (zweites Lehrjahr) macht. „Die erste Herren trainiert unter professionellen Bedingungen. Ich habe gemerkt, dass sich das mit der Ausbildung nicht vereinbaren lässt“, sagte er gegenüber den LN und ergänzte: „Ich möchte die Ausbildung auf jeden Fall zu Ende machen. Mein Ziel ist es, mir einen Stammplatz in Eichede zu erarbeiten und mit der Mannschaft in die Regionalliga aufzusteigen, um meine Ausbildung mit meinen sportlichen Ambitionen bestmöglich vereinbaren zu können.“

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Der Name Meyer und der VfB sind eng verbunden. Schon Opa Rolf (86) und Vater Ingo (56) spielten einst bei den Grün-Weißen. Bruder Marcello (31) ist aktuell Co-Trainer der U19 und auch die jüngeren Brüder Henry (18) und Mika (16) kicken bei den Grün-Weißen. „Es war zwar nicht einfach, da ich hier lange gespielt habe. Doch war es die beste Entscheidung. Eichede ist eine gute Adresse und die Truppe ist cool. Die Perspektive ist gut“, sagte Silas, der am Donnerstag das erste Mal mit seinem neuen Team trainiert hat und schon am Samstag im ersten Testspiel bei Regionalliga-Primus Holstein Kiel II (Projensdorf, 14 Uhr) auflaufen soll. Gern hätte er sich bei seinen alten U23-Kameraden verabschiedet, was allerdings aufgrund des verschobenen Trainingsstart nicht möglich war. „Ich bin dem VfB Lübeck dankbar, dass alles so gut geklappt hat“, betonte der defensive Mittelfeldspieler.


Der Verein bedauert den Abgang des Leistungsträgers, zeigt aber Verständnis. „Ich kenne Silas schon paar Jahre. Ich schätze ihn sehr, vor allem seinen Charakter. Sportlich gesehen, wird er uns natürlich fehlen. Doch habe ich volles Verständnis und wünsche ihm alles Gute“, sagte U23-Coach Norbert Somodi. Für den Oberliga-Zweiten aus Eichede ist die Verpflichtung eine Riesenverstärkung. „Ich kenne Silas schon seit der D-Jugend und wollte seit langer Zeit mit ihm zusammenarbeiten“, sagt Chefscout und Kaderplaner Niclas Warsteit und beschreibt die Stärken vom Lockenkopf: „Er ist zielstrebig und ehrgeizig. Auf dem Platz ist er ein Anführer. Ich traue ihm viel zu.“ Der 20-Jährige sei ein Vollblutsfußballer. „Das ist ein guter Transfer, um unsere Ambitionen zu untermauern und eine erfolgreiche Rückrunde zu spielen“, betonte Warsteit.

Silas Meyer im Trikot seines neuen Klubs.
Silas Meyer im Trikot seines neuen Klubs. © SV Eichede/hfr

Silas Meyer ist nach Tim Netzel (TSV Kronshagen) und Ex-VfBer Fiete Luther (FC Dornbreite) der dritte und letzte Wintertransfer bei den Stormarnern. Mit den Neuverpflichtungen reagiert der Verein auf die Abgänge von Alexander Hintz und Niko Hasselbusch, die für die Rückrunde nicht mehr zur Verfügung stehen. Verteidiger Hintz wechselt aus beruflichen Gründen zurück in die Hamburger Landesliga zum TuS Berne. Angreifer Hasselbusch, der noch bis 2023 an den Verein gebunden ist, absolviert von Februar bis Mai ein Auslandssemester.