21. Juni 2019 / 18:59 Uhr

Der VfB setzt auf Teamgeist und zwei ganz besondere Daumendrücker

Der VfB setzt auf Teamgeist und zwei ganz besondere Daumendrücker

Christian Meyer
Peiner Allgemeine Zeitung
Abfahrt mit einem Hingucker: Bus-Unternehmer Frank Korte fuhr die C-Junioren des VfB Peine mit einem amerikanischen Schulbus zur Niedersachsenmeisterschaft nach Barsinghausen. Ismail Yaghoobi (links) und Lennert Gürth können nach ihren Unfall-Verletzungen noch nicht mitspielen, unterstützen den VfB aber als Edelffans.
Abfahrt mit einem Hingucker: Bus-Unternehmer Frank Korte fuhr die C-Junioren des VfB Peine mit einem amerikanischen Schulbus zur Niedersachsenmeisterschaft nach Barsinghausen. Ismail Yaghoobi (links) und Lennert Gürth können nach ihren Unfall-Verletzungen noch nicht mitspielen, unterstützen den VfB aber als Edelfans. © Christian Meyer
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Im Halbfinale der Aufstiegsspiele zur Regionalliga treffen die C-Jugend-Kicker des VfB Peine Samstag (14 Uhr) auf Favorit VfL Osnabrück. Der VfB setzt auf den Teamgeist, eine Anreise im coolen Bus und zwei ganz besondere Daumendrücker: Lennert Gürth und Ismail Yaghoobi können nach dem Bus-Unglück im Mai zumindest als Fans dabei sein.

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Ausgerechnet beim Saison-Höhepunkt können sie nur zugucken. Doch Ismail Yaghoobi und Lennert Gürth haben schon etwas viel Größeres gewonnen, als ein Aufstiegsspiel zur Regionalliga – ihr Leben! Die beiden sind die bei dem Unfall im Mai mit dem Mannschaftsbus auf der A7 am schwersten verletzten C-Jugend-Spieler des VfB Peine. Am Wochenende drücken sie ihren Teamkollegen die Daumen bei der Niedersachsen-Meisterschaft in Barsinghausen. „Alles ist möglich, denn alle sind gut drauf in unserem Team“, sagt der 15-jährige Ismail.

Emotionale Wochen liegen hinter dem Achtklässler der Bodenstedt-Realschule. Bei dem Unfall brach sich der Flügelflitzer des Landesliga-Meisters das Schienbein, musste operiert werden und lag zur Beobachtung im Krankenhaus in Hildesheim. Seine Eltern konnten ihn nicht in den Arm nehmen und trösten – während es ihr Sohn bei der Flucht aus Afghanistan nach Deutschland schaffte, durften Vater und Mutter nicht aus der Türkei ausreisen. Sie erfuhren erst spät per Handy, was ihrem Sohn gerade in Deutschland passiert war. „Das war ein ganz schöner Schreck für sie“, sagt Ismail. Tränen flossen. Doch seine VfB-Teamkollegen brachten ihn bei den Besuchen im Krankenhaus wieder zum Lachen, Coach Christoph Hasselbach schaute alle zwei Tage nach seinem Schützling. „Das war schön, so war mir gleich nicht so langweilig“, lobt Ismail.

Dank einer Schiene kann er inzwischen wieder ohne Krücken laufen. Bis er wieder Finten schlagen und aufs Tor schießen kann, wird es aber noch Monate dauern. Dass er beim Saison-Höhepunkt in Barsinghausen nicht mitspielen kann, „macht mich schon traurig. Aber die Jungs machen das schon. Ich freue mich trotzdem, da ich überhaupt mitfahren kann“, sagt Ismail.

Mit einem alten amerikanischen Schulbus fuhren die VfB-Jungs Freitag alle gemeinsam nach Barsinghausen. Die Überraschung des Peiner Bus-Unternehmers Frank Korte und von Trainer Christoph Hasselbach war gelungen. „Das ist ja voll heftig“, schwärmte Verteidiger Mika Hoyer, als der schwarz-gelbe Oldtimer am VfB-Platz vorknatterte. „Ich hatte gelesen, dass es ein Wunsch des Trainers war, dass alle gemeinsam anreisen – da habe ich mir gedacht: Das kriegen wir hin! Vielleicht motivieren wir die Jungs damit ja auch“, sagte Korte.

Die Peiner sind in Barsinghausen der größte Außenseiter – „und diese Rolle wollen wir genießen“, sagt VfB-Trainer Christoph Hasselbach. Sein Landesliga-Meister-Team erwischte nämlich bei der Auslosung zu den Regionalliga-Aufstiegsspielen den dicksten Brocken. Der VfB trifft Samstag im Halbfinale auf die Jungs des Nachwuchsleistungszentrums vom VfL Osnabrück, die mit nur 11 Gegentoren und nur einer Niederlage ihre Weser-Ems-Liga dominierten. Peines Coach kiebitzte beim 8:0-Saisonfinal-Sieg des VfL und war beeindruckt. „Die Mannschaft hat eine extrem gute Offensive. Körperlich wird uns der Gegner enorm viel abverlangen. Die Osnabrücker hatten einen Mittelstürmer, der aussah, als spiele er schon A-Jugend“, verdeutlichte Christoph Hasselbach. Er sieht die Osnabrücker deshalb in der Favoritenrolle. „Aber vielleicht haben sie dadurch auch den Druck.“

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Sein Team könne befreit aufspielen und habe einen nicht zu unterschätzenden Trumpf: Den Teamgeist. Der Unfall mit dem Mannschaftsbus auf der A7 habe die Mannschaft noch enger zusammengeschweißt. „Aufgrund dieser Sache werden die Jungs für immer eine Beziehung haben. Uns verbindet mehr als der Sport“, sagt Hasselbach. Er ist sich sicher, dass die VfB-Talente mit diesem Zusammenhalt gut dagegen halten werden. Und nicht nur damit! Sein Team hat ebenfalls Einiges auf dem Kasten und ist offensiv schwer auszurechnen. „Was uns ausgezeichnet hat, war die Vielzahl an Torschützen. Und wir hatten zudem eine der besten Abwehr-Formationen. Wir haben die Fähigkeit, zu Null zu spielen“, betont Hasselbach.

Egal, wie die Aufstiegsspiele ausgehen werden, diese Saison werden der VfB-Trainer und seine Jungs so schnell nicht vergessen. „Die Mannschaft hat eine gute Entwicklung genommen, sportlich und menschlich. Es war schön zu sehen, was sich mit engagierter Arbeit erreichen lässt“, lobte Hasselbach den großen Lernwillen seiner Talente. Die Regionalliga-Aufstiegsspiele erreicht zu haben sei schon schön, „und ein Traum wäre es, wenn wir sie Sonntag mit einem Sieg abschließen könnten“, sagt der VfB-Trainer – egal, ob im Spiel um Platz drei oder im Finale.

Duelle mit Hannover 96 und dem HSV locken

*Die C-Junioren-Niedersachsenmeisterschaft *steigt am Samstag und Sonntag im Barsinghäuser August-Wenzel-Stadion. Im Halbfinale trifft der VfB Peine Samstag (14 Uhr) auf den VfL Osnabrück. Zeitgleich kämpfen die JFV Borstel-Luhdorf und die JFV Calenberger Land um den Final-Einzug. Am Sonntag wird um 10 Uhr das Spiel um Platz 3 angepfiffen, das Finale steigt von 12 Uhr an. Der Niedersachsen-Meister steigt in die Regionalliga Nord auf, die höchste Liga dieser Altersklasse, und darf sich mit Kalibern wie Hannover 96, Hamburger SV und VfL Wolfsburg messen.

Von Christian Meyer

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