06. Dezember 2016 / 23:08 Uhr

Der VfL beobachtet wieder intensiv den Trainermarkt

Der VfL beobachtet wieder intensiv den Trainermarkt

Andreas Pahlmann / Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Eine naheliegende, eine nicht ganz neue und eine überraschende Idee: Die Trainer Bruno Labbadia, Paulo Sousa und David Wagner (v. l.).
Eine naheliegende, eine nicht ganz neue und eine überraschende Idee: Die Trainer Bruno Labbadia, Paulo Sousa und David Wagner (v. l.). © Imago
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Seit Dienstag bereitet Valérien Ismaël das Team des VfL Wolfsburg auf das Fußball-Bundesliga-Spiel am Samstag bei Bayern München vor. Nach nur einem Sieg in sechs Spielen steht der Coach unter Druck – aber noch deutet nichts auf eine kurzfristige Bewegung in der Wolfsburger Trainerfrage hin.

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Wolfsburg/Florenz. Allerdings: Nach WAZ-Informationen sondiert der VfL wieder intensiver den Trainermarkt – um bei Bedarf kurzfristig oder in der Winterpause zu reagieren. Dabei stehen zwei alte Bekannte im Fokus: Bruno Labbadia und Paulo Sousa.

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Beide Trainernamen wurden bereits gehandelt, als sich der VfL im Oktober von Dieter Hecking getrennt hatte und noch unklar war, ob Ismaël eine Interims- oder eine Dauerlösung sein wird. Labbadia wurde am Montag auch mit Darmstadt 98 in Verbindung gebracht, wo Norbert Meier seinen Hut hatte nehmen müssen. Nach übereinstimmenden Medienberichten hat der gebürtige Darmstädter seinem Ex-Klub (er war dort bereits Spieler und Trainer) allerdings abgesagt – weil er weiterhin mit einem Engagement bei „Klubs vom Kaliber eines VfL Wolfsburg“ (Sport1) liebäugelt. Schon im November sollen sich Labbadia und der VfL fast einig gewesen sein, ehe sich VfL-Manager Klaus Allofs doch dafür entschied, Ismaël zum Chefcoach zu befördern.

Über Mittelsmänner hatte der VfL damals auch Kontakt zu Lucien Favre (Nizza) und Paulo Sousa (AC Florenz) aufgenommen, beide sollen abgewunken haben. Während Favre aktuell kein Thema in Wolfsburg zu sein scheint, blieb Sousa auf der VfL-Liste. Der ehemalige portugiesische Nationalspieler war als Profi eine Saison lang bei Borussia Dortmund (1996/97) aktiv und war als Trainer unter anderem in England, bei Videoton Székesfehérvár in Ungarn und beim FC Basel tätig.

Neu in der Wolfsburger Trainer-Diskussion ist David Wagner, dessen Name zumindest in VW-Kreisen diskutiert wird. Der 45-Jährige Deutsch-Amerikaner stand bei Borussia Dortmund II an der Seitenlinie, gilt als Freund und Vertrauter von Jürgen Klopp und trainiert seit gut einem Jahr den englischen Zweitligisten Huddersfield Town, den er vom Abstiegskandidaten zum Spitzenklub formte – und dafür bereits als „Klopp II“ gefeiert wurde. Wagner war vor vier Wochen auch bereits als neuer Trainer in Ingolstadt im Gespräch, ehe sich der FCI für Maik Walpurgis als Nachfolger von Markus Kauczinski entschied. Was für Wagner spricht: Der vergleichsweise unbekannte Coach gilt als Trainer mit einem Händchen für junge Spieler, stünde also einem Kurswechsel (weniger Stars, mehr Talente) nicht im Wege.