11. Februar 2020 / 17:45 Uhr

Der VfL in der Krise: Trainer und Team stecken die Köpfe zusammen

Der VfL in der Krise: Trainer und Team stecken die Köpfe zusammen

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wolfsburg, SPORT, Fußball-Bundesliga, VfL Wolfsburg - Bayer Leverkusen,
Am Dienstag wurde viel geredet beim VfL Wolfsburg: Trainer Oliver Glasner (M.) und seine Spieler sprachen über die vielen Fehler zuletzt. © Boris Baschin
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Lange waren die Profis des VfL Wolfsburg am ersten Trainingstag nach dem schwachen 1:1 gegen Fortuna Düsseldorf am Dienstag nicht auf dem Platz...

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Dass Oliver Glasner an einem Dienstagvormittag Videoanalyse mit den zuletzt schwächelnden Profis des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg macht, ist nicht ungewöhnlich. Aber normalerweise kommen Josuha Guilavogui und Co. meist noch für einen kurzen Moment auf den Trainingsplatz. Aber diesmal war das anders. Da steckten Trainer und Team die Köpfe zusammen. Und zwar länger als sonst.

Nach nur vier Punkten aus den ersten vier Spielen der Rückrunde steckt der VfL in einer komplizierten Situation, das Ziel Europa ist in weite Ferne gerückt, der Trainer steht in der Kritik. Um seinen Job geht es am Samstag im Duell mit 1899 Hoffenheim noch nicht. „Es gibt bei uns keine Trainerdiskussion“, so VfL-Manager Jörg Schmadtke im SPORTBUZZER-Interview am Dienstag. Gleichwohl sagte der 55-Jährige auch: „Wir müssen gemeinschaftlich versuchen, dieser Mannschaft eine Identität, ein Profil und Performance-Möglichkeiten zu geben, damit sie wieder Spiele gewinnen kann.“

Bilder zur Bundesliga-Partie zwischen dem VfL Wolfsburg und Fortuna Düsseldorf

Renato Steffen erzielt per Kopfball das Tor zum 1:1 für den VfL Wolfsburg. Zur Galerie
Renato Steffen erzielt per Kopfball das Tor zum 1:1 für den VfL Wolfsburg. ©
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Und so wurde an diesem tristen Dienstagvormittag über die vielen Fehler in den vergangenen Spielen geredet, nach einer Einheit im Kraftraum. „Für den Trainer war es wichtig, diverse Dinge anzusprechen“, so Kevin Mbabu. Glasner sei dabei aber nicht laut geworden, so der Rechtsverteidiger. „Er wollte wissen, wie wir über bestimmte Dinge denken. Ich finde, es war ein guter Austausch.“

Über was wurde geredet? Es ging um die Frage, warum der VfL beim 1:1 gegen Düsseldorf zwei Gesichter gezeigt habe. In der ersten Halbzeit hatte das Team unterirdisch gespielt, nach dem Seitenwechsel wurde es trotz Unterzahl (Marin Pongracic hatte Rot gesehen) besser. Warum war das so? „Das ist schwer zu sagen“, so Mbabu. „Aber diese Mentalität, die wir dann gezeigt haben, sollten wir von der ersten bis zur letzten Minute haben. Wir brauchen diese positive Einstellung von Beginn an.“

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Gerade in den Spielen, in die der VfL als Favorit gegangen war, hatte er nicht selten Probleme. Mbabu zustimmend: „Das müssen wir so schnell wie möglich abstellen.“ Gegen Köln, Hertha, in Paderborn und nun gegen Düsseldorf holten die Wolfsburger trotz Favoritenrolle nur vier Punkte, in der Hinrunde waren es noch acht Zähler. „Wir haben in diesen Spielen viele Punkte verloren“, ärgert sich der Nationalspieler der Schweiz, der wiederum nicht glaubt, dass sich das Team selbst überschätzt. „Wenn ich sehe, wie wir trainieren, mit welcher Intensität, dann glaube ich nicht, dass das unser Problem ist.“

In der Tat: Im einstündigen Nachmittagstraining war Zug drin, aber das war auch in der Vergangenheit fast immer so. Wenn es jedoch darum geht, diese Gier in die Spiele zu übertragen, gelang das viel zu selten. Und so gleicht die Saison einer Achterbahnfahrt. Wann endet die? Am besten schon am Samstag, sagt Mbabu und fügt hinzu: „Es gibt aber ein paar Dinge, die wir verändern müssen - und damit müssen wir im Spiel bei 1899 Hoffenheim beginnen.“

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