22. Dezember 2018 / 12:00 Uhr

Der VfL Wolfsburg funktioniert wieder: Nicht nur die Neuen sind neu

Der VfL Wolfsburg funktioniert wieder: Nicht nur die Neuen sind neu

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Foto; Boris Baschin, Wolfsburg,  SPORT, Fußball-Bundesliga, VfL Wolfsburg - Schalke 04, 25.08.2018,
Es läuft: Die Neuzugänge schlugen beim VfL ein, die alten Hasen funktionieren deutlich besser. © Boris Baschin
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Für den VfL könnte es kaum besser laufen: Mit großen Schritten schreitet der Wolfsburger Fußball-Bundesligist in Richtung 40-Punkte-Marke. Sollte am Sonntag (15.30 Uhr) beim FC Augsburg der fünfte Sieg im sechsten Spiel gelingen, würden nur noch zwölf Zähler bis zum Etappenziel fehlen. Warum das Team von Trainer Bruno Labbadia funktioniert: Nicht nur die Neuen sind neu.

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Ob Jerome Roussillon, Daniel Ginczek oder Wout Weghorst – das Trio hat beim VfL eingeschlagen. Alle drei sind zu Stammspielern gereift und helfen den Wolfsburgern enorm. Der französische Linksverteidiger belebt die Seite, schaltet sich immer wieder mit in die Offensive ein. Er traut sich, ins Eins-gegen-Eins zu gehen, bereitet Torchancen vor und hat gegen Leipzig selbst schon getroffen.

Die kommenden Gegner des VfL Wolfsburg

17. Spieltag: FC Augsburg (23.12., 15.30 Uhr, (A)) Zur Galerie
17. Spieltag: FC Augsburg (23.12., 15.30 Uhr, (A)) ©

Ginczek und Weghorst sind ihrerseits die Stürmertypen, die der VfL lange gesucht hat. Dabei wäre es beim Ex-Stuttgarter fast nicht zum Transfer gekommen. „Ich weiß noch, als ich Manager Jörg Schmadtke gefragt habe, was er von Daniel hält. Er sagte nur: ,Den können wir nicht kriegen.’ Aber ich habe gesagt: ,Doch, können wir.’ Ich habe über Jahre Kontakt zu seinem Berater gehalten, weil ich ihn interessant fand. Ich habe immer gehofft, ihn mal trainieren zu können“, schwärmt Labbadia. Und der Wunsch des Trainers ist in Erfüllung gegangen. Behutsam baute er Ginczek auf. „Wir haben den richtigen Zeitpunkt abgewartet und es war förderlich, dass er reingekommen ist und ein Tor gemacht hat“, sagt der 52-Jährige. „Er hat das Potenzial, daher überrascht mich das nicht. Aber da geht noch einiges mehr.“ Immerhin: An sechs der letzten acht Wolfsburger Tore war Ginczek beteiligt (drei Tore, drei Assists). Hinzu kommen zwei weitere Tore gegen Schalke und in Düsseldorf. Eine stärkere Hinrundenbilanz hatte der 27-Jährige noch nie vorzuweisen.

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Ebenfalls nicht überrascht ist Labbadia bei Weghorst, der mit sechs Toren und drei Vorlagen Top-Scorer des VfL ist. „Er war der einzige Spieler, mit dem ich mich im Abstiegskampf getroffen habe. Seine Bilder haben mich total überzeugt. Wir brauchten Spieler, die über die Mentalität kommen und das verkörpert Wout komplett. Ich war überzeugt, dass er zu uns passt. So einen haben wir gebraucht, der weiterkommen will.“

Allerdings möchte Labbadia gar nicht zwischen Neuzugängen und VfLern, die länger im Klub sind, unterscheiden. „Die gesamte Mannschaft hat viel gemacht“, lobt der Coach und denkt bei der Entwicklung unter anderem an Yannick Gerhardt. „Er hat eine wahnsinnige Anlage. Als ich noch beim HSV war, ist er mir extrem aufgefallen“, sagt Labbadia und führt aus: „Als ich dann hier war, war er erst verletzt. Aber er ist eine Erscheinung von der Körperlichkeit. Ich bin froh, dass er jetzt die Verantwortung übernommen hat. Er reißt Löcher und geht in die Tiefe, aber ich sehe noch Luft nach oben.“