03. August 2020 / 08:30 Uhr

Der VfL Wolfsburg im Kader-Check: Abwehr kann die größte Baustelle werden

Der VfL Wolfsburg im Kader-Check: Abwehr kann die größte Baustelle werden

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Dürften gegen Donezk starten: John Anthony Brooks (v. l.) und Marcel Tisserand. Kevin Mbabu ist nach wie vor in Corona-Quarantäne.
Dürften gegen Donezk starten: John Anthony Brooks (v. l.) und Marcel Tisserand. Kevin Mbabu ist nach wie vor in Corona-Quarantäne. © Roland Hermstein / Boris Baschin
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Der Kader-Check: Für die Abwehr hat Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg eigentlich genug Spieler zusammen, wären da nicht einige Verletzte - und Akteure, die den Verein verlassen könnten... 

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Ob in der Innenverteidigung oder hinten rechts: Die Abwehr kann die größte Transfer-Baustelle beim VfL Wolfsburg werden. Zwar verfügt der Fußball-Bundesligist eigentlich über ausreichend Personal, doch einige Profis liebäugeln mit einem Abschied, andere sind verletzt oder angeschlagen. Dass in der Defensive noch etwas in Sachen Ab-, aber auch Zugänge passiert, ist darum sehr gut möglich.

Nach dem Abschied von VfL-Eigengewächs Robin Knoche haben die Wolfsburger mit John Anthony Brooks, Marin Pongracic, Marcel Tisserand und Jeffrey Bruma noch vier etatmäßige Innenverteidiger in ihren Reihen. Das würde reichen - zumal in der U23 hoffnunsvolle Talente wie Tim Siersleben und Michael Edwards auf ihre Chance lauern. Aber: Außer hinter Pongracic stehen hinter allen Spielern mehr oder weniger große Fragezeichen.

Als einziger Akteur hat bisher Tisserand (Vertrag bis 2022) einen möglichen Abschied angedeutet - sollte sich ein Abnehmer finden, ist der VfL gesprächsbereit. Der Kongolese war in dieser Saison in 15 Spielen zum Einsatz zu gekommen, in der Rückrunde aber nur noch Bankdrücker gewesen. Bruma (Vertrag läuft nächstes Jahr aus) dagegen war in der zweiten Saisonhälfte an den FSV Mainz 05 ausgeliehen, weil er in Wolfsburg keine Rolle mehr gespielt hatte. Bei den Mainzern kam er zwar immerhin auf acht Einsätze, dass sich an seiner Situation beim VfL jedoch etwas ändert, ist unwahrscheinlich.

Brumas VfL-Vertrag ist allerdings gut dotiert, ein Vereinswechsel darum zumindest wirtschaftlich keine besonders lockende Alternative für den Spieler. Ähnlich ist es bei Brooks, der mit 17 Millionen Euro Ablöse der aktuell teuerste Einkauf im VfL-Kader ist. Trainer Oliver Glasner setzte in der vergangenen Saison trotz einiger Patzer stets auf den US-Nationalspieler (Vertrag bis 2022), der im Verein allerdings auch kritisch gesehen wird. Interesse anderer Klubs soll es zwar immer mal wieder geben, das Paket aus Ablöse und Gehalt ist bei dem 27-Jährigen aber recht hoch.

Der Kader-Check: Die Abwehr des VfL Wolfsburg

William (M., Vertrag bis 2022): Vor seinem Kreuzbandriss war er hinten rechts meist gesetzt. Der 25-Jährige gilt als Frohnatur und bestritt schon 69 Bundesliga-Partien (Notenschnitt 2019/20: 3,60). Zur Galerie
William (M., Vertrag bis 2022): Vor seinem Kreuzbandriss war er hinten rechts meist gesetzt. Der 25-Jährige gilt als Frohnatur und bestritt schon 69 Bundesliga-Partien (Notenschnitt 2019/20: 3,60). ©

Wie sehr sich die VfL-Innenverteidigung noch verändert, hängt stark von der Dynamik ab, die der Transfermarkt in dieser verlängerten Wechselperiode (bis 5. Oktober können Bundesligisten Spieler verpflichten) noch entwickelt. Zuletzt hatte es Gerüchte um ein Wolfsburger Interesse an Nico Schlotterbeck vom SC Freiburg gegeben, doch der U21-Nationalspieler entschied sich für eine Leihe zu Union Berlin. "Vielleicht", so hatte VfL-Manager Jörg Schmadtke schon Anfang Juni gemutmaßt, "wird vieles auf August verschoben, wenn alle ihren Kassensturz gemacht haben.“

Die aktuell größten Sorgen hat der VfL hinten rechts. William arbeitet nach seinem Kreuzbandriss im Februar am Comeback. Wann er wieder dabei sein kann, ist offen. Und jetzt befindet sich Kevin Mbabu, der es zuletzt bärenstark gemacht hatte, nach seiner Corona-Infektion in Quarantäne. Für das Achtelfinal-Rückspiel der Europa League in Kiew gegen Schachtar Donezk fällt er definitiv aus - erste Option dürfte Tisserand hinten rechts sein.

Die VfL-Torhüter im Kader-Check

Sportdirektor Marcel Schäfer hatte bereits betont, dass der VfL das Rechtsverteidiger-Problem mit dem aktuellen Kader lösen will. Dennoch gab und gibt es immer mal wieder Transfergerüchte. Das 19-Jährige Talent Issa Kabore vom KV Mechelen entschied sich jetzt für einen Wechsel zu Manchester United, wird aber noch mal für ein Jahr an Mechelen ausgeliehen. In Portugal wurde derweil vom Wolfsburger Interesse an Stefan Ristovski von Sporting Lissabon berichtet - der 28-jährige Nordmazedonier passt aber nicht wirklich ins VfL-Beuteschema.

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Bleibt die Linksverteidiger-Position. Jerome Roussillon (Vertrag bis 2023) ist trotz einer eher durchwachsenen Saison gesetzt - sollte er fit bleiben. Zuletzt hatte er immer mal wieder mit Muskelproblemen zu kämpfen. Backup Paulo Otavio fällt noch wegen einer Knöchelverletzung aus, will aber im August ins Mannschaftstraining zurückkehren. Und: U23-Talent Luca Horn, der seine erste Vorbereitung bei den Profis absolviert, hatte bereits am letzten Spieltag gegen den FC Bayern sein fünfminütiges Bundesliga-Debüt geben können.