23. Mai 2018 / 15:39 Uhr

Der VfL Wolfsburg und Olympique Lyon: Die besten Teams der Welt

Der VfL Wolfsburg und Olympique Lyon: Die besten Teams der Welt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
VfL Wolfsburg
Die besten Teams der Welt: Der VfL Wolfsburg und Olympique Lyon (beim Kopfball-Duell Alexandra Popp und Wendie Renard) spielen am Donnerstag in Kiew um Europas Frauenfußball-Krone.
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VfL Wolfsburg gegen Olympique Lyon - das ist nicht nur das Duell der beiden besten Frauenfußball-Vereinsmannschaften der Welt. Es ist auch das Kräftemessen zweier Teams, die in den letzten Jahren die Champions League dominiert haben.

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Seit neun Jahren heißt der Wettbewerb um Europas Frauenfußball-Krone "Champions League", die Sieger kamen immer aus Frankreich oder Deutschland. Viermal gewann Lyon, je einmal Turbine Potsdam und der 1. FFC Franfurt, 2013 und 2014 war es der VfL. In den vergangenen beiden Jahren triumphierte Lyon - und legte damit die eigene Messlatte sehr hoch. Abwehrchefin Wendie Renard: "Wir müssen alle drei Trophäen gewinnen!" Ohne Triple (die Meisterschaft ist schon perfekt), wäre "die Saison eine Enttäuschung."

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Was beide Teams verbindet, ist der souveräne Einzug in das Finale - der VfL schoss dabei 33 Tore in acht Spielen, Lyon sogar eines mehr. Wolfsburg setzte sich gegen Atletico Madrid (3:0 und 12:2), AC Florenz (4:0, 3:3), Slavia Prag (5:0, 1:1) und Chelsea (3:1 und 2:0) durch, Lyon gegen Medyk Konin (5:0 und 9:0), BIIK Kazygurt (7:0 und 9:0), FC Barcelona (2:1 und 1:0) und Manchester City (1:0 und 0:0) - wobei die Auftritte im Viertel- und Achtelfinale nicht die gewohnte Souveränität hatten. Kaum überraschend angesichts der Ergebnisse: Lyon und Wolfsburg stellen auch die Top-Torjägerinnen des Wettbewerbs in dieser Saison: Ada Hegerberg (14 Tore) und Pernille Harder (7 Tore).

Anna Blässe und ihre Titelsammlung in Bildern

Anna Blässe mit Zsanett Jakabfi (r.) Zur Galerie
Anna Blässe mit Zsanett Jakabfi (r.) ©

Vier Spiele gab es bisher zwischen dem VfL und Lyon, die ersten beiden Duelle waren CL-Finals. 2013 schaffte Außenseiter Wolfsburg den Triumph dank eines von Martina Müller verwandelten Elfmeters. 2016 musste sich der VfL im Elfmeterschießen in Reggio Emilia den Französinnen geschlagen geben. In der vergangenen Saison bescherte das Lospech beiden Teams bereits ein Aufeinandertreffern im Viertelfinale. Das Hinspiel im AOK-Stadion verlor Wolfsburg mit 0:2, der 1:0-Rückspielerfolg reichte dann nicht. Wolfsburgs Torfrau Almuth Schult erinnert sich: „Wir haben noch eine Rechnung mit ihnen offen! Das letzte Mal im Viertelfinale war sehr bitter und blöd, da hätten wir es im Rückspiel noch drehen müssen. Und das Elfmeterschießen im Jahr zuvor ist auch keine schöne Erinnerung.“



VfL-Fans vor der Sophienkathedrale in Kiew - im Hintergrund der Männerpokal
VfL-Fans vor der Sophienkathedrale in Kiew - im Hintergrund der Männerpokal ©

Knapp 100 VfL-Fans werden dabei sein, wenn die Wolfsburgerinnen den Titel-Hattrick der Lyon-Stars vermeiden wollen. Nach dem Gewinn der Meisterschaft und des Pokals (wie im Vorjahr) ist der Chamoions-League-Titel kein Muss, sondern wäre ein Bonus nach einer ohnehin schon erfolgreichen Saison des VfL, der seit 2013 in jedem Jahr mindestens einen Titel gewann. Was neben der eigenen Lockerheit ebenfalls helfen könnte: Die Olympique-Mannschaft, gespickt mit Top-Stars wie der Engländerin Lucy Bronze, den Französinnen Camille Abily und Eugenie Le Sommer sowie Deutschlands Nationalmannschafts-Kapitänin Dzsenifer Marozsan ist in der Heimat konkurrenzlos und kaum Widerstand gewohnt. Seit Präsident Jean-Michel Aulas nach den Männern (Meister 2002 bis 2008) auch die Frauen zum Spitzenteam formte, gewann Lyon zwölfmal (!) in Folge die nationale Frauenmeisterschaft. In der laufenden Saison ist der Titel bereits wieder perfekt, Lyon ist der Konkurrenz längst enteilt - und im franzöischen Pokalfinale am 31. Mai Favorit gegen PSG. "Wir müssen versuchen, in der Defensive sehr kompakt zu stehen und aggressiv in die Zweikämpfe gehen", sagt VfL-Trainer Stephan Lerch, "denn das kennt Lyon aus der heimischen Liga so nicht..."

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Von Jasmina Schweimler und Andreas Pahlmann