29. November 2021 / 13:07 Uhr

Der Vorgänger als Interims-Nachfolger: Facks schwerer Gang zurück an die Seitenlinie

Der Vorgänger als Interims-Nachfolger: Facks schwerer Gang zurück an die Seitenlinie

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wird aus der Interims- eine Dauerlösung? Gegen den SV Barnstorf coachten Jim Fack (r.) und Co-Trainer Yassin Harrabi den 1. FC Wolfsburg.
Wird aus der Interims- eine Dauerlösung? Gegen den SV Barnstorf coachten Jim Fack (r.) und Co-Trainer Yassin Harrabi den 1. FC Wolfsburg. © Boris Baschin (2)
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Nach dem Rücktritt von Mohammed Rezzoug als Trainer des Fußball-Bezirksligisten 1. FC Wolfsburg übernahm Jim Fack die Mannschaft beim 2:1-Sieg gegen den SV Barnstorf. Ob der 36-Jährige die Aufgabe über die Winterpause hinaus übernehmen wird, ist offen.

Es war ein ungewohnter Anblick am Sonntag an der Seitenlinie des Fußball-Bezirksligisten 1. FC Wolfsburg. Nach fast rund dreieinhalb Jahren stand dort nicht der 1. Vorsitzende Mohammed Rezzoug, sondern Jim Fack. Von ihm hatte Rezzoug das Traineramt beim FC im Jahr 2018 übernommen, zumindest interimsweise ist Fack auch sein Nachfolger. Es sei eine schwierige Aufgabe für den 36-Jährigen gewesen. Nicht, weil er wenig Zeit zur Vorbereitung auf die Partie gegen den SV Barnstorf hatte, sondern weil ihn der Rücktritt von Rezzoug schmerzt. „Es war sehr schwierig für mich, Hammed und ich kennen uns, seit wir sechs Jahre alt sind. Aber es war wichtig, dass wir das Spiel über die Bühne gebracht haben.“ Und das durchaus erfolgreich, der FC siegte mit 2:1 und beendete damit die Barnstorfer Serie von zwölf ungeschlagenen Spielen in Folge.

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Fack ist traurig über die Entscheidung von Rezzoug, nicht länger als Trainer dem FC zur Verfügung zu stehen. Er hat aber vollstes Verständnis dafür und drückt die Wertschätzung für den scheidenden 1. Vorsitzenden, engen Freund und ehemaligen Coach aus. „Ein riesiger Dank an Hammed, was er in den vergangenen Jahren für uns getan hat. Das kann man gar nicht oft genug sagen.“

Fußball-Bezirksliga (Meisterrunde): 1. FC Wolfsburg - SV Barnstorf.

Fußball-Bezirksliga (Meisterrunde): 1. FC Wolfsburg - SV Barnstorf. Zur Galerie
Fußball-Bezirksliga (Meisterrunde): 1. FC Wolfsburg - SV Barnstorf. © Boris Baschin

Für die Partie gegen Barnstorf setzte Fack nicht auf eine neue Taktik oder kramte in der Trickkiste, er berief sich auf drei Prinzipien: In der eigenen Hälfte sollte mit maximal drei Ballkontakten gespielt werden, in der Offensive schnellstmöglich der Abschluss gesucht werden und Fack gab seinen Spielern einen Satz mit auf den Weg: „Ihr müsst den Ball als Schatz sehen, nicht als Bombe“, sagt er mit einem Lachen. Es ging darum, den Ball nicht so schnell wie möglich wegzuschießen, sondern möglichst lange in den eigenen Reihen zu halten. „Das hat Barnstorf uns aber verdammt schwer gemacht“, so Fack.


Dass Fack den FC nach der Partie gegen Barnstorf auch bis zum Beginn der Winterpause weiterhin trainieren wird, „ist die einfachste Lösung“, wie er selbst sagt. Nach der Winterpause ginge es aber darum, „nicht über die einfachste Lösung nachzudenken, sondern über die beste“. Ob die dann Jim Fack heißt, das bleibt abzuwarten, aber „mein Name wird sicherlich in den Überlegungen eine Rolle spielen“. Das würde gleichzeitig bedeuten, dass die Spielerkarriere von Fack sich dem Ende neigt, denn beide Rollen möchte er nicht gleichzeitig ausfüllen, auch, wenn sein Name als möglicher Einwechselspieler gegen Barnstorf auf dem Spielberichtsbogen auftauchte. Und Fack ist sich selbst noch uneins, ob er seine Spielerkarriere beenden möchte. Trotz aller Freude über den Sieg gegen Barnstorf sah er in seiner Funktion an der Seitenlinie auch die negative Seite daran. „Ich wäre gern einer der 15 FC-Krieger auf dem Feld gewesen, die dieses Spiel gewonnen haben.“