11. Mai 2021 / 15:10 Uhr

Der Vorsitzende traf gegen die Ex-Profis, und Ente Lippens machte Späße

Der Vorsitzende traf gegen die Ex-Profis, und Ente Lippens machte Späße

Matthias Preß
Peiner Allgemeine Zeitung
Die Uwe-Seeler-Traditionself (grün) und die Hohenhamelner Altherren.
Die Uwe-Seeler-Traditionself (grün) und die Hohenhamelner Altherren. © Verein
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Das 100-jährige Vereinsjubiläum des TSV Hohenhameln ist jetzt 33 Jahre her. Mitgefeiert hatte die Uwe-Seeler-Traditionself, die dem Vorsitzenden Konrad Gries den Ehrentreffer erlaubte und 10 000 Mark kassierte. 

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„Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen... Er schießt – und Tor! Tor! Tor! Tor!“ Das war der Treffer zum 3:2 gegen Ungarn, der Deutschland 1954 zum Weltmeister machte. Auch am 13. Mai 1988 – vor 33 Jahren – schoss Rahn aus dem Hintergrund – in Hohenhameln. Und er traf!

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Dabei war er der älteste in der Uwe-Seeler-Traditionself, die vor 1500 Zuschauern gegen die Alten Herren des TSV Hohenhameln mit 13:1 gewann. Anlass des Spiels war das 100-jährige Vereinsjubiläum. Rahn war damals 58 Jahre alt gewesen. Aber alt ausgesehen haben vor allem die Oldies des TSV. „Die haben uns vorgeführt und nach Strich und Faden auseinandergenommen“, erinnert sich Hans-Jürgen Oelkers, der damals im TSV-Team stand und das Spiel zusamen mit Obmann Helmut Gabrecht organisiert hatte.

Nach seiner Auswechslung schreib Uwe Seeler emsig Autogramme.
Uwe Seeler schrieb Autogramme ©

Rahn soll 1954 – wie alle aus der Weltmeistermannschaft – an Prämie 500 Mark, einen Fernseher und einen Koffer bekommen haben. Gesamtwert 1280 Mark. Da konnte die Prämie für das Spiel in Hohenhameln vergleichsweise gut mithalten. „10 000 D-Mark hat die Traditionself damals bekommen“, erinnert sich Oelkers. „Hinzu kamen noch 350 Mark für Kommentator Helmut Müller vom NDR.“ Die Hohenhamelner Altherren hatten sich verpflichtet, privat zu haften, wenn die Einnahmen diese Ausgaben nicht deckten. 1500 zahlende Zuschauern reichten aber, und so konnten die TSV-Oldies zumindest in finanzieller Hinsicht befreit aufspielen.

So viele Nationalspieler als Gegner hatten sie bis dahin noch nie gehabt. Helmut Rahn, Uwe Seeler, Bernd Franke, Bernd Gersdorf, Bernd Wehmeyer, Franz Hasil, „Ente“ Lippens, Horst-Dieter Höttges, Dieter Zembski – dazu frühere Bundesliga-Stars wie Pico Schütz und Dietmar Erler. Und dennoch setzten sich die Hohenhamelner einmal entscheidend durch und erzielten den Ehrentreffer. Schütze war der damalige Vereinsvorsitzende Konrad Gries.

Dem PAZ-Reporter Achim Gückel ist besonders Ente Lippens in Erinnerung geblieben. „Der hat viele Späße mit dem Ball gemacht.“ Er dribbelte zum Beispiel durch den Strafraum, ließ die halbe gegnerische Abwehr hinter sich, um dann plötzlich auf dem Ball stehend wie auf einem Feldherrenhügel nach seinen Mitspielern Ausschau zu halten.

Uwe Seeler musste zur Halbzeit raus, weil ihn eine Achillessehnen-Reizung plagte. Ein Tor hatte er natürlich trotzdem geschossen. Eigentlich hatte der Arzt ihm Fußballverbot erteilt, aber Seeler kannte den Hohenhamelner Textilgeschäfts-Besitzer Hans Hilzbrich. „Dem hatte er versprochen aufzulaufen“, erinnert sich Oelkers.

Hans-Jürgen Oelkers und Uwe Seeler.
Oelkers und Seeler © Verein

Dass die Ex-Profis so glänzen konnten, lag allerdings auch ein wenig an der Gastfreundschaft der Hohenhamelner Oldies, die in Punktspielen sonst energischer dagegen hielten. „Wir haben sie mit Samthandschuhen angefasst“, sagt Oelkers.

Die Alten Herren des TSV Hohenhameln spielten mit: Andreas Gries, Konrad Gries, Helmut Gabrecht, Heinz Voges, Hans-Jürgen Oelkers, Reinhard Bartsch, Hartmut Brenneke, Peter Bruns, Willi Rudzki, Hansi Kowalski, Peter Taylor, Werner Kiel, Ulrich Mangeng, Werner Brock und Ralf Walkling. Betreuer war Hans Hilzbrich.

Von Matthias Press