17. Juni 2020 / 08:44 Uhr

"Derber Hund", ehrgeizig, bodenständig: So machte Uwe Rösler seinen Weg von Leipzig in die Welt

"Derber Hund", ehrgeizig, bodenständig: So machte Uwe Rösler seinen Weg von Leipzig in die Welt

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Im Trikot von Manchester City wurde Uwe Rösler zu einer Legende.
Im Trikot von Manchester City feierte Uwe Rösler große Erfolge. © imago images / Colorsport
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Gegen RB Leipzig kehrt Cheftrainer Uwe Rösler mit seiner Mannschaft Fortuna Düsseldorf an seine ehemalige Wirkungsstätte nach Leipzig zurück. Alte Weggefährten erinnern sich an den ehemaligen Fußballspieler.

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Leipzig. Bei Manchester City ist der ehemalige Stürmer seit 1994 eine Legende. Aber auch beim 1. FC Lok, der BSG Chemie oder Dynamo Dresden hat der fünfmalige DDR-Nationalspieler und Weltenbummler Uwe Rösler Spuren hinterlassen. Am Mittwochabend versucht der gebürtige Altenburger in der Red-Bull-Arena als Coach der Düsseldorfer Fortuna im Abstiegskampf zu punkten. Seine ersten fußballerischen Schritte ging der 51-Jährige als Knirps bei Traktor Starkenberg in seinem Thüringer Heimatort. Der SPORTBUZZER hat langjährige Weggefährten zu Uwe Rösler befragt.

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Hans-Jörg Leitzke (59), Stürmerstar, später Trainer bei Chemie Leipzig, jetzt ist in der Baudienstleistung tätig: „Mit viel Interesse habe ich seinen Werdegang beobachtet. Es freut mich, dass er nach England nun wieder in der Bundesliga aktiv ist. Wobei es total richtig war, den weiten Schritt ins Ausland zu wagen. Von der Legende bei Manchester City zum Bundesligatrainer – und das alles begann hier im Leipziger Fußball. Darauf können viele stolz sein, die an seiner Entwicklung vom jungen Kicker in Starkenburg bei Altenburg bis zur jetzigen Trainerstation ihren Anteil haben.“

DURCHKLICKEN: Bilder aus der Karriere von Uwe Rösler

17. Juli 1990: Uwe Rösler (1. FC Magdeburg) beim Freundschaftsspiel gegen Eintracht Braunschweig. Zur Galerie
17. Juli 1990: Uwe Rösler (1. FC Magdeburg) beim Freundschaftsspiel gegen Eintracht Braunschweig. ©

Holm Pinder (49), war beim FC Sachsen, FSV Zwickau und ZFC Meuselwitz aktiv, jetzt ist er Vizepräsident beim ZFC: „Ich habe noch drei Tage vor seinem Wechsel nach Deutschland mit ihm telefoniert, da war er optimistisch, dass es mit einem Wechsel zu einem Bundesligisten klappt. So kam es ja auch. Uwe ist ein geselliger Typ und wie ich weiß: Er ist bodenständig geblieben mit dem nötigen Schuss Humor. Bei uns in Meuselwitz war er, als er noch Trainer beim englischen Drittligisten FC Brentford war. Auf dem Weg zum Trainingslager im thüringischen Bad Blankenburg suchte er einen Trainingspartner. Die Partie ging 1:1 aus.“

Frank Baum (64), lief für Chemie und dann elf Jahre für Lok auf, in der Zeit lernte er auch Rösler kennen. „Als Mitspieler habe ich Uwe kaum erlebt, weil er damals bei Lok als Youngster kaum gespielt hat. Auf jeden Fall war er aber ein leidenschaftlicher Typ, was ihm ja dann auch weitergeholfen hat. An ihm kann man sehen, was man mit Leidenschaft und Ehrgeiz erreichen kann. Gegen RB würde ich ihm mit Fortuna viel Erfolg wünschen, glaube aber nicht, dass die Düsseldorfer da etwas holen können, obwohl sie ja meist gar nicht schlecht spielen.“

Als Mensch und Trainer super entwickelt

Heiko Scholz (54), ehemaliger DDR-Nationalspieler und Pokalsieger 1993 mit Bayer Leverkusen, kämpft in dieser Saison als Co-Trainer bei Dynamo Dresden gegen den Abstieg. „Uwe habe ich bei Dynamo als sehr aufgeschlossenen und lockeren Mitspieler erlebt. Er war im Spiel sehr ehrgeizig, hat sich stets unter Hochspannung gesetzt, hat immer 100 Prozent gegeben, hat sich manchmal vielleicht sogar zu sehr unter Druck gesetzt. Als Trainer war er dann oft zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Dass er mit Düsseldorf gegen RB etwas holt, kann ich mir aber nicht so richtig vorstellen.“

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Maik Kischko (53) kennt Rösler von der gemeinsamen Internatszeit im Nachwuchs des 1. FC Lok. Beide haben heute keinen Kontakt mehr. Kischko war vor vielen Jahren bei dessen Hochzeit in Norwegen dabei. „Er hat aus seinen Möglichkeiten, die er hatte, viel gemacht. Er war ein derber Hund damals, er hat viel an sich gearbeitet. Hut ab, was er aus sich gemacht hat. Gerade wenn du nach England gehst und es dort schaffst, sagt das schon einiges. Er hat überall gute Arbeit gemacht. In England, in Norwegen, auch in Düsseldorf. Als er dort unterschrieben hat, wusste er, dass es eine schwere Aufgabe wird, dass es gegen den Abstieg geht. Ich wünsche ihm, dass er sich in der Bundesliga etabliert.“

Ronald Kreer (69) spielte von 1978 bis 1992 für Lok bzw. VfB, bevor er seine Karriere bei Sachsen Leipzig beendete. „Uwe hat als Spieler eine unwahrscheinliche Entwicklung genommen, besonders in Magdeburg. Vom Typ her passte er dann auch gut in die englischen Ligen, hat immer körperbetont gespielt. Aber er hat sich auch als Mensch und Trainer super entwickelt. Dass er mit Düsseldorf etwas gegen RB holt glaube ich allerdings nicht. Ich grüße ihn aber herzlich.“

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