07. Januar 2022 / 22:44 Uhr

1:0 im Derby: Scorpions bezwingen Indians zum zehnten Mal in Serie

1:0 im Derby: Scorpions bezwingen Indians zum zehnten Mal in Serie

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
An Indians-Keeper Jan Dalgic (li.) bissen sich die Scorpions um  Andy Reiss (2.v.l.) beinahe die Zähne aus.
An Indians-Keeper Jan Dalgic (li.) bissen sich die Scorpions um  Andy Reiss (2.v.l.) beinahe die Zähne aus. © Debbie Jayne Kinsey
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Viel Aluminium, ein herzhaftes Handgemenge, einen überragenden Torwart sowie einen Ausgleichstreffer in der Schlussphase, der nicht zählte: Das Eishockey-Oberliga-Derby zwischen den Scorpions und Indians hatte einmal mehr eine ganze Menge zu bieten.

Irgendwann hatte sich bei Tyler Gron genug Frust angestaut. Zum dritten Mal innerhalb des ersten Spielabschnitts war der Stürmer der Hannover Scorpions an Jan Dalgic, Torhüter der Hannover Indians, gescheitert – und schrie seine Verzweiflung in Richtung Hallendach des Mellendorfer Eisstadions. Es lief die 16. Spielminute im Derby der Eishockey-Oberliga, als Dalgic eine Direktabnahme von Gron klärte, 20 Sekunden nachdem er bereits gegen den Scorpions-Stürmer Sieger blieb. Der überragende Indians-Keeper war der Grund dafür, warum die Indians überhaupt im Spiel blieben und noch prinzipiell für den Derbysieg in Frage kamen. Am Ende gewannen die Scorpions verdient mit 1:0 (0:0, 1:0, 0:0) und damit das zehnte Nachbarschaftsduell in Folge.

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Die einzig nennenswerte Chance der Gäste im ersten Durchgang besaß Niko Esposito-Selivanov (14.), als er bei einem Konter auf Scorpions-Keeper Ansgar Preuß zulief und an diesem scheiterte. Ansonsten wirkten die Indians seltsam gehemmt, obwohl sie eigentlich bei einer Erfolgsserie aus den vergangenen Wochen mit zuletzt sechs Siegen aus sieben Partien Selbstvertrauen mit nach Mellendorf gebracht haben müssten – aber vielleicht überwog doch die verheerende Derby-Bilanz und zeigte Wirkung. Auffällig war nur Dalgic, der ständig im Blickpunkt stand und außer Gron auch Mario Trabucco und Michael Hammond entnervte.

Bilder vom Eishockey-Oberliga-Derby zwischen den Scorpions und Indians

Szene aus dem Eishockey-Oberliga-Derby zwischen den Hannover Scorpions und Hannover Indians. Zur Galerie
Szene aus dem Eishockey-Oberliga-Derby zwischen den Hannover Scorpions und Hannover Indians. ©

Scorpions mit Alupech

Zu Beginn des Mitteldrittels stand dem bereits geschlagenen Dalgic auch mal das Glück zur Seite. Nach starker Vorarbeit von Hammond traf Patrick Klöpper nur den Innenpfosten (22.), eine Minute später löffelte Julian Airich im Nachsetzen die Scheibe an die Latte. Zu diesem Zeitpunkt rettete bereits zum dritten Mal an diesem Abend das Aluminium den ECH vor einem Gegentor. Für Erlösung unter den 500 Zuschauern, soweit sie mit den Scorpions sympathisierten, sorgte schließlich Jan-Niklas Pietsch. Der Verteidiger schlenzte die Scheibe aus der Distanz zum 1:0 ins Netz (25.).


In einem schnellen Spiel mit wenig Unterbrechungen gab es erst in der 27. Minute die erste Strafzeit, es folgten weitere Hinausstellungen durch das ein oder andere und fürs Derby typische Handgemenge. Auch deswegen, zumal Dalgic weiter unüberwindbar war, konnten die Indians den Scorpions-Ansturm ein wenig abbremsen. Und plötzlich besaß Branislav Pohanka (39.) die große Chance zum Ausgleich, Preuß entschärfte den Schuss des ECH-Kapitäns jedoch aus Nahdistanz und fing die Scheibe spektakulär per Handschuh.

Indians-Treffer kurz vor Schluss zählt nicht

Ins Schlussdrittel starteten die Indians mutiger und konnten, beispielsweise als Preuß Sieger im Duell mit Sebastian Christmann (50.) und Pohana (53.) blieb, mehr Akzente in der Offensive setzen, was den Wedemärkern in der Folge davon seltener gelang. Dennoch: Die größere Qualität der Chancen blieb auf Seiten der Gastgeber – beispielsweise beim Pfostentreffer von Andy Reiss (48.). Tatsächlich lag die Scheibe 45 Sekunden vor Schluss im Scorpions-Tor, Parker Bowles hatte sie aber per Schlittschuh ins Netz befördert. Daher blieb es beim 1:0.