19. Mai 2020 / 17:42 Uhr

DAZN, Amazon - oder TV-Blackout? So ist der Stand für das Derby zwischen Hertha BSC und Union Berlin

DAZN, Amazon - oder TV-Blackout? So ist der Stand für das Derby zwischen Hertha BSC und Union Berlin

Stephan Henke und Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Schauen die TV-Zuschauer beim Berlin-Derby in die Röhre - oder einigt sich die DFL noch mit einem Anbieter wie Amazon Prime Video und DAZN?
Schauen die TV-Zuschauer beim Berlin-Derby in die Röhre - oder einigt sich die DFL noch mit einem Anbieter wie Amazon Prime Video und DAZN? © imago images/Poolfoto/Mausolf (Montage)
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Bislang konnten sich die DFL noch nicht mit Sendern über eine weitere Zusammenarbeit für die Freitags- und Montagsspiele einigen. Im schlimmsten Fall könnte deshalb das Geister-Derby zwischen Hertha BSC und Union Berlin auch nicht im TV zu sehen sein. Bei den Vereinen gibt man sich allerdings gelassen.

Es ist schon jetzt ein Derby ohne Fans im Stadion, doch es könnte im schlimmsten Fall auch eines ohne TV-Zuschauer werden: Am Freitagabend (20.30 Uhr) empfängt Hertha BSC den Stadtrivalen Union Berlin. Nach der 0:1-Niederlage in der Hinrunde hat Hertha noch eine Rechnung offen, während Union gerne den Rivalen aus Charlottenburg wieder in der Tabelle überholen würde. Doch kriegen die Anhänger der beiden Berliner Bundesligisten die Partie überhaupt zu sehen?

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Stand Dienstag lautet die Antwort: nein. Denn die Deutsche Fußball-Liga (DFL) und Eurosport - der Rechteinhaber für die Freitags- und Montagsspiele - sind sich bislang nicht über die Übertragungsmodalitäten nach dem Re-Start der Bundesliga einig geworden. Schon am Montagabend wäre es bei der Partie zwischen Werder Bremen und Bayer Leverkusen beinahe zum TV-Blackout gekommen, ehe DAZN - zuvor Sublizenznehmer von Eurosport - am Sonntag und erst wenige Stunden vor dem Spiel am Montagnachmittag auch Amazon die Übertragung der Partie ankündigten. Eine ähnliche Hängepartie droht jetzt beim Derby zwischen Hertha und Union.

In Bildern: Der große Vergleich von Hertha BSC und Union Berlin.

Der große Vergleich der beiden Hauptstadtclubs. Zur Galerie
Der große Vergleich der beiden Hauptstadtclubs. ©

DAZN und Amazon: Wer einigt sich mit der DFL?

Überträgt Amazon - trotz der technischen Probleme bei der Premiere am Montag - am Freitag womöglich auch das Derby? "Wir haben dazu momentan nichts anzukündigen. Unsere Vereinbarung mit der DFL bezog sich zunächst nur auf das Montagsspiel gestern", teilte ein Amazon-Sprecher dem SPORTBUZZER am Dienstag auf Anfrage mit. Definitiv wird auch DAZN weiterhin eine Lösung mit der DFL außerhalb der derzeit ausgesetzten Eurosport-Sublizenzierung anstreben. Nach SPORTBUZZER-Informationen befindet sich der Streamingdienst in Verhandlungen mit der Liga, um wie schon beim vergangenen Montagsspiel noch eine Einigung zu erzielen.

Noch ist der Eurosport-Vertrag mit der DFL, anders als es Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge in der Vorwoche erklärte, noch nicht aufgekündigt. Auf SPORTBUZZER-Anfrage erklärte Eurosport-Mutterkonzern Discovery vergangene Woche: "Es gibt momentan Gespräche zwischen den Beteiligten. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns hierzu jedoch nicht weiter äußern." Neben DAZN und Amazon würde auch die Telekom als inzwischen etablierter Sport-Sender für die Übertragungen im Saison-Endspurt in Frage kommen, allerdings ist ein kurzfristiger Einstieg für das Derby am Freitag sehr unwahrscheinlich. Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD oder ZDF haben im Übrigen keine Chance auf das Rechtepaket, denn dies gilt ausschließlich für den Pay-Bereich.

Hertha und Union von TV-Übertragung überzeugt

Bei den Vereinen sieht man dem Ausgang der Verhandlung zwischen der DFL und den Sendern ziemlich entspannt entgegen. So habe die DFL mit DAZN und Amazon auch für das Montagabendspiel eine kurzfristige Lösung gefunden, "ich bin mir sehr sicher, dass sie auch für die kommenden Spiele, die in diesem Rechtepaket enthalten sind, Lösungen finden wird", teilte Hertha-Pressesprecher Marcus Jung auf SPORTBUZZER-Anfrage mit. Bei Union ist die Stoßrichtung die selbe. "Die Wahrscheinlichkeit, dass das Derby nicht im TV zu sehen sein wird, siedeln wir nahe bei null an. Insofern befassen wir uns ehrlicherweise gar nicht groß mit anderen Szenarien", sagte Pressesprecher Christian Arbeit.