03. Februar 2020 / 15:00 Uhr

Zuversicht bei den einen, Bankrotterklärung der anderen: HHB schießt HSV Hannover ab

Zuversicht bei den einen, Bankrotterklärung der anderen: HHB schießt HSV Hannover ab

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Handball Hannover-Burgwedel bejubelt den Sieg.
Handball Hannover-Burgwedel bejubelt den Sieg. © Debbie Jayne Kinsey
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Unterschiedlicher hätte die Gefühlslage nach dem Derby bei den Protagonisten wohl kaum sein können: Während sich Handball Hannover-Burgwedel ein Lebenszeichen im Kampf um den Klassenerhalt in der 3. Liga Nord-Ost freute, war beim unterlegenen HSV Hannover sogar die Rede von einer Bankrotterklärung.

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Das Team von Handball Hannover-Burgwedel hat ein Lebenszeichen im Kampf um den Klassenerhalt in der 3. Liga Nordost gesendet. Nach bärenstarker Vorstellung gewann die Mannschaft um Kay Behnke und Marius Kastening das Derby beim HSV Hannover mit 35:20 (16:10) – und nahm Revanche für die 24:33-Pleite im Hinspiel.

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Die Partie begann nach Wunsch für die Gäste, die nach fünf Minuten mit 4:0 führten und bis zum 6:1 (7. Minute) durch Lennart Koch all ihre Versuche im Tor versenkten. „Vielleicht haben wir Anderten mit dem siebten Feldspieler überrascht“, sagte der Sportliche Leiter Friedrich Kastening über den Blitzstart.

Bilder vom Handball-Spiel der 3. Liga Nord-Ost zwischen dem HSV Hannover und Handball Hannover-Burgwedel

Jonas Lange, Keeper des HSV Hannover, muss oft hinter sich greifen. Zur Galerie
Jonas Lange, Keeper des HSV Hannover, muss oft hinter sich greifen. ©

Doch noch viel mehr lag es daran, dass die Mannschaft hoch motiviert ins Spiel ging. Der HSV nahm die Auszeit und verkürzte auf 4:7 (12.). Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen verlor der HHB diesmal nicht seine Linie und blieb vor allem psychisch stabil. Die Abwehr ließ kaum Chancen zu, vorn traf Maurice Dräger zunächst fast nach Belieben. Mit seinem fünften Treffer erhöhte der Halblinke auf 12:6 (22.). Insgesamt warf er bis zur Pause sieben Tore und zeigte endlich seine Torgefahr aus Burgdorfer Zeiten.

Späte Ergebniskosmetik der Gastgeber

Den ersten Treffer nach dem Wechsel erzielte der HSV, doch Marius Kastening und Dräger antworteten postwendend und brachen früh die Gegenwehr der Gastgeber, die erst nach dem 14:32 (55.) zu Ergebniskosmetik kam. Spielertrainer Marius Kastening lobte die mannschaftliche Geschlossenheit: „Wenn wir in den nächsten Spielen so auftreten, bin ich guter Dinge. Nur als Einheit können wir erfolgreich sein.“


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Zu überschwänglich sollte man in Burgwedel allerdings nicht sein. Da die Konkurrenz aus Oranienburg und Magdeburg ebenfalls siegte, bleiben es sechs Punkte bis zum rettenden Ufer.

HSV-Teammanager Dirk Müller bezeichnete die dritte Heimniederlage in Folge derweil als „eine Bank­rotterklärung“. Weder Abwehr noch Einstellung waren eines Derbys würdig. Trainer Stephan Lux fehlten die Worte: „So hat noch nie eine Mannschaft von mir gespielt. Es muss sich etwas ändern, sonst steigen wir ab.“