07. September 2020 / 17:12 Uhr

"Normales Spiel gegen Aufsteiger": Weetzen siegt mühelos im Ronnenberger Derby

"Normales Spiel gegen Aufsteiger": Weetzen siegt mühelos im Ronnenberger Derby

Tobias Kurz
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ronnenbergs Sascha-Bastian Kellner kämpft mit Weetzens Sebastian Bomm um den Ball.
Ronnenbergs Sascha-Bastian Kellner kämpft mit Weetzens Sebastian Bomm um den Ball. © Dennis Michelmann
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Nach dem Umbruch im Sommer hat die SG 05 Ronnenberg dem SV Weetzen im Nachbarschaftsduell kaum Paroli bieten können. Mit Spielern, die in der vergangenen Saison noch in der 1. Kreisklasse am Ball waren, setzte es in der Kreisliga 4 eine völlig verdiente 0:3-Niederlage. Derby-Feuer? Fehlanzeige.

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Besser kann man nach der XXL-Fußballpause eigentlich nicht in die neue Saison starten als mit einem Derby bei bestem Fußballwetter. So richtig euphorisiert war nach dem Nachbarschaftsduell zwischen der SG 05 Ronnenberg und dem SV Weetzen am Sonntag aber keine der beiden Parteien.

Die Gäste gewannen zwar klar mit 3:0, vermissten aber das Derby-Feuer. „Dafür war es zu einseitig. Die Ronnenberger haben aus ihren Möglichkeiten das Maximale rausgeholt, aber im Endeffekt war es ein ganz normales Spiel gegen einen Aufsteiger“, sagte SVW-Teamsprecher Thomas Emmerling. Auch SG-Coach Henning Lüders gab zu, dass seine Mannschaft „gerade in den ersten 20 Minuten mit dem Tempo noch nicht zurechtkam“.

Bilder vom Spiel der Kreisliga 4 zwischen der SG 05 Ronnenberg und dem SV Weetzen

Ronnenbergs Dan Voß ist vor Weetzens Gjemajl Abazi am Ball. Zur Galerie
Ronnenbergs Dan Voß ist vor Weetzens Gjemajl Abazi am Ball. ©

Die Versuche, das Spiel der Gäste zu unterbinden, scheiterten daran, dass die Platzherren lange überhaupt keinen Zugriff auf den Gegner hatten. Erst in der Schlussviertelstunde des ersten Durchgangs „kam mal ein bisschen Temperatur auf den Platz und an den Seitenlinien auf“, wie es Lüders formulierte. Seine Mannschaft kam besser in die Zweikämpfe, auf beiden Seiten häuften sich die Foulspiele.

Helka bedient seinen alten Trainer

Zu diesem Zeitpunkt lagen die Weetzener allerdings schon mit 2:0 vorne. Nach fünf Minuten traf Joshua Basaldua nach einer von Jan Jelinski verlängerten Flanke zum 1:0. Das zweite Tor ließ nicht lange auf sich warten: David Krakowian flankte auf Jelinski, dessen Kopfball gegen die Laufrichtung des Keepers im Tor einschlug (18.).

Spätestens nach dem 0:3 verflachte die Partie zunehmend. Der aus der eigenen U19 aufgerückte Michal Helka bediente mit seiner Hereingabe am zweiten Pfosten seinen ehemaligen Jugendtrainer Sebastian Bomm, der den Ball über die Linie bugsierte (64.).

„Hätten wir 90 Minuten Vollgasfußball gespielt, hätten wir doppelt so viele Tore schießen können“, meinte Emmerling, der Mitgefühl mit dem Lokalrivalen zeigte. „Die Ronnenberger sind nun mal in einer bescheidenen Situation, nachdem sich die erste Mannschaft aufgelöst hat. Für die wird es ganz schwer in dieser Saison.“

"Bin mir sicher, dass wir das hinkriegen"

Das ist Lüders und Co. auch bewusst: „Das ist ja meistens so als Aufsteiger, der wir eigentlich ja sind – wenn du nicht gerade Geld in die Mannschaft steckst.“ Das tun die Ronnenberger nicht. Am Sonntag lief nahezu komplett die Mannschaft auf, die in der vergangenen Saison noch in der 1. Kreisklasse gespielt hat. Aus dem früheren Kader der „Ersten“ standen nur Torwart Felix Pygott und Sechser Fabian Ruwisch in der Startelf.

Desillusioniert ist der Liga-„Neuling“ nach der Pleite zum Auftakt aber keineswegs. „Wir müssen uns an das Tempo gewöhnen, aber ich bin mir sicher, dass wir das hinkriegen“, gab sich Lüders optimistisch und ergänzte: „Weetzen ist für mich auch eines der stärksten Teams der Liga.“ Eine neue Qualität bringt seine Mannschaft im Vergleich zum Vorgängerteam aber offenbar mit. „Nach dem Spiel haben wir alle zusammengesessen und ein Bier getrunken“, berichtet Weetzens Emmerling. „Das war nicht immer so.“