11. März 2022 / 14:54 Uhr

Torhüter mit Torjäger-Qualitäten: Hansas Philipp Müller trifft auf Ex-Club Neustadt

Torhüter mit Torjäger-Qualitäten: Hansas Philipp Müller trifft auf Ex-Club Neustadt

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Philipp Müller (Wittstock), Fortuna Babelsberg - FK Hansa Wittstock, Landesliga Nord, 9. Spieltag, Saison 21/22, Potsdam, 23.10.2021, Foto: Benjamin Feller
Ob zwischen den Pfosten oder als Feldspieler: Philipp Müller gibt für den FK Hansa alles. © Benjamin Feller
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Landesliga Nord: Im heimischen Stadion des Friedens empfängt der FK Hansa Wittstock am Samstagnachmittag im Derby Schwarz-Rot Neustadt. Ob Philipp Müller dabei zwischen den Pfosten oder auf dem Feld agiert, weiß der 28-Jährige wohl selbst erst am Spieltag

Die eigentliche Aufgabe von Philipp Müller ist es, Tore des Gegners zu verhindern. Weil man bei Fußball-Landesligist Hansa Wittstock aber wegen der dünnen Kaderdecke improvisationsbereit ist, fand sich der etatmäßige Schlussmann zuletzt auch mal auf der anderen Seite des Spielfeldes wieder – und das sogar erfolgreich. Zwar verloren die Kicker aus der Dossestadt vor drei Wochen die Auswärtspartie beim SC Oberhavel Velten sang- und klanglos mit 2:7 (0:2), sein persönliches Erfolgserlebnis ließ sich Philipp Müller jedoch nicht nehmen. „Ich habe mich durchgetankt, bin hochgesprungen und habe das Ding eingenickt“, beschreibt der 28-Jährige seinen Kopfballtreffer nach einem Eckball.

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Ob er seine Torjäger-Qualitäten am Samstagnachmittag im Derby gegen Schwarz-Rot Neustadt (15 Uhr, Stadion des Friedens) erneut unter Beweis stellen muss, weiß er wohl erst am Spieltag. „Unsere Personalsituation ist nicht so berauschend, wir haben mit Corona-Fällen zu kämpfen und müssen darauf hoffen, dass am Vormittag alle Tests negativ ausfallen“, erklärt Müller, der sich auf das Wiedersehen mit den ehemaligen Kollegen freut. Nicht nur einmal war der Kfz-Mechatroniker in der Pferdestadt aktiv. Das Fußball-Abc erlernte Müller bei Blau-Weiß Wusterhausen, im Nachwuchs war er zudem für jenen SV Schwarz-Rot und Rot-Weiß Kyritz aktiv.

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Im Männerbereich setzte er kurz in Wusterhausen, in Neustadt, ein halbes Jahr bei Rhinow/Großderschau, dann erneut in Neustadt und beim MSV Neuruppin seine Entwicklung fort, ehe er sich 2019 den Hanseaten anschloss, bei denen er sich gut aufgehoben fühlt: „Das familiäre Umfeld ist toll, die Jungs in der Mannschaft sind super, ich kann mich wirklich nicht beklagen.“ Außer tabellarisch, da könnte es für das Team des Trainer-Duos Tino Sasse/Erik Sonnenberg, das auf dem 17. und damit letzten Rang liegt, deutlich besser laufen. Das weiß auch der Torwart, der als Allrounder auch mal außerhalb seines Gehäuses aushelfen muss: „Die Höhe der Niederlagen ist teilweise bitter. Aber wir kämpfen, das kann man uns nicht vorwerfen. Teilweise fehlt auch einfach das Glück.“

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Dieses will Philipp Müller gegen Neustadt erzwingen. Mut macht ihm dabei die knappe 1:2-Niederlage in der Hinrunde, wo man dem großen Favoriten fast einen Punkt abgeknöpft hätte. „Grundsätzlich sind die Rollen aber klar verteilt, man muss ja nur auf die Tabelle schauen“, so Müller. Ein Duell mit früheren Kollegen sei – unabhängig von der Konstellation im Gesamtklassement – dennoch immer besonders. Mit Kevin Gotthardt, Lukas Thormann, Jacob Krüger oder Karina und Ronald Legde aus dem Betreuerteam pflegt er ein freundschaftliches Verhältnis. Zumal er direkt in Neustadt lebt und mit einem Lachen erklärt: „Die Arbeit in Neuruppin, der Sport in Wittstock – ich kenne den Landkreis ganz gut.“

 Kampf um den Ligaverbleib. Kampflos ergeben wird sich der FK Hansa weder gegen Neustadt, noch am letzten Spieltag. „Wir sind topmotiviert, wollen den Platz nicht als Verlierer verlassen und im restlichen Saisonverlauf so viele Punkte wie möglich sammeln“, sagt der 1,93-Meter-Mann, dessen Torjäger-Qualitäten ja vielleicht schon gegen Neustadt wieder gefragt sind.